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Gnade sei mit euch und Friede
von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Das Wort Gottes bringe ich Ihnen
heute aus dem ersten Timotheus Brief und zwar ersten Timotheus
Kapitel 1, die Verse 3 bis 5. Ich lese aber um des Zusammenhangs
willen ab Vers 1 und dann bis Vers 13. Wir hören das Wort Gottes aus
dem ersten Timotheusbrief. Paulus, Apostel Jesu Christi,
nach dem Befehl Gottes, unseres Retters, und des Herrn Jesus
Christus, der unsere Hoffnung ist. Antimotheus, mein echtes Kind
im Glauben. Gnade, Barmherzigkeit, Friede
sei mit dir von Gott, unserem Vater, und Christus Jesus, unserem
Herrn. Ich habe dich ja bei meiner Abreise
nach Mazedonien ermahnt, in Ephesus zu bleiben, dass du gewissen
Leuten gebietest, keine fremden Lehren zu verbreiten und sich
auch nicht mit Legenden und endlosen Geschlechtsregistern zu beschäftigen,
die mehr Streitfragen hervorrufen, als göttliche Erbauung im Glauben. Das Endziel des Gebotes aber
ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem
Glauben. Davon sind einige abgeirrt. Sie haben sich unnützem Geschwätz
zugewandt, Sie wollen Lehrer des Gesetzes
sein und verstehen doch nicht, was sie verkünden und als gewiss
hinstellen. Wir wissen aber, dass das Gesetz
gut ist, wenn man es gesetzmäßig anwendet und berücksichtigt,
dass einem Gerechten kein Gesetz auferlegt ist, sondern Gesetzlosen
und Widerspenstigen, Gottlosen und Sündern, Unheiligen und Gemeinen,
Solchen, die Vater und Mutter misshandeln, Menschen töten,
Unzüchtigen, Knaben schändern, Menschen räubern, Lügnern, Meineidigen
und was sonst der gesunden Leere widerspricht. nach dem Evangelium
der Herrlichkeit des glückseligen Gottes, das mir anvertraut worden
ist. Darum danke ich dem, der mir
Kraft verliehen hat, Christus Jesus, unserem Herrn, dass er
mich treu erachtet und in den Dienst eingesetzt hat, der ich
zuvor ein Lästerer und Verfolger und Frevler war. Aber mir ist Erbarmung widerfahren,
weil ich es unwissend, im Unglauben getan habe. Wie gesagt, wir wollen uns in
der Wortverkündigung auf die Verse 3 bis 5 konzentrieren. Gemeinde unseres Herrn Jesus
Christus. Der erste Timotheusbrief ist
ein Buch über die Gemeinde. In diesem Brief werden Fragen
beantwortet wie, wozu ist eigentlich eine Gemeinde da? Was soll sie
eigentlich? Was für Sinn und Zweck hat eigentlich
eine Ortsgemeinde? Gibt es Prioritäten im Aufgabenfeld
einer Gemeinde? Oder auch, wie soll eine Gemeinde
umgehen mit den Gaben, die sie hat? Und wenn wir auf diese oder ähnliche
Fragen Antworten bekommen wollen, Antworten, die von Gott kommen,
nicht von Menschen, dann sollten wir diesen Brief einmal studieren. Im ersten Timotheusbrief, wie
auch in den anderen Pastoralbriefen, also im zweiten Timotheusbrief
und auch im Titusbrief, da wird uns geschildert, wie das Gemeindeleben
im ersten Jahrhundert aussah. Also so ungefähr 25, 30 Jahre
nach der Kreuzigung und der Auferstehung und der Himmelfahrt unseres Herrn
Jesus Christus. Aber wir bekommen auch Anweisungen,
Es wird uns auch gesagt, wie es sein soll. Der erste Timotheusbrief ist
keineswegs nur beschreibend, deskriptiv, sondern er ist vorschreibend,
präskriptiv. Und in den ersten Versen des
ersten Timotheusbriefes schreibt Paulus, dass ein Dienst verankert
ist, nicht in Menschen. sondern, wie heißt es gleich
am Anfang, in Gott und in seinem Sohn Jesus Christus. Gott, er
ist unser Retter. Und Jesus Christus, er ist unsere
Hoffnung. Der Apostel Paulus hatte niemals
Nach dem Ereignis auf der Straße nach Damaskus vergessen, was
Christus ihm damals verkündet hatte. Saul, Saul, was verfolgst
du mich? Es wird dir schwer werden, gegen
den Stachel auszuschlagen. Dann ging er in die Stadt Damaskus
hinein. Naja, er ging eigentlich nicht,
er wurde geführt, denn inzwischen war er blind geworden. Dort empfing ihn Ananias, ein
gottesfürchtiger Mann. Der gab ihm folgende Botschaft. Ich zitiere. Der Gott unserer Väter hat dich,
Paulus, zuvor bestimmt. seinen Willen zu erkennen und
den Gerechten zu sehen und die Stimme aus seinem Mund zu hören. Denn du sollst bei allen Menschen
ein Zeuge für ihn sein von dem, was du gesehen und gehört hast."
Das war der Auftrag von Paulus. Danach Jahren, Paulus war inzwischen
in die Wüste gegangen, alleine. Aber nach Jahren, Paulus lebte
inzwischen in Antiochien. Da sprach der Heilige Geist in
der Gemeinde, zu der Gemeinde, vermutlich eine prophetische
Botschaft. Und die Botschaft lautete, sondert
mir Barnabas und Paulus ab zu dem Dienst, zu dem ich sie berufen
habe. geschah dann. Darauf zogen die
beiden Männer los. Zunächst nach Zypern, dann weiter
auf das Festland nach Pisidien und dann ins Innere nach Galatien,
nach Lystra, nach Derbe. Menschen fanden zu Christus.
Es entstanden Gemeinden. Dann auf der zweiten Missionsreise
kam Paulus erneut durch Kleinasien. Dieses Mal inzwischen begleitete
den Paulus nicht Barnabas, sondern Silas. Er kam wieder nach Lystra. Und dort in Lystra traf Paulus
auf einen jungen Mann damals. Dieser junge Mann hatte von seiner
Mutter Und von seiner Großmutter das Wort Gottes von Kindheit
angehört. Welch ein Vorrecht. Das war Timotheus. Paulus wird auf diesen Mann aufmerksam. Und von da an nimmt er diesen
Timotheus mit auf seine Reisen. Und in den darauf folgenden Jahren,
da entwickelte sich eine sehr enge Dienstgemeinschaft. die
bis zum Ende hielt. Übrigens ist das nicht immer
so. Auf der ersten Missionsreise,
ich sagte es schon, waren Barnabas und Paulus zusammen. Dann gab
es zwischen den beiden einen Krach. Es ging um Johannes Markus. Johannes Markus hatte sie auf
der ersten Missionsreise verlassen. Barnabas wollte Johannes Markus,
das war sein Neffe, auf die zweite Reise wieder mitnehmen. Und Paulus
sagte, nein, auf den kann man sich nicht verlassen. Dienst im Reich Gottes ist kein
Egotrip. So kam es zum Krach zwischen
den beiden. Das bedeutete, dass jetzt zwei
Missionsgruppen loszogen Barnabas mit Johannes Markus und Paulus
nahm sich Silas mit und dann Timotheus. Übrigens später änderte
Paulus seine Meinung über diesen Johannes Markus. Gleich hier in den ersten Versen
des Briefes legt Paulus seinen Finger darauf, was die Grundlage
des Dienstes im Reich Gottes eigentlich ist. Und das ist,
erstens, Gott ist der Retter. Das ist der Inhalt der Botschaft,
die wir zu verkündigen haben. Und zweitens, Jesus Christus,
er ist unsere Hoffnung. Unsere Perspektive ist nicht
auf das Irdische gerichtet, sondern auf das Himmlische. Unser Blick muss hinausgehen
über das Hier und Jetzt. Wir haben uns zu beschäftigen
mit dem Hier und Jetzt, aber die letzte Perspektive ist der
Himmel. Und die Quelle Aus der Paulus
dient und aus der auch Timotheus dienen durfte, das wird uns dann
auch in Vers 2 gleich gesagt. Gnade, Barmherzigkeit, Friede
von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Timotheus, hast du das verstanden? aus welchen Quellen auch du arbeiten
sollst, nicht aus deinem eigenen Vermögen, nicht aus deiner Ausstrahlung. Wer sich einbildet, so im Reich
Gottes zu dienen, der wird auf die Nase fallen, er wird grauenhaft
auf die Nase fallen, bis er kapieren wird. Die Quellen aus denen ich
lebe, aus denen ich arbeite und diene, das sind nicht meine Quellen,
sondern das ist Gnade, Barmherzigkeit und Friede von Gott, dem Vater
und von unserem Herrn Jesus Christus. Ihr Lieben, stellen wir uns einmal
vor, uns würden so vier Seiten vielleicht fünf zur Verfügung
stehen. So lang ist ungefähr der erste
Timotheusbrief. Und wir sollten einem jungen
Pastor, einem jungen Wortverkündiger, vielleicht auch erst einem jungen
Theologiestudenten, der im Begriff steht, in den Dienst dem Reich
Gottes zu treten, einiges über sein Aufgabenfeld sagen. Über seinen Dienstbereich. Welche
Arbeiten kommen auf ihn eigentlich jetzt konkret zu? Was soll er alles können? Was ist für seinen Dienst unverzichtbar? Was für einen Gemeindeleiter
benötigen wir eigentlich? Welche Eigenschaften soll er
haben? Was würden wir ihm dann schreiben? Wo würden wir anfangen? Man muss vor allem dafür sorgen,
dass wir uns in der Gemeinde wohlfühlen, ein lockerer Typ. Ihr Lieben, was auch immer wir
vermutlich schreiben würden, es ist etwas anderes, als was
Paulus schreibt, was Paulus an Timotheus schreibt. Vielleicht würden wir auch beginnen
mit Timotheus das Wichtigste. Was wir von einem Pastor erwarten,
das ist, du musst auf Menschen offen zugehen. Ein guter Rat,
ein biblischer Rat. Paulus gibt auch ähnliche Anweisungen
dem Timotheus, aber viel später im Brief. Du stehst bei ihm keineswegs
oben an. Damit fängt er nicht an. Vielleicht würden wir auch sagen,
ein Hirte. Das ist jemand, dessen Dienst
vor allem in seiner Kammer ist, wo er für die Gemeinde vor Gott
eintritt und betet. Timotheus, was auch immer du
sonst noch tust, bete, bete für die, die dir anvertraut sind. Bringe sie vor den Thron Gottes
im Gebet. Nichts ist wichtiger, als dass
du für sie im Kämmerlein einstehst. Zweifellos. Eine gute Anweisung. Es ist eine
biblische Anweisung. Und wehe dem Hirten, der das
nicht macht. Der Apostel Paulus gibt diese
Anweisung, aber nicht am Anfang. Erst viel später im Brief kommt
er auch darauf. Der Apostel beginnt seinen Brief
auf eine völlig andere Weise. Das erste worauf er hinweist
ist, ein Hirte der Gemeinde hat falsche Lehre zu bekämpfen. Hätten wir das gedacht? Der Apostel Paulus beginnt hier
so überraschend dass wir vermutlich darauf nie gekommen wären, oder? Wir hätten gesagt, naja gut,
irgendwie gehört das auch dazu, dass er auch mal seine Stimme
erhebt und seine Meinung sagt zu Entwicklungen in der Gemeinde,
die vielleicht schieflaufen können. Aber Priorität, bitteschön. Aber genau wie es keineswegs
die Aufgabe eines Schafhirten ist, den Schafen fressen zu geben,
fressen können die in der Regel alleine auf der Weide, sondern
die Schafe vor Gefahren zu bewahren, vor Wölfen. Genauso verhält sich das auch
in der Gemeinde. Timotheus, wenn der Wolf kommt,
dann zeigt sich, ob du ein Hirte bist oder ein Mietling, ob du
dann abhaust, das Weite suchst, oder ob du für die Herde in die
Bresche springst und kämpfst. Wenn der Apostel Paulus mit dieser
Anweisung beginnt, dann wird uns damit zunächst einmal gezeigt,
wie gefährlich falsche Lehre ist. Wie wichtig gesunde Lehre
ist. Lehre ist nicht etwas Nebensächliches. Lieben, wenn das doch endlich
einmal eine Gemeinde begreifen würde. Es geht uns heute Morgen in dieser
Predigt, Verse drei bis fünf, um zwei Punkte. Ich habe nur
zwei Punkte. Erstens, es ist eine negative
Ermahnung. Abwehr. Und zweitens eine positive
Ermahnung. Erbauung. Ich habe diese Predigt überschrieben
mit dem Titel einer Zeitschrift, die Charles Helen Spurgeon im
19. Jahrhundert herausgab. Wenn man das übersetzen will,
kann man sagen Schwert und Kelle, Abwehr und Aufbau. Spurgeon übernahm diese beiden
Worte aus dem Buch Nehemiah. Das Buch Nehemiah schildert uns,
wie das Volk Gottes nach der babylonischen Gefangenschaft
die Mauer Jerusalems aufbaute. Und an ihrer Hüfte baumelte das
Schwert, um gegebenenfalls die Feinde abzuwehren, die zu Hauf
waren. Und in der Hand hatten sie die
Kelle, um an der Mauer Stein und Stein aufzubauen. Und so lautet das Thema der heutigen
Predigt Schwert und Kelle. Der Dienst eines Wortverkündigers,
der Dienst am Wort Gottes. Erstens also negativ, eine negativ
gerichtete Ermahnung, die Verse 3 und 4, Und dann zweitens die
positiv gerichtete Ermahnung, Vers 5. Ja, der Apostel beginnt
mit einer negativ gerichteten Ermahnung. Ich habe dich ja bei meiner Abreise
nach Mazedonien ermahnt, in Ephesus zu bleiben, damit du gewissen
oder bestimmten Leuten gebietest, keine Fremden, keine Fremdartigen,
das ist der Sinn dieses Wortes, Lehren zu verbreiten und sich
auch nicht mit Legenden, hier steht Mythen im Griechischen,
und endlosen Geschlechtsregistern zu beschäftigen, die mehr Streitfragen
hervorbringen als göttliche Erbauung im Glauben. Die Kernaussage ist
deutlich, oder? Timotheus, achte darauf und sorge
dafür, dass in der Gemeinde nicht fremdartige Ideen und Lehren
einbrechen. Timotheus, es gehört zu deinem
Dienst, gegen Wölfe zu kämpfen. Mal ganz ehrlich, hätten wir
erwartet, Dass Paulus so auf diese Weise seinen Brief an einen
jungen Mann beginnt, können wir uns das in unserer postmodernen
Zeit überhaupt noch vorstellen? Dass es so etwas wie Wahrheit
im Gegensatz zu Unwahrheit und Irrlehre gibt? Und schließlich, dass Wahrheit
überhaupt etwas Wichtiges ist? Das ist doch alles nur Schaumschlägerei. Man achtet nur noch darauf, was
möglichst locker ankommt oder wie man selbst ankommt. Wenn man das am besten schafft,
indem man irgendwelche Nebelkerzen schleudert, na ja gut, dann macht
man das eben so. Der Apostel Paulus weiß, dass
falsche Lehre abweichen von der gesunden Lehre, ein Leben, eine
Gemeinde ruinieren kann. Falsche Lehre führt immer zu
einem falschen Leben. Darum, Timotheus, der Grund schlechthin,
warum ich darauf bestand, dass du in Ephesus jetzt erst einmal
bleibst, während ich dann ohne dich nach Mazedonien weitergezogen
bin, war, dass du die Gemeinde vor falschen Lehren und vor falschen
Lehrern schützt. Gleich darauf erläutert er auch,
was typische Kennzeichen falscher Lehren sind. Falsche Lehre erkennst du daran,
so schreibt es Paulus hier, dass sie spekulativ sind. und dass
sie zu eitlen Gedankengebäuden und Gedankenkonstruktionen führen. Falsche Lehren führen darüber
hinaus in endlose Dispute hin und her und her und hin. Man kann sich so richtig toll
da hineinsteigern in die Mythen und in die Geschlechtsregister,
wie es Paulus hier schreibt. Auf der Rückreise von seiner
dritten Missionsreise kam Paulus noch einmal nach Kleinasien. Er fuhr auf einem Schiff. Wir
hatten es vorhin gelesen. Das Schiff ging in Milet vor
Anker. Dort musste die Ladung gelöscht
werden. Er hatte dort ein paar Tage Aufenthalt.
Und er ordnete an, dass die Ältesten von Ephesus noch einmal ihn treffen
und zu ihm kommen. Er will ihnen noch einmal Wegweisung
geben. Er weiß, es wird das letzte Mal
sein. Und unter anderem sagt Paulus,
wir lasen diese Rede vorhin in der ersten Schriftlesung, es
werden verderbliche Wölfe zu euch hineinkommen. Und aus euch
selbst werden Männer aufstehen, die versuchen werden, Menschen
hinter sich herzuziehen. Das Kennzeichen schlechthin von
Irrlehrern ist, dass sie Menschen hinter sich her haben wollen. Sie sollen ihnen folgen. Auch ihren, zum Teil bizarren,
spekulativen und fantastischen Ideen. Ihre Botschaft lautet im Kern,
folge mir nach. Dann kriegst du Dinge mit, die
kitzeln dir in den Ohren. Wir würden heute sagen, da schlackerst
du mit deinen Ohren. Kennen wir solche Leute? Nicht selten habe ich sie am
Telefon Häufig wieder einmal, wenn eine bekennende Kirche herausgekommen
ist. Paulus schreibt hier Timotheus,
Gebiete den Leuten keine fremden Lehren zu verbreiten. Ja, wir
haben richtig gehört. Gebiete. Das ist ein Wort aus der Militärsprache. Da gibt es keinen Widerspruch. Darüber wird nicht mehr diskutiert.
Das wird jetzt so gemacht. Es geht hier schlicht um die
Frage, erlaube ich Menschen, die vielleicht mehr getrieben
sind, als ihnen das selbst klar ist, eine Gemeinde mit ihren
Ansichten zu verderben oder nicht? Timotheus, eines muss dir von
Anfang an klar sein. Wahrheit. ist wichtig. Falsche Lehre zeichnet sich dadurch
aus, dass sie die Leute immer mehr wegzieht von den Kernwahrheiten
christlicher Jungerschaft. Der Apostel Paulus weiß, es ist
lebensnotwendig für einen verantwortlichen Dienst in der Gemeinde dass wir
zwischen Wahrheit und Lüge wirklich unterscheiden, um die Leute vor
Irrwegen zu bewahren. Man hört heute immer wieder im
Raum der Gemeinde oder auch als Tipp von Lesern der bekennenden
Kirche nicht so negativ positiv predigen. Gute Gefühle verbreiten. Die Atmosphäre muss positiv sein,
sonst lesen die Leute das sowieso nicht oder hören nicht zu. Ich glaube, dass die Heilige
Schrift hier anders spricht. Aber noch einmal, hier geht es
nicht um ein Entweder-oder. Vielmehr haben wir das eine zu
tun und das andere nicht zu lassen. Abwehr und Aufbau. Schwert und Kelle. Im Licht dieses Wortes geht es
darum, dass jemand, der verantwortlich in der Gemeinde auch gegebenenfalls
sehr deutlich sagt, nein, gelegentlich, nicht immer, aber auch, so nicht,
so etwas wird hier nicht gelehrt. Wir haben die Menschen in der
Gemeinde Nicht nur positiv zu lehren, was richtig ist, was
Wahrheit ist, sondern auch, was falsch ist. Gebiete, schreibt
Paulus. Wir haben sie zu lehren, worin
auch der Unterschied besteht zwischen Wahrheit und Irrtum. Wir haben ihnen zu helfen, das
zu verstehen. worin der Unterschied zwischen
Wahrheit und Irrtum besteht. Und das ist nicht immer leicht. Denn das Elend ist, dass Irrtum,
Irrlehre immer im Trend der Zeit liegt. Aber es muss uns auch klar sein,
die Wahrheit, sie gewinnt nicht einfach dadurch, dass wir sie
mal kurz erwähnen. Ich hab's doch gesagt. Dieser Illusion möchte man sich
gerne hin und wieder auch hingeben, als Wortverkündiger. Nicht wir
alle wollen das gerne glauben, wer will schon Spannungen aushalten. Ich sage jetzt einfach mal, wie
das ist mit der Wahrheit und dann ist alles okay. Die Kirchengeschichte hat gezeigt,
dass das so einfach nicht möglich ist. Als die Reformatoren im
16. Jahrhundert aufstanden, da sagten
sie nicht nur, was richtig ist, was das Evangelium ist, sondern
sie deckten auch auf, was falsch ist. Sie sagten auch so nicht. Und sie dachten hier vor allem
an die römisch-katholische Bußlehre. Dann komme ich zum zweiten Punkt. Nein, ihr Lieben, es reicht keineswegs,
wenn wir immer nur sagen, das ist falsch und jenes ist falsch
und das auch noch. Es reicht keineswegs, wenn man
an allem immer nur herummäkelt und sich dann vielleicht sogar
ein bisschen besser fühlt. Schauen wir doch einmal hinein
und lesen, was in Vers 5 geschrieben steht. Das Endziel des Gebotes
aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem
Glauben. Der Apostel Paulus nennt hier
das Ziel allen Dienstes in der Gemeinde. Demontrius, was ist das, worauf
dein gesamtes Arbeiten und Dienen hinzielt? Der Dienst der Verkündigung,
ja, er ist Erbauung, er ist göttliche Erbauung, wie es am Ende von
Vers 4 heißt. Er zielt auf, ja, Liebe. Das ist das Endziel. Unsere Verkündigung ist also
letztlich nicht darauf gerichtet, dass jemand in einer Gemeinde
irgendeinen Mitgliedsantrag oder sowas ausfüllt. Ist auch schön,
ja. Aber das ist nicht das Endziel. Es geht in unserem Dienst letztlich
auch nicht darum, noch mehr biblische Fakten zu erfahren. Ist auch schön. Aber das ist nicht das letzte
Ziel. Mitgliedschaft. verbindliche
Mitgliedschaft und dann eben auch Mitarbeit und verbindliche
Mitarbeit. Straßeneinsatz, gestern. Das ist gut. Das ist wichtig. Bibelkunde. Intensive Bibelkunde,
das ist gut und das ist wichtig. Es ist unverzichtbar, dass wir
uns in der Bibel auskennen und ihr natürlich glauben. Aber das Endziel, Also das, worauf
der Dienst der Verkündigung, der Dienst der Wahrheit schlussendlich
hinausläuft, das ist Liebe. Der Apostel betont dieses durch
den Heiligen Geist, weil sich genau hier eine gravierende Kluft
zu den falschen Lehrern auftut. Nicht ein falscher Lehrer, er
wird erstens versuchen, dass du ihm folgst und er wird zweitens
versuchen, dass du mit ihm irgendwie übereinstimmst. Ein falscher Lehrer, der kümmert
sich nicht wirklich um dich, um dein Leben. Er ist nicht wirklich interessiert
an einer Änderung deines Lebens durch Gnade. Er möchte eher,
dass du spekulative Dinge glaubst, die er verbreitet, dass du von
ihm fasziniert bist. Paulus weist den Timotheus darauf
hin. Timotheus, dazu bist du nicht
da. Mehr noch, Leute, die so etwas
treiben in der Gemeinde, denen hast du die Tür zu weisen. Wozu
du da bist, das ist, um die Wahrheit zu sagen, die einmündet in ein
Leben der Liebe. Übrigens sagt der Apostel damit
dasselbe, dass auch unser Herr und Heiland Jesus Christus verkündete. Wir kennen die Begebenheit alle.
Da kam ein Gesetzesgelehrter zu unserem Herrn. Er fragte ihn,
was ist das größte Gebot im Gesetz? Worum geht es eigentlich im Gesetz? Nicht bei all den Paragraphen
und Geboten und so weiter. Das ist fast der Kern. Die Antwort, die der Sohn Gottes
gibt, ist, wir kennen sie alle. Du sollst Gott lieben und deinen
Nächsten lieben. Daran hängt das gesamte Gesetz
und die Propheten. Im Grunde wird diese Aussage
des Herrn an diesen Gesetzeslehrer durch das, was wir hier in 1.
Timotheus 1, Vers 5 lesen, noch einmal bestätigt. Es wird bezogen auf die Arbeit
von Timotheus dort in der Gemeinde in Ephesus. Und darum geht es zuletzt. Das ist das Ziel, das ist der
Sinn deines Lebens, Gott zu lieben und deinen Nächsten. Das Ziel all unseres Predigens,
all unseres Dienstes, all unseres Lehrens, das Ziel all unserer
Bibelarbeiten ist, dass Menschen Gott lieben. von ganzem Herzen, von ganzer
Seele, von ganzem Gemüt, mit aller Kraft. Gott lieben. Gott lieben. Liebe ist nicht der Weg, auf
dem wir gerettet werden. Aber wenn wir gerettet werden
durch Gnade mittels des Glaubens, dann ist die Frage nach dem Ziel,
nach dem Zweck, nach der Ausrichtung unseres Gerettet-Worden-Seins
in unserem Leben, das Ziel unserer Errettung, Das ist, dass du ganz
und gar da bist, vor dem stehst, dem dienst, zu dem du geschaffen
worden bist für Gott. Gott zu lieben. Gott lieben und unseren Bruder. Johannes schreibt einmal im ersten
Johannesbrief, Kapitel 4, Vers 20, du sagst, du liebst Gott. Prima, schön. Aber da ist ein
Problem. Du kannst Gott nicht sehen. Mit anderen Worten, zu sagen,
ich liebe Gott, das kann jeder sagen. Aber schön. Auf jeden Fall kannst du schon
einmal anfangen zu trainieren, was das heißt, Gott zu lieben. Du kannst anfangen zu üben an
deinem Bruder, an deiner Schwester in der Gemeinde, im Dienst für
andere. An diesem Doppelgebot hängt das
gesamte Gesetz und die Propheten. Der Apostel Paulus betont sehr
häufig die Liebe in seinen Briefen. Nicht zum Beispiel, ich sage
mal eine Stelle, Epheser 5, Vers 25. Da richtet er das Wort an
die Ehemänner. Ihr Männer, liebt eure Frauen,
gleich wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und sich
selbst für sie hingegeben hat. Haben wir gehört? Hingeben. Opfern. Du sagst vielleicht heute Morgen,
ich möchte lernen, was Liebe ist. Erklär mir, Liebe. Schau auf deinen Retter. Schau auf den, der sich für dich
hingegeben hat. Da kannst du es lernen. 1. Korinther 13, Paulus sagt nichts
anderes, als dass die Liebe so grundlegend ist, dass es ohne
Liebe kein christliches Leben gibt. Im Gegensatz zu den falschen
Lehrern. Die wollen, dass du an irgendwelche
abgefahrenen Dinge glaubst und ihnen nachfolgst. zielt die Wahrheit
des Evangeliums auf Änderung deines Lebens. Weg von deinem
Ego-Trip, hin dazu, Gott zu lieben und deinen Nächsten. Aber wie sieht diese Liebe jetzt
praktisch aus? Und Paulus erklärt es. Es ist
Liebe aus reinem Herzen, aus einem guten Gewissen und in einem
ungeheuchelten Glauben. Schauen wir uns das mal im Einzelnen
an. Liebe aus reinem Herzen. Was ist damit gemeint? Liebe aus reinem Herzen. Herz. Ist damit Emotionalität
gemeint? Nicht so sprechen wir ja häufig
über das Herz. Gefühl. Gefühl ist alles. Die Bibel meint mit Herz etwas
anderes. Herz, das ist das Zentrum unseres
Lebens. Von unserem Herzen sind die Ausgänge
des Lebens, so sagt es einmal Salomo in Sprüche 4, Vers 23.
Das Herz im Sinn der Bibel, das ist der Kern, es ist der Mittelpunkt
unseres Daseins. Woraus leben wir? Was meint Liebe aus reinem Herzen? Das heißt zunächst einmal, dass
der Dienst der Verkündigung, Timotheus, sich immer an den
Kern der menschlichen Existenz wendet, an das Herz. Wir predigen dem Herzen und damit
dann dem Verstand, deinem Willen und deinem Verlangen. Und wenn hier betont wird, dass
es um Liebe geht aus reinem Herzen, dann ist das deswegen betont,
weil eins bei uns klar ist, dass wir von unserer Natur aus unrein
sind. dass unser Herz verdorben ist,
listig, tückisch, böse. Das Herz ist so verdorben, dass
wir von Natur aus Gott und unsere Nächsten hassen und nur einen
lieben, uns selbst. Da war David. Er dachte vielleicht wirklich,
Die Batzeva, die liebe ich. Und er arrangierte alles so,
dass er sie sich nehmen konnte. Sie war verheiratet mit einem
anderen Mann, Uria. Aber so what? Dann musste er
eben aus dem Weg geräumt werden. Liebe? Merken wir, David bildete sich vielleicht
ein, vermutlich sogar, Mensch, ich liebe diese Frau. In Wahrheit liebte er sie nicht.
Er war vielleicht scharf auf sie. Liebe, die diesen Namen
verdient, die muss aus reinem Herzen kommen. Sie muss wirklich
das Du meinen. Erinnern wir uns daran, was David
nach dem Ehebruch betete. Schaffe ihn mir, Gott, ein reines
Herz. Ihm wurde plötzlich klar, was
für Beweggründe ihn getrieben hatten. Liebe, sie muss aus einem
reinen Herzen kommen. David begriff das danach. Übrigens ist das ein Grund, warum
wir gar nicht durch unsere Werke, durch unsere Liebe gerettet werden
können. Eben, weil wir Gott und unsere
Nächsten nicht lieben. Können wir gar nicht. Deswegen können wir auch nicht
durch das Halten der Gebote gerettet werden. Denn wir sind verdorben. Durch und durch. Unser Herz ist nicht rein. Darum
flehte David Gott an, um ein reines Herz. Du kannst so lange nicht lieben,
bis dir Gott in seiner Gnade durch die Gabe seines heiligen
Geistes ein neues Herz gegeben hat und einen neuen Geist. Eben, dass du dann endlich, endlich
von dir weg gucken kannst auf Gott und auf deinen Nächsten. Hingabe. Opfer. Zweitens, die Liebe, von der
der Apostel hier spricht, ist Liebe aus gutem Gewissen. Was ist ein gutes Gewissen? Wenn das Neue Testament von Gewissen
spricht, Dann meint sie, die Instanz im Menschen, die aufgrund
der Normen, die er empfangen hat, ihm sagt, was richtig und
was falsch ist. Aufgrund der Normen, die er von
woanders her empfangen hat. Das Gewissen ist nicht eine Quelle,
aus der ich weiß, was gut und böse ist, sondern Träger. Die Informationen darüber, was
richtig und falsch ist, muss ich von irgendwo anders her bekommen. Und wenn es von den Normen Gottes,
also aus dem Wort Gottes gespeist ist und seine Maßstäbe von dort
her empfängt, dann ist es ein gutes Gewissen. Dann machst du dir nicht mehr
deine eigenen Regeln, dann hast du deine Normen von Gott empfangen. In den 60er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts, das ist schon eine gewisse Zeit her, da kam aus
Amerika hier nach Deutschland, nach Europa, herüber die sogenannte
Situationsethik. Die Kernbotschaft der Situationsethik
war, Liebe hat überhaupt keine Normen und Gebote, sondern sie
legt ganz alleine fest, was richtig ist, was falsch ist, ohne sich
an irgendwem zu orientieren. Wenn ich dann eben plötzlich
eine Frau finde und ich den Eindruck habe, ich liebe sie, naja, warum
nicht ab in die Kiste? Denken wir noch einmal an die
Geschichte Davids mit Bathseba. Ich bin davon überzeugt, dass
David die Bathseba unbedingt haben wollte. Aber als Nathan zu ihm kam, war
klar, David, was du getan hast, ist Sünde. Liebe. Liebe verdient nur dann
diesen Namen, wenn sie aus einem guten Gewissen kommt. Das heißt, aus einem Gewissen,
das sich an den Geboten Gottes orientiert, nicht an meinen Gefühlen. Drittens, die Liebe, von der
Paulus hier spricht, ist Liebe aus einem ungeheuchelten Glauben. Warum schreibt Paulus das so?
Ungeheuchelter Glaube. Ein ungeheuchelter Glaube, geheuchelte
Frömmigkeit, das gab es bei den Pharisäern. Paulus spricht im Gegensatz dazu
über ungeheuchelten, wahrhaftigem, ehrlichem, authentischem Glauben. Das ist immer ein Glaube, der
Gott sucht, niemals sich selbst. Das ist ein Glaube ohne Egotrip. Timotheus, was dein Ziel ist
bei deinem Dienst in der Gemeinde, es soll sein, Liebe aus reinem
Herzen, gutem Gewissen, ungeheucheltem Glauben, Und auch unser letztes
Ziel hier in der Berg mit allen unseren Diensten ist nicht, dass
jeder von uns eine Menge von biblischem Wissen ansammelt.
Vielleicht mehr als in anderen Gemeinden, vielleicht. Verstehen
wir uns nicht falsch. Es ist gut, seine Bibel zu kennen. Aber das, worauf all unser Sein
und unser Dienst zielt, das ist Liebe. Gott zu lieben und unsere
Nächsten wie uns selbst. Und zwar aus einer Liebe heraus,
aus reinem Herzen, aus einem guten Gewissen und einem ungeheuchelten
Glauben. Amen.
Schwert und Kelle: Der Dienst eines Wortverkündigers
| Sermon ID | 842296277441 |
| Duration | 1:40:06 |
| Date | |
| Category | Sunday Service |
| Bible Text | 1 Timothy 1:3-5 |
| Language | German |
© Copyright
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