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Gnade sei mit euch und Friede
von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Wir wollen
heute auf drei Verse im Epheserbrief hören. Und zwar auf die Verse
18 bis 20 aus dem sechsten Kapitel. Das ist in dem Abschnitt über
die Waffenrüstung Gottes, auf die wir schon in den letzten
beiden Predigten über den Epheserbrief gehört haben. Und damit wir nochmal
den Zusammenhang bekommen, lese ich uns den gesamten Abschnitt. Epheser Kapitel 6, Abvers 10.
Die Predigt bezieht sich dann aber auf die Verse 18 bis 20. Wir hören das Wort des lebendigen
Gottes. Im Übrigen, meine Brüder, seid
stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung
Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen
Kunstgriffen des Teufels. Denn unser Kampf richtet sich
nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften,
gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis
dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen
Regionen. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung
Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr
alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. So steht nun fest, eure Lenden
umgürtet mit Wahrheit und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit
und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft zum Zeugnis für
das Evangelium des Friedens. Vor allem aber ergreift den Schild
des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen
könnt. Und nehmt auch den Helm des Heils
und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. Jetzt der Predigtabschnitt. Indem ihr zu jeder Zeit betet,
mit allem Gebet und Flehen im Geist. Und wacht zu diesem Zweck
in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen. Auch für mich. damit mir das
Wort gegeben werde, so oft ich meinen Mund auftue, freimütig
das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen, für das ich
ein Botschafter in Ketten bin, damit ich darin freimütig rede,
wie ich reden soll. Gemeinde unseres Herrn Jesus
Christus, Unser gefährlichster Kampf als Christen, unser wichtigster
Kampf richtet sich gegen den Teufel und gegen seine Armee. Unsere einzige Hoffnung, in diesem
Kampf zu bestehen, ist die geistliche Waffenrüstung, die uns Gott gegeben
hat. Und unser einziger Weg, um diesen
Kampf zu bestehen, ist es, diese Waffenrüstung tatsächlich anzuziehen
und mit dieser Waffenrüstung zu kämpfen. Das ist in Kurzform
die Botschaft der letzten beiden Predigten über den Epheserbrief. Einmal haben wir uns den Abschnitt
im Überblick angeschaut und beim zweiten Mal haben wir uns dann
die sechs Ausrüstungsgegenstände der Waffenrüstung genauer angesehen. Aber dieser Sinnabschnitt, der
endet nicht mit Vers 17 und dem Schwert des Geistes, sondern
er geht eben noch drei Verse weiter. Und es sind drei Verse,
in denen Paulus uns zum Gebet auffordert. Wenn ihr mal reinschaut und gut
aufgepasst habt, dann merkt ihr, dass das Gebet nicht mehr so
richtig zur Waffenrüstung mit dazugehört. Paulus schreibt nicht. Und als siebte Waffe zu den sechs
Waffen vorher, tragen die, sagen wir, Schienbeinschützer Gottes,
welche das Gebet sind oder so. Das steht hier nicht. Aber auf
der anderen Seite wird vor allem im griechischen Original sehr
deutlich, dass das Gebet noch ganz eng mit zur Waffenrüstung
dazugehört. Fest 18 knüpft nämlich unmittelbar
an Fest 17, an das Schwert des Geistes an. Und ich bin davon überzeugt,
dass das Gebet nicht einfach die siebte Waffe oder ein siebter
Ausrüstungsgegenstand der Waffenrüstung ist, sondern dass das Gebet der
Kraftstoff ist. der Kraftstoff, ohne den die
sechs Ausrüstungsgegenstände vorher ziemlich nutzlos sind.
Ich habe mir in der Vorbereitung überlegt, welches Bild würde
da passen, um das deutlich zu machen. Versetzen wir uns doch
mal in so einen Soldaten. Damals im Römischen Reich oder
im Mittelalter in so einen Ritter. Und er ist mit tausenden anderen
Soldaten in einem Heerlager und wartet auf die Schlacht. Und
am Morgen vor der Schlacht wacht er auf, Und er fängt an, sich
seine Rüstung anzuziehen. Also erst den Ledergürtel und
dann den Brustpanzer. Und dann die Stiefel an den Füßen. Nimmt er sein Schild und setzt
sich sein Helm auf den Kopf. Und dann zuletzt nimmt er das
Schwert. Er fährt nochmal über die Klinge,
befestigt es an seiner Seite. Er verlässt sein Zelt, schaut
in den Himmel, beschließt, dass heute ein guter Tag ist und zieht
los. Das Heer stellt sich auf und er stellt sich an seinen
Platz. Und die ersten Minuten der Schlacht
laufen auch richtig gut, aber plötzlich verlassen ihn aus irgendeinem
Grund die Kräfte. Ihm wird schwarz vor Augen, er
kann sich kaum noch aufrechthalten in seiner schweren Rüstung. Irgendwie
versucht er den Rückzug anzutreten in der Hoffnung, dass ihn kein
Feind von hinten erdolcht. Was ist passiert? Ganz einfach, der Soldat hatte
vergessen zu essen. Ja, ich glaube, es gibt einige
von euch, die würden niemals in ihrem ganzen Leben vergessen
zu essen. Essen vergessen wir nicht so
schnell. Und trotzdem sind wir in unserem
geistlichen Leben so oft wie dieser Soldat. Ja, vielleicht
ziehen wir unsere geistliche Waffenrüstung tatsächlich an. Wir sind vielleicht sogar bereit
zu kämpfen. Wir haben die Botschaft verstanden,
okay, da gibt es einen Feind, den können wir nicht sehen, aber
der ist total gefährlich. Aber für diesen Kampf vergessen
wir eine Sache, nämlich zu beten. Warum sind wir als Christen geistlich
oft so schwach? Warum torkeln wir oft so durch
unser geistliches Leben, so ähnlich wie dieser Soldat, als ihm Schwarz
vor Augen wurde, anstatt eben festzustehen, wie Paulus in den
Versen 10-14 zum Anfang von diesem Abschnitt wieder und wieder gefordert
hat? Könnte es vielleicht daran liegen,
dass wir zu wenig beten und deswegen die Kraft für den Kampf verlieren? Ich möchte dich heute Morgen
dazu ermutigen, dich selbst einmal zu hinterfragen. Denn Paulus
macht deutlich, du kannst in diesem geistlichen Kampf nicht
standhalten. Du kannst es nicht, wenn du nicht
betest. Mein Thema für heute Morgen ist
Kämpfe, den geistlichen Kampf als Beter. Ich habe drei Punkte. Erstens, indem du alle Zeit für
alle und alles betest. Zweitens, indem du besonders
für die Verkündigung des Evangeliums betest. Und drittens, indem du
ganz besonders für die verfolgten Verkündiger betest. Nochmal kämpfe
den geistlichen Kampf als Beter. Erstens, indem du alle Zeit für
alle und alles betest. Zweitens, indem du besonders
für die Verkündigung des Evangeliums betest. Und drittens, indem du
ganz besonders für die verfolgten Verkündiger betest. Ja, ich denke,
es ist uns allen klar, beten ist reden mit Gott oder genauer
gesagt, beten ist reden zu Gott. Durch den Glauben als Christ
stehst du ja in dieser Bundesbeziehung mit Gott. Und Gebet ist deine
Antwort in dieser Beziehung auf das Reden Gottes in seinem Wort. Der Heidelberger Katechismus
erklärt es an einer Stelle sehr gut. In Frage 118 wird die Frage
gestellt, was hat uns Gott befohlen von ihm zu bitten? Also was gehört
eigentlich in so ein Gebet rein? Die Antwort ist ziemlich einfach
und ziemlich umfassend. Alles, was wir für unser geistliches
und leibliches Leben brauchen. Alles. Wir sollen für alles bitten. Genau dazu fordert uns Paulus
in Vers 18 auf. Das bringt uns zum ersten Punkt. Kämpfe den geistlichen Kampf
als Beter, indem du alle Zeit für alle und alles betest. Wenn du jetzt sagst, das ist
mir zu viel alle in einem Satz, das ist nicht meine Idee, sondern
im Heiligen Geist ist dieses alle so wichtig, dass er es in
Vers 18 gleich viermal benutzt. Leider ist das in der Schlachter
2000 nicht ganz so deutlich. Deswegen lese ich uns jetzt Vers
18 nochmal in einer eigenen Übersetzung. Und ihr könnt ja mal mitzählen,
wie oft das Wort alle darin vorkommt. Betet zu aller Zeit mit allem
Gebet und Flehen im Geist und wacht zu diesem Zweck in aller
Ausdauer und fürbitte für alle Heiligen. Wenn ihr richtig gezählt
habt, viermal in einem Satz, in einem Vers, kommt das Wort
alle vor. Und diese vier Dinge, wo Paulus
ein alle davor setzt, die wollen wir uns jetzt in vier Schritten
anschauen. Und die Frage, die darüber steht,
ist, wie soll denn jetzt unser Gebet aussehen? Das Erste, was
Paulus sagt, ist, wir sollen zu jeder Zeit oder eben alle
Zeit beten. Betet zu aller Zeit, schreibt
er am Anfang von Vers 18. Heißt das jetzt? Wir sollen tatsächlich
pausenlos beten, also wirklich 24 Stunden, sieben Tage die Woche,
ohne irgendwas anderes zu machen. Ich denke, uns allen ist klar,
das bedeutet es nicht. Da würden wir ja nichts anderes
mehr machen. Aber in einem anderen Sinn fordert
Gott tatsächlich, dass wir ohne Unterlass dauerhaft beten. Ich möchte euch erklären, was
das bedeutet. Wir Christen haben ja oft so ungeschriebene Regeln. Ich weiß nicht, wie das bei euch
aussieht. Vielleicht ungefähr so. Also es ist gut, einmal am
Tag länger zu beten. Vielleicht vor dem Schlafen gehen
dann nochmal kürzer. Vor dem Essen gehen auf jeden
Fall kurz. Und dann ist auch gut. verwirrt war, als ich bei einem
Freund zu Besuch war und wir wollten in die Stadt gehen und
an der Haustür blieb er stehen und meinte, lass uns noch kurz
beten. Und ich dachte, okay, können
wir machen. Und dann sagte er mir, dass er jedes Mal, jedes
Mal, wenn er das Haus verlässt, kurz betet. Ich dachte mir, stimmt,
das ist eigentlich auch ein guter Zeitpunkt. Und seitdem habe ich
mir überlegt, was wären noch gute Gelegenheiten, um zu beten.
Ich möchte einfach mal ein paar aufzählen und euch auf diese
Weise zeigen, was es bedeuten kann, wirklich alle Zeit zu beten. Das heißt nicht pausenlos durchgehend,
aber in allen möglichen Situationen, in denen wir im Alltag stehen. Zum Beispiel, wenn man sich mit
Freunden oder guten Bekannten trifft. Schon vorher, bevor vielleicht
Besuch kommt, einfach schon mal zu beten, dass Gott die Gemeinschaft
und die Gespräche segnet. Andere gute Gelegenheit ist,
wenn die Freunde dann da sind und es auch Christen sind, dann
einfach eine Zeit sich während des Treffens zu nehmen, um gemeinsam
zu beten. Andere sehr gute Gelegenheit,
um noch zu beten, ist vor dem Gottesdienst. Ja, entweder zu
Hause morgens oder auch hier in den Minuten vorher, dass Gott
wirklich einem und auch allen anderen das Herz öffnet für sein
Evangelium. Eine gute Sache, habe ich festgestellt,
wo man auch dies alle Zeit betendurchführen kann, ist, wenn man alleine Auto
fährt. Ja, eigentlich kann man beim Auto alleine Auto fahren.
Gut, man kann es Radio anmachen, aber man kann eigentlich ja sonst
nichts machen. Was man aber machen kann, ist
beten. Was auch sehr gut ist, ist gerade
dann, wenn dir etwas einfällt, also irgendein Gebetsanliegen
oder irgendjemand einfällt und du denkst, dafür oder für den
müsste ich unbedingt mal beten. Dann denk nicht weiter, für den
müsste ich unbedingt mal beten, sondern dann bete in dem Moment. Ja, auch da hat mir mal ein Freund
sehr weitergeholfen. Es ist diesmal ein anderer als
von dem Beispiel eben, aber ihr merkt schon, Freunde zu haben,
die gute Beter sind, das ist wichtig. Auf jeden Fall, wir
haben uns unterhalten. Wir waren mit 15 Leuten ungefähr
an einem Tisch. Es war ziemlich laut. Alle haben
geredet. Und irgendwann haben wir in unserem Zweiergespräch
festgestellt, ja, da ist irgendeine Sache. Ich weiß gar nicht mehr,
um was es ging. Für die sollten wir unbedingt
mal beten. Gut, ich war zufrieden. Ich fand
auch, dafür sollte man wirklich mal unbedingt beten. Und ich
wollte gerade weiter essen. Da sehe ich, dass er die Augen
zumacht und die Hände faltet. Und ich war ganz irritiert. Wie
gesagt, es war laut an dem Tisch. Es waren auch andere Leute da. Und ich hab gesagt, du meinst
wirklich jetzt? Und er meinte, ja klar, wann denn sonst? Wenn
wir es jetzt nicht machen, dann wahrscheinlich nie mehr. Ich glaube, dass er damit recht
hatte. Und so haben wir genau in diesem
Moment mit circa 15 anderen Leuten am Tisch, die alle über was anderes
gesprochen haben, zu zweit für diese Sache gebetet. Gerade weil
es uns in diesem Moment wichtig war. Der Punkt ist, einfach mal zu
beten, wenn dir ein Gebetsanliegen einfällt, in dem Moment. Und noch ein letzter Punkt, der
sehr, sehr wichtig ist und viel mit unserem geistlichen Kampf
zu tun hat. Bete dann, wenn du merkst, dass
der Teufel dich eingreift. Vielleicht bist du in einem Moment
versucht, etwas anzuschauen, von dem du ganz genau weißt,
das sollte ich mir nicht anschauen. Oder vielleicht merkst du, wie
du in deinem Herzen bitter wirst gegen Gott oder gegen andere
und dich der Teufel in so einem negativen Strudel von falschen
oder negativen Gedanken einfach runterzieht. oder dass der Teufel
versucht, dich davon abzuhalten, Gemeinschaft mit Gott zu haben,
bete gerade dann, wenn du das merkst. Und es sind nur einige Beispiele,
die ich jetzt genannt habe. Es gibt bestimmt noch viele andere
Situationen, wo es gut ist, davor, dabei oder danach zu beten. Lasst euer Leben komplett von
Gebet durchzogen sein. Das zweite, was Paulus sagt,
ist mit allen Arten von Gebet. Vers 18 heißt es weiter, mit
allem Gebet und Flehen im Geist. Es gibt verschiedene Arten von
Gebeten. Ich denke, auch das ist euch
klar. Ich habe schon öfter die Einteilung gehört, dass man sehr
gut vier unterschiedliche Arten von Gebet unterscheiden kann. Diese Einteilung in vier Arten
stammt nicht aus der Bibel, aber ich glaube, dass sie ziemlich
hilfreich ist. Ja, man sagt dann, es gibt erstens das Gebet, in
dem ich Gott einfach lobe und preise dafür, wer er ist und
was er für mich getan hat. Dann gibt es zweitens die Gebete,
in denen ich Gott meine Schuld und meine Sünde bekenne und ihn
darum bitte, dass er mir vergibt. Dann gibt es drittens das Gebet,
wo wir Gott dafür danken, für alles, was er uns schenkt. Also
ganz konkret dafür, dass er zum Beispiel vielleicht ein Gebet
erhört hat. Viertens gibt es die Gebete,
in denen wir Gott ganz konkret um etwas bitten. Paulus ermutigt uns hier zu allen
Arten von Gebeten. Aber ich glaube, besonders hat
er diese vierte Art hier im Blick, das Bitten für konkrete Anliegen. Das erste Wort, das hier mit
Gebet übersetzt ist in Vers 18, das meint tatsächlich einfach
eine Bitte, die ich Gott sage. Aber dann gibt es noch ein zweites
Wort. Hier steht ja mit allem Gebet und Flehen. Und dieses Wort, was mit Flehen
übersetzt ist, das meint eine ganz dringende Bitte. Ja, es
ist ja tatsächlich so, manchmal kommen wir zu Gott, wenn wir
so ganz ausgeglichen und fröhlich sind und grundsätzlich mit unserem
Leben gerade zufrieden sind. Und dann bitten wir Gott für
die Dinge, die anstehen. Aber in anderen Situationen sind
wir am Boden zerstört. Das sind wir traurig, das sind
wir verzweifelt, das sind wir völlig fertig. Und dann sind unsere Bitten mehr
ein Flehen, ein Klagen, vielleicht sogar nur ein Wimmern. Aber die gute Nachricht ist,
durch Gottes Geist, der unsere Gebete übersetzt, hört Gott das
alles. Egal in welcher Situation du
bist, egal wie du dich fühlst, komm zu Gott. Wenn du fröhlich
bist, lobe ihn. Wenn du traurig bist, klage vor
ihm. Hast du ein Anliegen, bring ihm
das Anliegen und plage dich dein Gewissen mit deiner Sünde. Dann
komm zu ihm, bekenne ihm deine Schuld und bitte ihn um Vergebung. Das dritte, was Paulus uns sagt,
das dritte alle, ist, dass wir beten sollen, gerade dann, wenn
es schwierig ist. Er schreibt und wacht zu diesem
Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte. Wisst ihr, beten ist nicht immer
einfach. Beten ist oft ein Kampf. Ich weiß nicht, ob ihr zu den
Menschen gehört, die von sich selbst sagen, ich verstehe mich
selbst. Ich habe meistens das Gefühl,
dass ich mich selbst ganz gut verstehe. Aber eine Sache gibt
es, die verstehe ich an mir überhaupt nicht. Und das ist folgende Sache. Ich glaube, dass Gebet wichtig
ist. Ich glaube, dass wirklich. Ich
glaube, dass Gebet mächtig ist. Ich glaube, dass der Gott, zu
dem ich bete, der beste überhaupt ist. Und trotzdem bete ich so wenig. Warum ist das so? Und ich glaube, der Grund ist,
weil der Teufel genau das alles auch weiß. und mich deswegen
vom Gebet abhalten möchte. Ein Christ, der nicht betet,
der ist für den Teufel keine Bedrohung. Und deswegen möchte
er versuchen, dich vom Beten abzubringen. Ja, dass du entweder vielleicht
erst gar nicht anfängst zu beten oder dass er dann versucht, wenn
du betest, dich vom Beten abzulenken. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt,
dass man betet und sagt den ersten Satz, ich bete für den und den.
Und dann fallen uns noch 100 Sachen ein, was den und den alles
betrifft. Und dann fallen uns noch 5 Leute
ein, die der und der kennt. Und plötzlich fällt uns auf,
wow, eigentlich war ich gerade am Beten, aber seit 10 Minuten
denke ich nur über alle Probleme, die diese Person oder mich betreffen,
nach. Der Teufel versucht uns auch
beim Beten abzulenken. Und wir haben ja eben in der
Schriftlesung gesehen, wie Jesus selbst beim Beten gekämpft hat. Und wenn schon für Gottes Sohn
Beten nicht einfach war, dann ist es das gerade auch oft nicht
für uns. Und dessen sollten wir uns bewusst
sein. Es ist nicht außergewöhnlich, wenn wir merken, dass Beten anstrengend
ist. Ja, Beten ist oft anstrengend.
Und gerade deswegen, weil der Teufel uns davon abbringen will,
weil er uns ablenken will, weil es oft anstrengend ist, deswegen
sagt Paulus hier, wir sollen mit aller Ausdauer beten. Wie gelingt es, ausdauernd zu
beten? Ich möchte euch da auch ein paar
praktische Hinweise geben. Auch das ist nicht vollständig,
aber das kann helfen. Mein erster Ratschlag, bitte
Familienmitglieder, deinen Ehepartner oder wenn du in der WG lebst,
deine Mitbewohner, dich daran zu erinnern, zu beten. Zweiter Ratschlag, gerade wenn
du alleinstehend bist, suche dir Gebetspartner, mit denen
du dich regelmäßig zum Beten triffst. In der Ehe und in der
Familie, da sind dann Menschen da, aber gerade wenn du alleinstehend
bist, mein Ratschlag an dich, suche dir Gebetspartner, triff
dich regelmäßig, am besten im realen Leben. Manchmal geht das
nicht, dann kann man das auch online machen. Das nächste, was gut ist, ist,
sich eine feste Zeit am Tag zu setzen, wo man auf jeden Fall
einmal länger betet. Und zwar immer. Jeden Tag. Dann bete auch für dein Beten.
Ja, das ist dem Teufel eben nicht gelingt, dich vom Beten abzuhalten.
Also wenn du betest, wirklich mal zu sagen, Herr und bitte,
gib mir Kraft zu beten. Und der letzte Ratschlag, der
mir hilft, wenn ich alleine bete. auch dann laut zu beten. Das
hört sich wahrscheinlich für Leute, die dann dich vielleicht
beobachten, total seltsam an. Und es fühlt sich vielleicht
auch im ersten Moment ein bisschen seltsam an, aber es hilft vielen
Leuten, vielleicht nicht allen, aber es hilft vielen Menschen,
die Gedanken zu sortieren und dran zu bleiben. Einige Ratschläge, um wirklich
mit aller Ausdauer zu beten. Kommen wir zum vierten Alle.
Paulus sagt, für alle Heiligen oder für alle anderen Christen.
Und auch hier ist klar, natürlich kann man nicht für alle Christen
beten, die es auf der Welt gibt. Aber auf der anderen Seite ist
es so, wir neigen ja dazu, immer nur unsere eigenen Probleme zu
sehen. Vielleicht sehen wir noch die
Probleme der eigenen Familie und vielleicht noch die Sorgen
und Nöte der Christen, die uns so am engsten stehen. Aber Paulus
ruft uns hier dazu auf, doch beim Beten über den Tellerrand
zu schauen. Über den Tellerrand meiner engen
Bezugsgruppe hin zu anderen, zum Beispiel in der Gemeinde. Zum Beispiel, indem ich mir Bewusstseid
nehme, gerade für die in der Gemeinde zu beten, die mir nicht
so nahe stehen. Oder indem ich mir sogar Bewusstseid
nehme, für die zu beten, die mir weniger sympathisch sind,
mit denen ich vielleicht sogar im Konflikt stehe. Ich erinnere
euch an die Predigt vom letzten Sonntag. Für andere zu beten
ist eine der größten Liebesbeweise, die du anderen Christen erweisen
kannst. Vielleicht kriegen sie das gar
nicht mit, aber Gott sieht es. Und natürlich gilt auch hier,
dass wir für alle möglichen Dinge beten sollen, wenn wir für andere
Christen beten. Aber auch hier, denke ich, sollten
wir gerade und besonders im Zusammenhang bleiben. Es geht ja im Kern um
unseren geistlichen Kampf gegen den Teufel und seine Armee. Und von daher bete doch gerade
für andere in der Gemeinde, dass sie gestärkt werden für ihren
geistlichen Kampf, in dem jeder von uns steht. Und dabei geht es nicht nur darum,
die anderen Menschen abzuarbeiten. So nach dem Motto, puh, jetzt
habe ich auch mal wieder für den gebetet, abgehakt. Wenn ihr eure Bibel noch aufgeschlagen
habt, dann schaut doch noch mal in Vers 18. Da heißt es, betet
zu aller Zeit mit allem Gebet und Flehen. Wir haben gesehen,
das Wort für Gebet meint so viel wie eine normale Bitte. Das Wort
für Flehen ist ein emotionales Gott. Anflehen und vor ihm klagen. Aber dann heißt es weiter in
Vers 18, Wir sollen beten im Geist und wach zu diesem Zweck
in aller Ausdauer und fürbitte für alle Heiligen. Und das Wort, was hier mit fürbitte
übersetzt ist, ist im Original genau dasselbe Wort, was weiter
oben mit flehen übersetzt ist. Es ist schade, dass das in der
deutschen Übersetzung nicht rüberkommt. Aber das macht deutlich, wir
sollen uns im Gebet wirklich für die Nöte und Sorgen der anderen
einsetzen. Ja, sie nicht einfach abhaken
nach dem Motto, jetzt habe ich auch mal wieder für den gebetet,
sondern wir sollen so, wie wir für unsere eigenen Nöte und Sorgen
flehen, so sollen wir das auch für unsere Geschwister tun. Auch hier wieder die Frage, wie
kann es praktisch gelingen, über den eigenen Tellerrand hinaus
zu gucken? Was meiner Frau und mir hilft,
um das zu tun, ist eine Gebetsliste. Auf der Gebetsliste, da stehen
alle Leute aus unseren Familien, alle Leute aus der Gemeinde und
Freunde von uns drauf. Und wir haben die Leute dann
in verschiedene Gruppen eingeteilt, weil jeden Tag für jeden zu beten,
das wäre zu viel. Und so beten wir dann immer jeden
Tag für eine bestimmte Gruppe von Leuten. Und so kommt jeder
immer wieder dran. Wir erinnern uns selbst daran. steht nirgends in der Bibel,
dass man das so machen muss. Aber uns hilft es sehr, niemanden
aus dem Blick zu verlieren und ich kann das wirklich sehr empfehlen.
Und wenn jemand Interesse hat, wie sowas aussieht, der kann
mich nachher gerne ansprechen. Zurück zu Vers 18. Paulus benutzt
viermal das Wort alle. Paulus fordert uns auf, alle
Zeit für alle und alles zu beten. Aber gleichzeitig sagt er nicht,
dass alle Gebetsanliegen damit gleich wichtig sind. Einerseits dürfen und sollen
wir mit allem, was uns bewegt, zu Gott kommen. Aber andererseits
gibt es Anliegen, die ganz besonders sind. Und auf ein solches Anliegen
kommt Paulus in den Versen 19 und 20 zu sprechen. Mein zweiter Punkt kämpfe den
geistlichen Kampf als Beter, in dem du besonders für die Verkündigung
des Evangeliums betest. Das heißt weiter ab Vers 19,
betet auch für mich, damit mir das Wort gegeben werde, so oft
ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums
bekannt zu machen, für das ich ein Botschafter in Ketten bin,
damit ich darin freimütig rede, wie ich reden soll. Vers 18 war, betet für alles. Vers 19 und 20, besonders aber
betet für mich, sagt Paulus. Und die Frage, die man sich stellen
könnte, ist das nicht ziemlich arrogant? Ist das nicht ziemlich
egoistisch? So nach dem Motto, ja, betet
für alles, aber besonders betet für mich. Beim ersten Lesen könnte man
das vielleicht denken. Aber wisst ihr was? Wenn man
genauer drüber nachdenkt, merkt man, dass genau das Gegenteil
richtig ist. Dass Paulus mit dieser Bitte
nämlich unglaublich demütig und selbstlos ist. Was meine ich
damit? Als Paulus den Epheserbrief schrieb,
war er sehr wahrscheinlich in Rom. Er war nicht direkt im Gefängnis,
aber vermutlich in so einer Art Hausarrest. Das heißt, er durfte
zwar in seiner eigenen Wohnung sein, er durfte auch Gäste empfangen,
aber in seiner Wohnung wurde er streng bewacht, durfte das
Haus normalerweise nicht verlassen und war vermutlich sogar angekettet.
In Kapitel 3 Vers 1 und in Kapitel 4 Vers 1 bezeichnet er sich als
der Gebundene im Herrn. Und hier in Kapitel 6 Vers 20
nennt er sich ein Botschafter in Ketten. Das war Paulus Situation. Und
wieso glaube ich, dass seine Bitte hier, an die Epheser für
ihn zu beten, so unglaublich demütig und selbstlos ist? Versetzt euch doch mal ganz kurz
in Paulus rein. Nehmt mal an, ihr schreibt einen
Brief an Freunde und bittet sie für euch zu beten. In seiner
Situation, als Gefangene in so einem Haus. Und was wäre euer Gebetsanliegen
Nummer 1? Ich vermute sehr stark, dass
euer Gebetsanliegen Nummer 1 ist, betet doch bitte dafür, dass
dieser Hausarrest, dass meine Gefangenschaft endlich endet. Paulus tut es nicht. Ja, er sagt,
bitte betet für Freiheit, aber er bittet nicht um Freiheit für
sich selbst, sondern er bittet für Freiheit für das Evangelium. Das Wort freimütig taucht zweimal
auf, einmal in Vers 19 und einmal in Vers 20. Paulus, und das ist
sein Anliegen, er möchte die innere Freimütigkeit, die innere
Freiheit haben, das Evangelium klar und offen zu predigen. Und das zeigt uns eine Sache,
die mich sehr getroffen hat in der Vorbereitung. Für Paulus ist die Botschaft
von Jesus Christus wichtiger als sein eigenes Wohlbefinden. Wenn wir darüber nachdenken,
dann ist Paulus sicherlich alles, nur kein Egoist. Und die Frage, die sich natürlich
jedem Einzelnen von uns dadurch stellt, ist, wie wichtig ist
mir? Und wie wichtig ist dir das Evangelium? Und wie wichtig ist uns im Gegensatz
dazu unser eigenes Wohlbefinden? Ich glaube, da haben wir alle
unser eigenes Leben unter den Prüfstand zu stellen. Aber das ist nicht alles. Paulus
fordert die Epheser ja dazu auf, für seine Verkündigung des Evangeliums
zu beten. Und heute heißt es natürlich
nicht für uns, dass wir für Paulus beten sollen, der ist ja längst
tot. Aber wir sollen genauso für die
Verkündiger des Evangeliums beten. Und wie sieht das heute aus?
Und auch da möchte ich euch zwei Anwendungen mit auf den Weg geben
oder sogar drei. Erstens, bitte betet für die
Verkündigung in der Gemeinde. Der Teufel hasst es von ganzem
Herzen, wenn sein Wort gepredigt, geglaubt und in die Tat umgesetzt
wird. Er findet es furchtbar. Und ich habe es euch schon mal
erzählt. Mir geht es so, dass ich gerade
sonntags morgens, bevor ich predige, besonders angefochten bin. Da merke ich, dass der Teufel
nicht will, dass ich predige. Betet im Vorfeld für die, die
am Sonntag das Wort Gottes verkündigen. Dann zweitens, betet für die
Missionare. Wisst ihr, Missionare verzichten
auf vieles, um ihr Leben komplett darauf auszurichten, Gottes Wort
zu verkündigen. Gerade in Völkern, die es noch
nie gehört haben. Als Gemeinde unterstützen wir
vier Missionarsfamilien. Betet für sie. Oder wenn ihr
andere Missionarsfamilien kennt, betet für die. Paulus zeigt uns, dass gerade
Menschen, die das Evangelium in Gegenden bringen, die es noch
nie gehört haben, unser Gebet nötig haben. Und drittens, betet für euch
selbst und für andere in der Gemeinde. Wisst ihr, Teil der
Waffenrüstung ist es, ich weiß nicht, ob ihr euch erinnert,
dass unsere Füße gestiefelt sind mit der Bereitschaft zum Zeugnis
für das Evangelium. Das ist Vers 15. Jeder von uns
ist tatsächlich dazu aufgerufen, in seinem Umfeld freimütig das
Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen. Warum machen wir das so selten?
Die Antwort ist, weil wir lieber unseren Mund geschlossen haben.
Paulus betet, dass der Mund ihm geöffnet wird. Wir haben ihn
lieber geschlossen. Wir haben Angst, was der oder
die andere von uns denkt. Wir haben Angst, den Stempel
Spinner zu bekommen. Ja, wir denken uns, oh Mann,
was wird der oder die jetzt von uns denken, wenn ich denen von
Jesus erzähle? Und gerade deswegen ist es so
wichtig, dass wir auch da für uns selbst und füreinander beten.
Wie können solche Gebete konkret aussehen? Zum Beispiel, Vater,
schenk du, dass XY mir vielleicht Fragen über den Glauben stellt. Ja, der Vorteil, wenn man gefragt
wird, kann man antworten, muss nicht selbst beginnen. Oder Vater, schenke du, dass
ich dann weiß, wenn mir eine Frage gestellt wird, was ich
sagen soll. Jesus hat seinen Jüngern einmal
für solche Situationen versprochen, Nicht ihr seid es, die reden,
sondern der Heilige Geist. Gott möchte uns ausrüsten durch
seinen Heiligen Geist, gerade wenn wir von ihm sprechen. Oder dass wir beten, Vater, ich
habe den Mut nicht, andere auf den Glauben und auf das Evangelium
anzusprechen. Ich kann mir selbst nicht vorstellen,
jemals diesen Mut zu haben, aber du lebst durch deinen Heiligen
Geist in mir und dir ist nichts unmöglich. Und diese Gebete kann
man eben auch nicht nur für sich selbst beten, sondern auch für
andere in der Gemeinde. Paulus hatte zuerst dazu aufgerufen,
für alle möglichen Anliegen zu beten und jetzt konkret für seine
Verkündigung. Aber Paulus geht es eben nicht
nur darum, dass er das Evangelium frei verkündigen kann, sondern
er bittet ganz konkret für die Verkündigung in einer Situation,
wo er wegen des Evangeliums verfolgt wird. Und daraus lernen wir,
dass ganz besonders die Menschen unser Gebet nötig haben, die
für ihren Dienst am Evangelium angegriffen, vielleicht gefangen
genommen oder sogar mit dem Tod bedroht werden. Und das ist mein
dritter und letzter Punkt. Kämpfe den geistlichen Kampf
als Beter, indem du ganz besonders für die verfolgten Verkündiger
betest. Ich habe ja eben über die Ängste
gesprochen, die wir oft haben, wenn wir darüber nachdenken,
soll ich dem oder der von Jesus Christus erzählen? Paulus kannte diese Befürchtung. Und seine Ängste, die waren sogar
noch wesentlich berechtigter als bei uns. Ja, bei uns geht
es ja heute in Deutschland nicht um Leben und Tod. Aber Paulus
wusste immer, wenn ich irgendeinem Gast oder irgendeinem Freund
in meinem Haus das Evangelium verkündige, dann hört jemand
mit, zum Beispiel die Soldaten, die ihn gerade bewachen. Und
wenn demjenigen das nicht passte, was Paulus sagte, dann bestand
durchaus die Gefahr, dass Paulus das auf Dauer nicht überleben
würde. Und wir sehen hier, dass Paulus
keine super geistliche Maschine war, ohne Angst und Gefühle.
Ich ziehe einfach mein Ding durch, egal was alle anderen denken
oder egal was mir droht. Ganz offensichtlich wusste Paulus
auch, dass sein Herz ihn manchmal davon abbringen könnte, freimütig
und ganz offen von Jesus zu reden. Und gerade deswegen bittet er
die Äffel sein, Vers 20, bitte betet dafür, dass mir der Mund
geöffnet wird, damit ich als Botschafter in Ketten freimütig
das verkündigen kann, was ich als Auftrag zur Verkündigung
bekommen habe. In anderen Worten, manchmal habe
ich tatsächlich Angst. Manchmal habe ich Befürchtungen.
Bete, dass ich den Mund aufkriege, selbst dann, wenn es mich mein
Leben kostet. Ja, aus Sicht der Römer muss
Paulus ein unglaublich loses Mundwerk gehabt haben. Ja, versetzen
wir uns doch einfach mal in zwei römische Soldaten hinein. Der eine hat schon länger den
Job, Paulus zu bewachen in seinem Haus, und der andere, der kommt
heute das erste Mal mit zu diesem Job. Und er fragt dann, ja, um
was geht's denn heute, was sollen wir machen? Dann sagt der Erfahrene,
ja, komm mit, wir sollen einen Staatsgefangenen des Kaisers
bewachen. Der andere, okay, krass, was
hat er denn verbrochen? Sagt der Erfahrene, das glaubst
du nicht. Okay, sag schon, was hat er denn gemacht? War er an
einer Verschwörung gegen den Kaiser beteiligt? Nee. Er kann nur einfach seinen
Mund nicht halten. Ja, dieser Mann ist jahrelang
von A nach B nach Y nach Z gelaufen im gesamten Imperium und hat
den Leuten irgendeine Geschichte von irgendeinem jüdischen Aufrührer
erzählt. Und in jeder zweiten Stadt hat
er damit einen Aufstand ausgelöst. Und wenn du mich fragst, dieser
Mann ist ein Irrer. Ja, der galt unter den Juden, das musst du
dir mal vorstellen, als der strahlende Newcomer, als der neue Theologe. Und das hat er alles weggeschmissen
für diese völlig absurde Geschichte, die er allen Leuten erzählt.
Und nicht einmal hier im Hausarrest, wo er doch schon mit dem Tod
bedroht ist, kriegt er es hin, seinen Mund zu halten. Aus der Sicht der Menschen um
Paulus herum war es eine absurde Botschaft. oder eine große Torheit,
wie er im ersten Korintherbrief schreibt. Aber für ihn ist es
das Geheimnis des Evangeliums, die einzige Botschaft, die einen
Ausweg aus Sünde und Tod aufzeigt. Und diese Botschaft war ihm wichtiger
als sein eigenes Leben. Und deswegen, deswegen sollen
die Epheser dafür beten, dass er den Mund aufkriegt. Der Chinese Wang Yi, wurde bereits
mit 30 Jahren im Jahr 2004 zu einem der 50 bedeutendsten und
einflussreichsten Chinesen gewählt. Ihm standen karrieretechnisch
alle Türen offen, er hatte den Segen der kommunistischen Partei. Aber nur ein Jahr später hatte
Gott anderes mit ihm vor. Wang Yi wurde Christ. Er ging
in die USA, studierte dort Theologie und kehrte in sein Heimatland
zurück. Dort angekommen gründete er eine
reformierte Gemeinde, die Early Rain Covenant Church in der Stadt
Chengdu. Nur gut zehn Jahre später, im
Jahr 2018, hatte die Gemeinde bereits mehr als 700 Mitglieder. Am 9. Dezember 2018 wurde er
und mit ihm über 100 weitere Gemeindemitglieder inhaftiert. Viele andere aus der Gemeinde
wurden unter Hausarrest gestellt und von der Polizei schikaniert. Die Gemeinde wurde von einem
auf den anderen Tag aufgelöst, das Gebäude, wo sie sich getroffen
haben, beschlagnahmt. Aber Wang Yi war davon nicht
besonders überrascht. Bereits zwei Monate vor seiner
Gefangennahme hat er eine Erklärung verfasst, die die Gemeinde veröffentlichen
sollte, falls er ins Gefängnis kommen würde. Und wisst ihr,
was er unter anderem in dieser Erklärung geschrieben hat? Er schreibt, ich hoffe, dass
Gott mich gerade dadurch, dass ich meine persönliche Freiheit
verliere, dazu gebraucht, dass ich denen, die mir meine persönliche
Freiheit genommen haben, erzählen kann, dass es eine höhere Autorität
gibt als ihre Autorität. Und dass es eine Freiheit gibt,
gegen die Ketten nichts ausrichten können, eine Freiheit, von der
die Gemeinde des gekreuzigten und auferstandenen Christus erfüllt
ist. Wie Paulus stand auch dem jungen
Wang Yi die Welt offen. Aber Gott hatte anderes mit ihm
vor. Kurze Zeit später wurde er zu
neun Jahren Gefängnis verurteilt, angeblich wegen Hetze gegen den
Staat. Und seitdem gibt es nur ein einziges
Lebenszeichen von ihm, nämlich ein undatiertes Foto, wo man
ihn mit Handschellen im Gefängnis sieht. Wisst ihr, Wang Yi ist ein Botschafter
in Ketten der heutigen Zeit. Und was wir für Männer und Frauen
wie ihn tun können, ist, dass wir ganz besonders für sie beten. Hier geht die Geschichte von
Paulus und seiner Bitte um die Gebete der Epheser weiter. Wisst ihr, wir haben keinen zweiten
Epheserbrief, wo Paulus dann vielleicht hätte schreiben können,
liebe Epheser, ich habe euch ja damals gebeten, für mich zu
beten. Ihr habt das gemacht. Gott hat
die Gebete erhört. Mir wurde der Mund geöffnet. Und doch finden wir eine Antwort
auf diese Frage. Denn es gibt Lukas, einen guten
Freund von Paulus, und er hat Teile des Dienstes des Paulus
aufgeschrieben. Diesen Bericht kennen wir als
die Apostelgeschichte. Und diese Apostelgeschichte endet
mit einem Bericht über genau diesen Hausarrest von Paulus,
aus dem er sehr wahrscheinlich den Epheserbrief geschrieben
hat. Und da heißt es in Apostelgeschichte
28, in den Versen 30 und 31. Paulus aber blieb zwei Jahre
in seiner eigenen Mietwohnung und nahm alle auf, die zu ihm
kamen. Und schrieb vermutlich den Epheserbrief. Und dann heißt es weiter in Vers
31. Und er verkündigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn
Jesus Christus mit aller Freimütigkeit und ungehindert. Anscheinend haben die Epheser
gebetet, denn Gott hat das Gebet erhört. Paulus sehnte sich nach
der Freimütigkeit, das Evangelium zu verkündigen. Das schreibt
er im Epheserbrief. Und Gott erhörte das Gebet der
Epheser um Freimütigkeit, so schreibt Lukas in seiner Apostelgeschichte. Möge dieser Gott der Gebete erhört,
jeden von uns dazu motivieren, mit demselben mit vollem Einsatz
zu beten. Amen.
Kämpfe den geistlichen Kampf als Beter
Series Epheser
Kämpfe den geistlichen Kampf als Beter...
...indem du allezeit für alle und alles betest
...indem du besonders für die Verkündigung des Evangeliums betest
...indem du ganz besonders für die verfolgten Verkündiger betest
| Sermon ID | 98228164754 |
| Duration | 42:21 |
| Date | |
| Category | Sunday Service |
| Bible Text | Ephesians 6:18-20 |
| Language | German |
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