Liebe Gemeinde, liebe Gäste,
es ist mir eine sehr große Ehre und Freude, nach fast einem Jahr
wieder zu euch predigen zu dürfen. Ich spreche heute über den Tod
und den Tag des Gerichts. Und als Grundlage für diese Predigt
lese ich uns Hebräer Kapitel 9, Vers 27. Hebräer 9, Vers 27. hört das Wort des Herrn. Und ebenso, wie es den Menschen
gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gedicht. Amen. Lasst uns beten. Herr, lehre uns den Seelen unsere
Tage, damit wir ein weißes Herz erlangen. Amen. Nehmt gerne Platz. Wir leben in einer Zeit, in der
unsere Terminkalender wahrscheinlich so voll sind wie noch nie. Unsere Kultur ist überladen und
rastlos. Alles muss schnell gehen, am
besten alles to go, weil man keine Zeit mehr hat. Von morgens
bis abends ist alles voll mit ach so wichtigen Terminen. Im
Grunde ist der Terminkalender von manchen bereits voll, bevor
sie überhaupt geboren sind. Der Platz für die Krippe und
den Kindergarten sind gesichert. Dann geht es in die Schule, in
den Hort, in den Verein, weil Papa und Mama so beschäftigt
sind mit ihrer Karriere. Und weiter und weiter und weiter,
bis diese Kinder groß geworden sind und selbst werden wie ihre
Eltern. Und wenn da Zeit für einen selbst
ist, dann ist das MeTime. Sport, Wellness, Urlaub, Kino,
Netflix, TikTok, Unterhaltung, Party, Chillen, konstante Bombardierung
und so weiter. Und dann beginnt das Hamsterrad
von vorne und man lebt von einem in den anderen Tag und lässt
das Leben gedankenlos an sich vorbeiziehen. Aber was sagt Gottes Wort dazu?
Wie sieht dein und mein Kalender aus biblischer Perspektive aus? Ab dem Tag unserer Empfängnis
hat Gott höchstpersönlich zwei wichtige und unausweichliche
Termine in den Kalender von jedem Einzelnen von uns gesetzt. Und
zwar den Tag des Todes und den Tag des Gerichts. In absehbarer
Zeit wird jeder in diesem Raum sterben und in dem Gericht des
Allmächtigen Gottes erscheinen. Hiervon kannst du mit aller Gewissheit
ausgehen. Diese beiden Tage erwarten dich. Du musst sterben und danach das
Gericht. Da das so ist, wie wichtig ist
es, über diese beiden Geschehnisse gründlich nachzudenken und es
sich zu Herzen zu nehmen. Die Heilige Schrift selbst gibt
uns an vielen Stellen Beispiele, dass es gut ist, über seinen
eigenen vergänglichen Zustand, seinen eigenen Tod und das eigene
ewige Schicksal nachzudenken. Hört einmal, was Gott zu dem
Abgefallenen Israel sagt. Wenn sie weißer werden, so würden
sie dies verstehen, ihr Ende, das heißt ihren Tod, bedenken."
5. Mose 32, Vers 29. Oder wie ich
eingangs aus Psalm 90 gebetet habe, ich zitiere nach Luthers
Übersetzung, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf
das wir klug werden. Ja, ein ernsthaftes Nachdenken
über den Tod mag in dir bewirken, was weder Freunde, Rat, Beispiel,
Gebete und Tränen bis zu dem heutigen Tag für dich tun konnten.
Und so frage ich dich, bedenkst du das? Bedenkst du dein Ende? Oder sind dein Kopf und dein
Herz voll mit allen anderen Dingen, die verglichen hiermit keine
Rolle spielen? Wenn du stirbst, wird es überhaupt
keine Wichtigkeit mehr haben, wie weit du die Karriereleiter
hochgestiegen bist, was die Menschen über dich dachten, wie viel Besitz
du hattest, was für Pläne du geschmiedet hast und was auch
immer dir so wichtig war. Verstehe das bitte, hiervon hängt
alles ab. Stirbst du als Christ oder als
Gottloser? Wie wird Gott über dich richten? Zählt er dich zu seinen Schafen
oder zu den Böcken? Wo wird deine unsterbliche Seele
die Ewigkeit verbringen? Im Himmel oder in dem Feuer der
Hölle? Und wenn du bereits ein Christ
bist, wie verbringst du deine von Gott gegebene Zeit? Lebst du für den Herrn und sein
Reich? Erkennen wir, dass die Zeit da
ist, aus dem Schlaf zu erwachen und für den Herrn zu kämpfen.
Aber mein Augenmerk richtet sich heute Abend nicht nur auf die
Gläubigen. Ich spreche besonders einen Jeden
in unserer Mitte an, der heute noch nicht an Christus glaubt. Du bist damit gemeint, ungläubiger
Besucher, ungläubiger Ehepartner, ungläubiges Familienmitglied
und auch du, ungläubiges Kind. Gerade eure Seelen sind so kostbar
und auch betroffen von diesen beiden gewichtigen Realitäten. Denn ob du in Jesus oder außerhalb
von ihm bist, entscheidet, ob du dich auf den Tod freuen kannst
oder Angst und Schrecken davor haben solltest. Es bestimmt,
ob der Tod dein Bote in die Herrlichkeit oder in die ewige Verdammnis
ist. Und lass mich das gesagt haben, ich werde heute Nachmittag
kein Blatt vor den Mund nehmen. Mir ist es lieber, dass du dich
an mir störst, als dass ich den schrecklichen Zustand, in dem
du dich befindest, irgendwie relativieren sollte. Als der
Weckungsprediger Jonathan Edwards die bekannte Predigt »Sünder
in der Hand eines zornigen Gottes« hielt, gebrauchte der Herr diese
Predigt auf mächtige Weise. Menschen, die einst nichts mit
Christus zu tun haben wollten, fingen an zu zittern und laut
zu weinen über ihren elenden Zustand im Lichte eines heiligen
und gerechten Gottes. Und an demselben Tag fanden sie
auch Rettung in dem Herrn Jesus. Möge der Herr heute dasselbe
in deinem Herzen wirken. Und mögen wir, die wir bereits
Christen sind, unserem Herrn hingegeben erleben. Kommen wir nun zu dem Thema.
Der Tod und dann das Gericht. Wir wissen aus der Heiligen Schrift,
dass der Tod nicht zu dem ursprünglichen Design von Gottes Schöpfung gehörte. Der Tod kam erst durch die Übertretung
Adams in die Welt. Er ist der Lohn der Sünde. Und seitdem hat er die gesamte
Schöpfung befallen. Von allen Feinden, die Gott hat,
ist der Tod der letzte Feind. 1. Korinther 15, Vers 26. Er ist sozusagen der Endgegner
des Herrn. Von Männern Gottes aus früherer
Zeit wurde der Tod König des Terrors genannt. Und das zurecht,
denn er hält alle Menschen unter seiner Macht und Furcht. Und das ist auch die erste Wahrheit,
die ich uns vor Augen halten will. Der Tod ist mächtig. So heißt es auch in unserem Predigtext. Und ebenso, wie es den Menschen
plural gesetzt ist, einmal zu sterben. Alle Menschen sind ausnahmslos
von ihm befallen. Er ist bildlich gesprochen ein
unbezwingbarer Riese, der alle mit seinen Todesketten gebunden
hat, ein brutales Monster, das alle in seinen Schlund reißt. Im Hohelied wird ein Vergleich
gemacht, um die Macht der Liebe zu zeigen. Hör einmal, mit was
die Liebe verglichen wird. Denn die Liebe ist gewaltsam
wie der Tod, hart wie der Scheol, ihr Eifer." Hohelied, Kapitel
8, Vers 6. Der Tod ist gewaltsam. Nichts kann ihn aufhalten, auch
das Alter nicht. Denk einmal an die ersten Menschen,
an Adam, Seth, Jared, Enos, Kenan, Methuselah und viele weitere. Sie wurden älter als 800 oder
900 Jahre und doch starben sie alle. Du kannst alt werden wie
sie und trotzdem wirst du irgendwann sterben. Wissenschaftler können
noch so viel herumexperimentieren, um den Tod hinauszuzögern oder
den Menschen unsterblich zu machen und trotzdem wird jeder Mensch
sterben. Rühmt sich jemand über die hohe
Berufung, die er in der Welt hat, oder über den Status, den
man genießt, dann denk an die größten und mächtigsten Könige
und Tyrannen, die die Geschichte hervorgebracht hat. Denk an Caesar,
Alexander der Große, Genghis Khan, Nebuchadnezzar, Napoleon,
Hitler, Stalin und so weiter. Wo sind sie heute? Der Tod hat
sie allesamt ausgelöscht. Vertraut jemand seinem Besitz
und Reichtum? Dann denk an den reichen Kornbauern
aus dem Gleichnis des Herrn Jesus. Konnte er durch seinen Besitz
dem Tod ausweichen? Hört, was Gott zu diesem Mann
sagt. Gott aber sprach zu ihm, du Thor,
in dieser Nacht fordert man deine Seele von dir. Was du aber bereitet
hast, für wen wird es sein? Lukas 12, Vers 20. Der Tod ist gewaltiger als alles,
was wir gegen ihn aufbringen können. Der Puritaner William
Diam fasste es passend zusammen. Er sagte folgendes. Der Tod ist
stark. Er unterwirft alle Arten von
Menschen, hohe und niedrige, reiche und arme, alte und junge,
gute und schlechte. Die größten Monarchen, Könige
und Kaiser sind vom Tod gestürzt worden. Wo hat jemals ein Mensch
gewohnt, der zu stark für den Tod war? Wem Stärke ihm hätte
widerstehen können, dann wäre Simson nicht gestorben. Hätte Größe ihn übersehen können,
so wäre Nebukadnezar ihm entgangen. Hätte die Schönheit ihn überwinden
können, dann wäre Absalom ihm nie begegnet. Hätte Reichtum
ihn zerbrechen können, dann hätte der reiche Mann ihn vermieden.
Aber ach, keiner von ihnen war stark genug für den Tod." Zitat
Ende. Die zweite Wahrheit. Der Tod
ist plötzlich. Der Tod muss nicht warten, bis
du alt geworden bist und auf deinem Sterbebett ruhevoll stirbst. Er muss sich nicht anmelden und
um Erlaubnis bitten, ob du damit einverstanden bist zu sterben.
Deshalb, liebes Kind, dein junges Alter ist für den Tod kein Hindernis. Die Bibel berichtet uns von verschiedenen
Kindern, die starben. Und du weißt es selbst. Erst
vor kurzem haben wir in unserer eigenen Mitte den Tod eines Kindes
im Mutterleib erlebt. Unser Alter und unsere jetzige
Gesundheit können den Tod nicht aufhalten. Es gibt unzählige
Möglichkeiten zu sterben. Zufälle oder Unfälle, Krankheiten
und Mord. In 1. Könige 22 lesen wir, wie
der gottlose König Ahab starb. Dort heißt es, Und ein Mann spannte
den Bogen aufs Gerate wohl und traf den König von Israel zwischen
den Befestigungen und dem Panzer. Ein Mann, der seinem Pfeil irgendwo
hinschießt, trifft Ahab genau an der verwundbaren Stelle. Ahab hätte wahrscheinlich mit
allem gerechnet, aber nicht damit. Aber vielleicht ist der Gedanke,
von einem Pfeilduschbord zu werden, in unserer Zeit fremd. Aber denk
einmal darüber nach, wie viel in deinem Alltag passieren kann. Pastor Tobias erzählte mir erst
vor kurzem von einem christlichen Ehepaar mit drei Kindern. Diese Familie fuhr an einem Tag
jedem anderen in ihrem Auto und plötzlich wurden sie von einem
anderen Auto frontal getroffen. Dabei verunglückte die ganze
Familie außer einem Kind. oder erst vergangenen Freitag
bei einem Stadtfest, wo gute Laune und Freude herrscht. Was
ist passiert? Drei Menschen wurden von einem
Salafisten aus dem Nichts abgestochen. Denkst du, dass diese Menschen
an diesem Tag damit gerechnet haben? Und wie viele Beispiele
ähnlicher Natur könnte ich noch nennen? Warum sollte uns selbst
nicht etwas Ähnliches passieren? Die dritte Wahrheit. Der Tod
ist gesetzt. Auch wenn es unzählige Möglichkeiten
und Umstände gibt, wie und wann man stirbt, so ist der Todestag
von jedem Einzelnen von uns ganz genau bestimmt. Denn Tod und
die Umstände, die dazu führen, sind nicht vom Schicksal bestimmt
oder ein natürliches Ergebnis von Mutter Natur. Nein, Gott
ist es, der den Tag deines Todes und die Umstände, die dazu führen,
festgelegt hat. Um es anders zu sagen, Gott höchstpersönlich
ist es, der dich tötet, der deinem Leben ein Ende setzt. So heißt es auch in 1. Samuel,
Kapitel 2, Vers 6. Der Herr tötet und macht lebendig. Er führt in den Sheol hinab und
führt herauf. Oder an anderer Stelle spricht
David, in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage,
die entworfen wurden, als nicht einer von ihnen war. Psalm 139, Vers 16. Alle unsere Tage sind in Gottes
Buch geschrieben, auch der Tag unseres Todes. Wir können ihm
nicht entgehen. Mit jedem Tag, der vergeht, kommen
wir unserem Tod näher. Die vierte und letzte Wahrheit
über den Tod. Der Tod ist einmalig und final. Nochmal unser Predigtext. Und ebenso wie es den Menschen
gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht. Der Atheist mag überzeugt sein,
dass sie nach seinem Tod nichts mehr erwartet und die Überreste
seines Leibes zu Staub zerfallen. Der Buddhist meint nach seinem
Tod, wiedergeboren zu werden und irgendwann im Nirwana zu
landen. Der Muslim hofft, dass sein willkürlicher
Gott Allah ihn doch trotz dem Fakt, dass seine Sünden nicht
gesühnt worden sind, ins Paradies lässt. Der Katholik erwartet
nach seinem Tod das Fegefeuer, wo er für eine gewisse Zeit noch
Sündenstrafen abbüßt, um dann in den Himmel zu kommen. Aber
lass mich dir sagen, nichts davon, nichts davon wird eintreten. Jeder Mensch stirbt nur einmal
und das einzige und letzte historische Ereignis, das sie noch erwartet,
ist das bereits entschiedene Gericht Gottes. Hört, was Hiob
über die Finalität des Todes sagt. Denn die zählbaren Jahre
gehen vorüber, und ich werde einen Weg gehen, auf den ich
nicht wiederkehren werde. Hiob 16, Vers 22. Oder was passierte
mit Lazarus und dem Reichen nach ihrem Tod? Es heißt in Lukas
16, die Verse 22 bis 23. Es geschah aber, dass der Arme
starb und von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen wurde. Er starb aber auch der Reiche
und wurde begraben. Und in dem Hades, seine Augen
aufschlagend, als er in Qualen war, sieht er Abraham von Weitem
und Lazarus in seinem Schoß. Aber gibt es denn noch die Möglichkeit,
aus dem Sheol in das Paradies zu kommen oder andersrum? Weiter heißt es in Lukas 16,
Vers 26. Und bei all dem ist zwischen
uns und euch eine große Kluft, damit die, die von hier zu euch
hinübergehen wollen, nicht können und sie nicht von dort zu uns
herüberkommen. Also nochmal zusammenfassend.
Der Tod ist einmalig. Es gibt keine zweite Chance. Er befördert dich von dieser
in die nächste Welt. Wenn du stirbst, wirst du entweder
in Christi Schutz sitzen dürfen oder deine Augen aufschlagen
in den Qualen des Feuers. Und bei der Wiederkunft des Herrn
Jesus Christus, bei diesem großen, letzten Gericht, wirst du aus
den Toten auferstehen, und Gott wird das finale Urteil über dich
sprechen. Du wirst entweder als Christ
die Worte hören, Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich,
das euch bereitet ist, von Grundlegung der Welt an, oder als Gottloser
wirst du folgende Worte hören. Geht von mir, Verfluchte, in
das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.
Matthäus 25, die Verse 33, 34 und 41. Dein Teil wird entweder sein
in der ewigen Stadt Gottes oder in dem ewigen Feuersee. Und daran
wird sich in aller Ewigkeit nie wieder etwas ändern. Gottes Gericht
über dich ist dann für immer beschlossen und ausgeführt. Du wirst in aller Ewigkeit an
einem dieser beiden Orte weiter existieren. Deine Herrlichkeit
oder deine Verdammnis werden nie ein Ende haben. Du wirst
entweder hell leuchten im neuen Himmel und der neuen Erde oder
aber der Rauch deiner Qualen steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und nachdem wir nun den Tod und
das Gericht, diese beiden gewichtigen Realitäten betrachtet haben,
lasst mich uns einige praktische Anwendungen mitgeben. Ich beginne
mit einer eher allgemeineren Anwendung, und sie betrifft im
Grunde einen jeden Menschen, aber vor allem betrifft sie uns
Christen. Lasst uns dem Herrn dankbar sein
für all seine Gnade an Leib und Seele. Alles, was wir haben,
ist ein unverdientes Geschenk, vor allem unser eigenes Leben
und das Leben unserer Liebsten. Wie oft neigen wir dazu, alles
für selbstverständlich zu nehmen, uns den Schnellderen auf hohem
Niveau zu klagen. Und oftmals stören wir uns gerade
an den Menschen, die uns doch sehr nahe stehen, sei es unser
Ehepartner, unsere Kinder oder unsere Glaubensgeschwister. Wir
vergeuden die Zeit, die wir mit ihnen haben, damit, dass wir
uns an ihren Fehlern und Mängeln stören und miteinander zanken.
Wie dumm und böse ist das doch. Aber das Nachsennen über den
Tod gibt uns einen Reality-Check. Der Tod bringt unsere scheinbaren
Probleme in das rechte Verhältnis. Er erinnert uns, dass jeder Moment,
den wir mit ihnen haben, unser letzter sein könnte. Und denk
einmal darüber nach, wie unfassbar traurig wäre es, wenn der letzte
Moment, den du auf Erden mit deiner Frau, deinem Mann, deinem
Kind oder einem deiner Geschwister hattest, damit verbracht hast,
mit ihnen zu streiten oder dich über sie zu beschweren. Halte dir bitte vor Augen, dass
der Herr diese Menschen dir gegeben hat und sie zu seiner Zeit auch
nehmen wird. Lasst uns auch als Gemeinde darauf
achten, dass wir nicht gegeneinander murren. Lasst uns vielmehr dankbar
sein füreinander und alles, was wir haben. Danke dem Herrn für
deinen Ehepartner, deine Kinder, deine Pastorin und deine Geschwister. Sage es ihnen auch immer wieder
persönlich. Und wenn es ungläubige Menschen
sind, vergiss nicht, beständig ein Zeugnis zu sein und für sie
zu beten. Die nächsten drei Anwendungen
nun beziehen sich auf die Christen. Was sollte das ernsthafte Nachsinnen
über den Tod und das Gericht besonders in uns bewirken? Wie sollten wir als Christen
im Lichte dieser beiden Termine leben? Anwendung Nummer zwei. Unser bevorstehender Tod und
das kommende Gericht sollten uns zu einem heiligeren Leben
bewegen. Verstehen wir, dass unsere Tage
gezählt sind und es bald schon keine Möglichkeit mehr geben
mag, dem Herrn hier auf Erden zu dienen. Womit verbringen wir
unsere kurze Zeit? Sind es Banalitäten, Ablenkungen? Schlagen wir unsere Zeit mit
nichtigen Dingen tot? Oder vielleicht noch schlimmer,
lebst du in verborgenen und tolerierten Sünden? Duldest du Sünden wie
Lieblosigkeit, Zorn, Streit, Neid, Pornografie und was auch
immer es bei dir sein mag? Lebst du wegen deiner Sünden
bereits schon so wie ein kraftloser und bezwungener Ochse, der eigentlich
nur noch darauf wartet, zur Schlachtbank geführt zu werden? Ist dein Glaube,
deine Liebe, dein Eifer für den Herrn erkaltet? Freust du dich
nicht mehr auf die Versammlungen und die Geschwister? Bruder, Schwester, wenn es dir
so geht, dann sei heute der Tag, wo du von all dem umkehrst. Du magst bald keine Möglichkeit
mehr haben, dem Herrn zu dienen. Und sei ganz ehrlich, möchtest
du dem HERRN in diesem Zustand begegnen? Willst du die Talente,
die er dir gegeben hat, vergraben und seinen Namen bis zu deinem
Tod verunerden? Nein, kehre um von deinen Sünden,
diene dem HERRN mit Freude, gebrauche deine Zeit, deine Kraft, deine
Gaben für den HERRN, seine Gemeinde und sein Reich. Denn unser Heiland
ist das alles wert. Er ist es, der für uns die Sünde,
den Satan und selbst den Tod bezwungen hat. Wegen ihm gehen
wir nicht in Ewigkeit verloren, sondern haben das Leben. Sollten wir nicht deshalb mit
der Einstellung leben, dass der Herr zu jeder Zeit kommen könnte,
uns danach sehnen, dass er den neuen Himmel und die neue Erde
endgültig aufsichtet? Und das führt mich auch zur dritten
Anwendung. Wir müssen keine Angst vor dem
Tod haben. Ganz im Gegenteil, wir dürfen
uns auf ihn freuen. Auch wenn der Tod bis zum Ende
ein Feind Gottes bleibt, er etwas ist, das immer Traurigkeit mit
sich bringt und einen daran erinnert, dass wir in einer gefallenen
Welt leben, so sind wir überzeugt, dass Christus über ihn gesiegt
hat. Wie wir in der Lesung gehört
haben, unser Herr hat für uns mit seinem Tod den Tod getötet. Einst waren wir unter seiner
Knechtschaft und Furcht, aber der Herr hat ihm seine Kraft
und seinen Stachel genommen. Wir wissen, dass mit dem Ende
unseres Lebens hier auf Erden nicht alles vorbei ist, wie der
Atheist meint. Noch brauchen wir Angst zu haben,
dass Gott uns nach unserem Tod in die Hölle verdammt. In Christus
wird der Tod dieser letzte Feind zu einem Freund. Zum einen deshalb,
weil der Tod das Ende all unserer Anfestungen ist. Durch die Wiedergeburt
ist unser Geist, unser inwendiger Mensch zwar bereits erneuert,
aber wir sind noch immer an unseren gefallenen Körper gebunden, der
alle Konsequenzen der Sünde noch mit sich trägt. Aber, und das
ist das Herrliche, der Tod erlöst uns davon. Es wird dann keine
Versuchung, keine Sünde, keine Kämpfe, keinen Streit, keine
Verleumdung, keine Verfolgung, keine Krankheit, keine Traurigkeit
und keine Tränen mehr geben. Wir werden endlich befreit sein
von diesem Leib des Todes. Aber das ist nicht alles. Der
Tod wird auch zum Boten, der uns in die ewige Glückseligkeit
führt. Dann werden wir endlich bei unserem
Heiland sein, nachdem wir uns so sehr sehnen. Wir dürfen in aller Ewigkeit
bei dem Bedeutigam unserer Seelen sein. Nimm dir das bitte zu Herzen
und denke darüber nach, gerade wenn du jemand bist, der mit
chronischer Krankheit oder mit dem Versagen unseres vergänglichen
Körpers konfrontiert ist. Aber auch wenn du müde bist von
Versuchungen, kämpfen und sünden oder traurig über die Konsequenzen
einer gefallenen Welt. Wisse, mit dem Tod ist all dieses
Leid beendet und dann wirst du bei dem Herrn Jesus sein. Und
das führt mich zur nächsten Anwendung. Geschwister, wir sind überzeugt,
dass Christus der einzige Weg in die Herrlichkeit ist. Dann wissen wir auch, dass die
Menschen, die nicht an Jesus glauben, auf dem Weg in den ewigen
Untergang sind. Und nichts, nichts anderes als
der Tod trennt sie von diesem Ort. Lasst uns das beständig
vor Augen halten, wenn wir mit Ungläubigen zu tun haben. Es
geht um ewige Seelen, die geradewegs auf den ewigen Abgrund der Hölle
zusteuern. Jede Begegnung, jedes Gespräch,
jeder kleine Austausch könnte der letzte sein, den wir mit
ihnen haben. dann gebrauche doch die Möglichkeiten,
die der Herr dir schenkt, um Zeugnis von dem Evangelium des
Herrn Jesus zu geben. Sei es in deinem Familienkreis,
in deiner Nachbarschaft, auf der Arbeit, beim Einkaufen oder
wo auch immer der Herr dir offene Türen schenkt. Aber es geht nicht nur um das
Evangelisieren im Alltag. Es ist auch deine Pflicht, hinauszugehen,
um den Menschen das Evangelium zu verkünden. Sag, gibst du Zeugnis,
weil du erkannt hast, dass du es mit Menschen zu tun hast,
die am Rande der Ewigkeit stehen? Oder lassen dich das Schicksal
der Verlorenen, der Tod, das Gericht, Himmel und Hölle kalt? Christ, wenn das bei dir so ist,
dann hast du ein Problem in deinem Herzen, das heute beseitigt werden
sollte. Möge in uns allen der Geist von
dem Baptistenprediger Charles Spurgeon vorzufinden sein, der
ins Folgende sagte, Wenn Sünder verdammt werden sollen, sollen
sie wenigstens über unsere Leichen in die Hölle springen. Und wenn
sie untergehen wollen, dann sollen sie untergehen, während wir ihre
Knie umklammern und sie anflehen zu bleiben. Wenn die Hölle gefüllt
werden muss, dann lasst sie zumindest trotz unserer Anstrengungen gefüllt
werden. Und niemand, niemand soll ungewarnt
und ohne dass wir für ihn gebetet haben, dorthin gehen. Und zum Schluss möchte ich meine
Worte ganz persönlich an dich richten, der du heute noch nicht
an den Herrn Jesus Christus glaubst. Und lass mich zuallererst betonen,
dass mein Herz aus großer Liebe zu dir zerbricht, wenn ich an
deinen Zustand denke. Während der gesamten Predigtvorbereitung
waren meine Gedanken bei dir. Und selbst wenn ich die Predigt
zur Seite gelegt habe, musste ich an dich denken. Und ich sage
dir das, damit du weißt, wie sehr ich dich liebe und mir von
Herzen wünsche, dass du umkehrst von deinen sündigen Wegen und
heute Rettung findest in dem Herrn Jesus Christus. Und ich kann dir nicht mehr sagen
als diese beiden Dinge. Verstehe, bitte verstehe, dass
du dich in einem grauenhaften Zustand befindest und fliehe
heute zu dem Herrn, Jesus Christus. Vielleicht sagst du, warum ist
denn meine Verfassung schlecht? Mir geht es gut, ich habe alles,
was ich brauche, mein Leben passt so, wie ich es gerade führe. Dann lass mich die Illusion,
in der du lebst, zerschlagen. Hör einmal, was Jesus selbst
über dich sagt. Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges
Leben. Wer aber dem Sohn nicht glaubt,
wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm."
Johannes 3, Vers 36. Nimm einen Christen und beraube
ihn, seiner Kinder, seiner Arbeit, all seines Hab und Guts. Ja,
gib ihm die tödlichste Krankheit. Möge er von Gott höchstpersönlich
zu Staub geschlagen werden. Weißt du was? Diesem Christen
geht es tausendmal besser als dir, denn auf dir bleibt der
Zorn des allmächtigen Gottes. Weißt du, was das bedeutet? Der
Zorn Gottes, der über die verdammten Seelen in der Hölle ausgeschüttet
wird, liegt bereits auf dir. Das Einzige, was dich von ihnen
unterscheidet, ist, dass Gott sich noch nicht entschieden hat,
seinem Zorn gegenüber dir freien Lauf zu lassen. Auf dir, auf
dir lasten Massen, Berge, ja eine Ewigkeit der Vergeltung
Gottes. Und mit jeder Sünde, die du begehst,
mit jedem Zögern zu Gott umzukehren, machst du dein Gericht nur noch
schlimmer. Jede deiner Sünden spannt den
Zornbogen Gottes immer mehr. Alle deine Schuld schärft das
rächende Schwert des Herrn, das bereits an dich gelegt ist. Und
das Einzige, was dich davon trennt, in den ewigen Abgrund zu gehen,
ist nur der Tod. Und ich hoffe, dass du heute
Nachmittag verstanden hast, dass es nicht viel braucht, dass du
stirbst. Der Tod ist mächtiger als alles,
was du gegen ihn aufbringen kannst. Triff die besten Vorkehrungen
und Pläne. Er wird plötzlicher über dich
kommen, als du es erwartest. Du kannst dem Tag deines Todes
nicht ausweichen. Gott hat ihn in deinen Kalender
mit seiner eigenen Hand eingetragen. Niemand als allein Gott, der
dein Leben und deinen Tod in der Hand hat, trennt dich von
deinem ewigen Schicksal. Hör mal, was Jonathan Edwards
in der Predigt, die ich eingangs genannt habe, über dich sagt. O Sünder, bedenke doch die schreckliche
Gefahr, in der du schwebst. Gottes Hände halten dich immer
noch über dem großen Feuerofen seines Zorns, über dem weiten
und bodenlosen Schlund, der mit Feuer gefüllt ist. Sein Zorn,
den du herausgefordert hast, ist gegen dich ebenso heftig
entbrannt wie gegen die vielen Sünder, die schon in der Hölle
sind. Du hängst an einem dünnen Faden,
um den die Flammen des göttlichen Zorns züngeln, jeden Moment bereit,
entzweigebrannt zu werden. Dann hast du keinen Anspruch
mehr auf einen Mittler. Du hast nichts mehr, woran du
dich zu deiner Errettung halten könntest. Nichts kann dich von
den Flammen des Zorns fernhalten. Nichts in dir selbst, nichts
von dem, was du getan oder tun kannst, wird Gott dazu bewegen,
dich nur einen Augenblick zu verschonen. Zitat Ende. Höre mich bitte. Der Tag wird
kommen, und der mag schon bald da sein, an dem Gott deinem Leben
ein Ende setzt und seinem Zorn über dich freien Lauf lässt. Eines Tages wird der Herr auch
über dich folgende Worte sprechen. Darum, so spricht der Herr, siehe,
ich werfe dich vom Erdboden weg. Dieses Jahr wirst du sterben,
Jeremiah 28, Vers 16. Und wenn das ja, ja der Tag deines
Todes gekommen ist, dann ist dein Urteil final und für immer. Du wirst nie wieder die Möglichkeit
haben, deine Wege zu überdenken, Buße zu tun und Vergebung zu
finden. Es wird für immer und ewig aus
sein mit dir. Allein der Gedanke, alle Ewigkeit
in der Gegenwart des allmächtigen und zornigen Gottes zu sein,
ist der bloße Horror. Aber dieser Gedanke wird für
dich die Realität sein. Du wirst von Ewigkeit zu Ewigkeit
den vergeltenden Händen des Herrn ausgeliefert sein und nie wieder
wirst du von dort wegkommen. Fällt es dir immer noch schwer,
die Gewichtigkeit der Ewigkeit und den Terror der Hölle dir
vorzustellen? Dann hör einmal, wie der Politaner
Thomas Watson die Ewigkeit in der Hölle bescheibt. So ist es
in der Hölle. Die Gottlosen wollen sterben,
aber sie können nicht. Sie sterben immer, aber sie sind
nie tot. Der Rauch des Ofens steigt für
immer und ewig auf. Oh, wer kann es ertragen, ewig
auf der Folterbank zu sein? Wenn die ganze Erde und das ganze
Meer aus Sand bestünde und jedes tausendste Jahr ein kleiner Vogel
käme und ein Korn von diesem Sand wegnehme, dann würde es
lange dauern, bis dieser riesige Sandhaufen leer wäre. Doch wenn
nach all dieser Zeit die Verdammten aus der Hölle kommen könnten,
gäbe es eine gewisse Hoffnung für sie. Aber dieses Wort für
immer, für immer zerbricht das Herz. Lieber Zuhörer, erkennst du,
dass du dich in der schlimmsten Lage befindest? Deshalb, bitte,
lass dich warnen. Du hast keine Garantie, dass
Gott weiter durch verschiedene Mittel zu dir spricht. Heute könnte der letzte Tag des
Herrn für dich sein, die letzte Predigt, die du hörst, das letzte
Gespräch, das du mit einem Christen führst, das letzte Gebet, das
man für dich spricht, die letzte Träne, die über deine verlorene
Seele vergossen wird. Und vielleicht denkst du dir,
Warum redet er solche harten und lieblosen Worte? Dann sag
mir, wie soll ich zu dir reden? Soll ich so predigen, dass du
dich wohlfühlst und einschläfst, während ich versuche, dich aus
dem ewigen Abgrund zu retten? Ich predige als sterbender Mann
zu sterbenden Menschen. Es geht um Himmel und Hölle,
Rettung und Verdammnis, Christi Gnade oder sein Zorn. Es geht
um Gottes Ehre und deine ewige Seele. Das steht auf dem Spiel. Deshalb rede ich so. Und wenn du all diese eindringlichen
Warnungen gehört hast, kehre doch endlich um von deinen gottlosen
Wegen und glaube an den Herrn Jesus Christus. In seinem Namen
gibt es Vergebung für die größten Sünder. Und sag nicht, dass es
zu spät sei, um Buße zu tun und den Namen des Herrn Jesus anzurufen. Solange du noch lebst und Gott
heute zu dir spricht, ist es nicht zu spät. Heute, wenn du
Gottes Stimme hörst, verhärte dein Herz nicht, sondern komm
durch Christi Blut und Gerechtigkeit zu Gott und finde Gnade, Vergebung,
Frieden, Rettung und ewiges Leben. Glaubst du mir nicht, dass es
noch Raum zur Gnade für dich gibt? Dann hör nochmal auf den
Predigtext und den Vers, der direkt danach kommt. Höre, was
Gott zu dir spricht. und ebenso, wie es den Menschen
gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht. So wird auch der Christus, nachdem
er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, zum
zweiten Mal denen, die ihn erwarten, ohne Sünde erscheinen zur Rettung. Hast du das gehört? So gewiss,
wie der Tag des Todes und der Tag des Gerichts dich erwarten,
genauso gewiss wird Christus dich erlösen, wenn du seinem
Namen vertraust und ihn als deinen Retter erwartest. So lass doch
bitte heute den Tag deines Heils sein, der Tag, an dem du endlich
Frieden schließt mit Gott durch den Herrn Jesus Christus. Und
mögen wir alle, wir alle unseren eigenen Tod und das kommende
Gericht ernsthafter bedenken und mehr für unseren Herrn leben,
denn er ist es wert. Gepriesen sei der Name des Vaters,
des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.