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Gnade euch und Friede von Gott,
unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen. Nach längerer Pause fahren wir
endlich fort in unserer Predigtreihe durch den Brief des Paulus an
die Römer. Wir kommen zu Kapitel 8, Römer,
Kapitel 8, den Versen 29 und 30. Ich lese uns Römer, Kapitel
8, die Versen 29 und 30. Dies ist das Wort des Herrn. Denn welche er zuvor erkannt
hat, die hat er auch zuvor bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig
zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche
er aber zuvor bestimmt hat, diese hat er auch berufen. Und welche
er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt. Welche er
aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht. Amen. Herr, öffne unsere Augen,
damit wir wunderschauen aus deinem Gesetz. Amen. Wir befinden uns in einem der
herrlichsten Abschnitte der ganzen Schrift. Hier geht es um unsere
ewige Sicherheit in Christus, um unsere Heilsgewissheit. Gott vergewissert uns unseres
Heils. Wir sollen nicht in Ungewissheit
sein, ob wir unser Heil wieder verlieren können. Wir sollen
wissen, dass wir das Heil sicher haben. Gott ist unser Vater. Er will nicht, dass seine Kinder
unsicher sind und sagen und zweifeln. Sie sollen wissen, dass sie das
Heil haben. und dass sie es sicher haben
in Ewigkeit. Warum haben sie das Heil sicher? Nun, nicht weil wir so fest und
treu sind, sondern weil unser Vater im Himmel, der Allmächtige,
alle Dinge lenkt zu einem Zweck, damit sie uns, seinen geliebten
Kindern, zum Guten mitwirken, zu unserem ewigen Heil. Und das
ist eine unendliche Quelle des Trostes. Was auch immer geschieht,
dein Heil ist sicher in Ewigkeit. Wenn du an Christus glaubst,
wenn du seinen Geist hast, wenn du Gottes Kind bist, dann kann
nichts und niemand dir dein Heil rauben. Und das Niemand schließt auch
dich mit ein. Was auch immer kommt, seien es
Freuden oder Leiden, sei es Gutes oder Böses, nichts kann dir schaden
in Ewigkeit. Und in den nächsten Versen wird
Paulus noch intensiv genau darüber reden, warum? Weil Gott selbst, dein Vater,
dafür sorgt, dass alle Dinge, alle Dinge dir mitwirken müssen
zum Guten. Damit hatten wir uns in der letzten
Predigt in dieser Serie beschäftigt. Da hieß es im Vers 28, wir wissen
aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken. Denen, die nach Vorsatz berufen
sind. Das ist etwas, was alle Christen
wissen sollen, wissen müssen. Das gehört zum Grundwissen eines
Christen. Gott ist ein guter Vater. Und er sorgt dafür, er setzt
seine Allmacht dafür ein, dass seinen Kindern, denen, die ihn
lieben, weil er sie berufen hat, weil er sie zuerst geliebt hat,
weil er in ihnen Glauben und Liebe gewirkt hat, dass ihnen
alle Dinge zum Guten mitwirken. Und nun kommen wir zu unserem
heutigen Predigtext und der beginnt in Vers 29 mit dem Wort Denn. Paulus gibt jetzt die Begründung
für das, was er im Vers zuvor geschrieben hatte. Warum wirken
denen, die Gott lieben, die nach Vorsatz berufen sind. Warum wirken
ihnen alle Dinge zum Guten mit? Hier kommt die Begründung. Noch einmal unser Predigtext,
Vers 29. Denn welche er zuvor erkannt hat, die hatte auch zuvor
bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er
der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber zuvor
bestimmt hat, diese hat er auch berufen. Und welche er berufen
hat, diese hat er auch gerechtfertigt. Welche er aber gerechtfertigt
hat, diese hat er auch verherrlicht. Was wir hier vor uns haben, das
nennt man die goldene Kette der Erlösung. Die goldene Kette der
Erlösung. Und wahrlich, sie ist pures,
feinstes Gold. Brüder, was wir hier lesen, es
ist so herrlich, es ist so kostbar. Es wird nicht mehr viel kostbarer
als hier. Und ich bitte euch, das wirklich
zu bedenken, wirklich zu erkennen, dass diese Worte kostbarer sind
als alles Gold. Diese goldene Kette, die uns
hier vorgestellt wird, sie besteht aus fünf Gliedern. Fünf goldene Glieder, die untrennbar
zusammengeschmiedet, untrennbar miteinander verbunden sind. Jedes einzelne Glied für sich
genommen ist schon herrlich und kostbar. Und zusammen ergeben
sie diese wundervolle goldene Kette. Diese Kette ist geschmiedet
von Gott selbst. Und er hat in seiner Macht ihre
Glieder so fest miteinander verbunden, dass keine himmlische und keine
irdische und keine unterirdische Macht sie wieder auseinanderreißen
könnte. Hier sind die fünf Glieder, die
fünf Glieder der goldenen Kette. Vers 29. denn welche er zuvor
erkannt hat." Das ist das erste Glied, die Zuvorerkennung. Die hat er auch zuvor bestimmt. Das ist das zweite Glied, die
Zuvorbestimmung. Weiter Vers 30, welche er aber
zuvor bestimmt hat, diese hat er auch berufen. Das ist das
dritte Glied, die Berufung. Und weiter, und welche er berufen
hat, diese hat er auch gerechtfertigt. Das ist das vierte Glied, die
Rechtfertigung. Und welche aber gerechtfertigt
hat, diese hat er auch verherrlicht. Das ist das fünfte und letzte
Glied. Die Verherrlichung. Fünf Glieder der goldenen Kette. Die Zuvorerkennung, die Zuvorbestimmung,
die Berufung, die Rechtfertigung und die Verherrlichung. Das ist
die Ordnung, in der Gott Menschen rettet, erlöst. Seht ihr, was
Gott hier tut in diesen beiden Versen? Deswegen sind sie so
herrlich. In seiner großen Liebe zu uns,
seinen Kindern, gewährt Gott uns einen Einblick in sein göttliches
Handeln, was uns sonst verborgen geblieben wäre. Aber er gewährt
uns einen Einblick in sein göttliches Handeln in der Erlösung von Menschen. Was Gott tut, um Menschen zu
erlösen. Er nimmt uns bildlich gesprochen
mit auf den höchsten Berg. Ein Berg so hoch, dass wir schauen
können von der Ewigkeit vor dieser Zeit, sozusagen der vergangenen
Ewigkeit, bis hinüber in die Ewigkeit nach dieser Zeit, die
zukünftige Ewigkeit. Gott zeigt uns seinen ewigen
Heilsvorsatz, den er gefasst hat in der vorzeitlichen Ewigkeit,
vor aller Zeit, vor Grundlegung der Welt, indem er Menschen zuvor
erkannt und zuvor bestimmt hat. Er zeigt uns, wie er diesen ewigen
Heilsvorsatz in dieser Zeit, in unserer Zeit ausführt, indem
er jetzt Menschen beruft und Menschen rechtfertigt. Und er zeigt uns, wie sein ewiger
Heilsvorsatz vollendet wird in der nachzeitlichen Ewigkeit. Wir mündet in die ewige Herrlichkeit,
wem Gott die Seinen verherrlicht. Das sind die fünf Glieder dieser
Kette. Und der Einzige, der in diesen
beiden Versen handelt, ist Gott. Kein Mensch tut hier irgendwas. Alles hier tut Gott. Welche er
zuvor erkannt hat, die hat er auch zuvor bestimmt. Welche er
aber zuvor bestimmt hat, diese hat er auch berufen. Und welche
er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt. Welche er
aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht. Gott ist es und Gott allein,
der uns Menschen zuvor erkennt und uns zuvor bestimmt und uns
beruft und uns rechtfertigt und uns verherrlicht. Gott ist es,
der alles wirkt. zu unserer Erlösung. Jedes einzelne
Glied dieser Kette. Und wir, wir Menschen, wir sind
passiv in dieser Kette. Wir kommen hier nur als Objekte
von Gottes Handeln vor. Wir tun selbst nichts. Wir sind nur solche, an denen
Gott etwas tut. Aber nicht solche, die selbst
aktiv handeln. Und weil Gottes ist, der diese
Kette schmiedet, weil er es ist, der jedes einzelne dieser fünf
Glieder der Kette selbst bewirkt und sie miteinander verbindet. Deswegen ist diese Kette unzerstörbar. Diese Kette kann nicht gebrochen
werden von keiner Macht. Wir wollen uns nächstes Mal intensiver
damit beschäftigen, aber schaut schon jetzt einmal. Denn, Vers
29, denn welche er zuvor erkannt hat, die hat er auch zuvor bestimmt. Wen hat Gott zuvor bestimmt? Die, die er zuvor erkannt hat. Und zwar alle, die er zuvor erkannt
hat, die hat er auch zuvor bestimmt. Das ist dieselbe Gruppe von Menschen. Da ist niemand zwischendurch
verloren gegangen. Die, die er zuvor erkannt hat,
diese Gruppe, die alle, hat er auch zuvor bestimmt. Und weiter. Welche er aber zuvor bestimmt
hat, diese hat er auch berufen. Wen hat Gott berufen? Die, die
er zuvor bestimmt hat. Und zwar alle, die er zuvor bestimmt
hat. Die hat er auch berufen. Da ist niemand zwischendurch
verloren gegangen. Und weiter. Und welche er berufen
hat, diese hat er auch gerechtfertigt. Wen hat er gerechtfertigt? Die, die er berufen hat. Und
zwar alle. Alle, die er berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt.
Auch hier. Niemand ist zwischendrin verloren
gegangen. Wir sind immer bei derselben
Gruppe von Menschen. Und schließlich, welcher aber
gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht. Wen hat
Gott verherrlicht? Diese, die alle, die er gerechtfertigt
hat. Alle, die er gerechtfertigt hat,
die hat er auch verherrlicht. Auch hier ist niemand zwischendrin
verloren gegangen. Gott zuvor erkennt Menschen. Und dieselben Menschen zuvor
bestimmt er auch. Und dieselben Menschen beruft
er auch. Und dieselben Menschen rechtfertigt
er auch. Und dieselben Menschen verherrlicht er auch. Es ist durchweg dieselbe Gruppe
von Menschen, dieselben Personen, dieselben Individuen von der
Zuvorerkennung in der vorzeitlichen Ewigkeit durch diese Zeit hindurch
bis hin zur Verherrlichung in der nachzeitlichen Ewigkeit. Heilsgewissheit. Da geht keiner verloren. Seht ihr die Worte? Die Grammatik,
die Paulus hier verwendet, sie sind eindeutig. Man kann es nicht anders auslegen. Die Grenze der Auslegung bildet
der Wortlaut, bildet das, was die Worte, was die Grammatik
zulässt. Und sie lässt nichts anderes
zu. Niemand, der zuvor erkannt ist, geht zwischendrin verloren,
sondern alle, die zuvor erkannt sind, Vorgrundlegung der Welt,
die durchlaufen, jedes einzelne Glied der Kette bis zu ihrer
Verherrlichung. Wer am Anfang beim ersten Glied
dazugehört, der wird auch am Ende beim letzten Glied dazugehören. Und wenn du jetzt in dieser Zeit,
weil die anderen Dinge waren in der Ewigkeit, aber wenn du
jetzt in dieser Zeit rettenden Glauben an Christus hast, dann
kannst du nicht verloren gehen. Du bist drin in dieser goldenen
Kette und du wirst von Glied zu Glied gehen bis zu deiner
Verherrlichung in der kommenden Ewigkeit. Warum? Weil Gottes
ist, der es tut. Die goldene Kette kann nicht
gebrochen werden. Alle, die jetzt in der Zeit glauben,
Die werden auch verherrlicht. Keiner von ihnen geht unterwegs
verloren. Wenn du ein Glied der Kette hast,
kommt auch das nächste bis zur Verherrlichung. Alle Dinge werden
mitwirken, damit du verherrlicht wirst am Ende. Halleluja. Amen. Diese Kette kann nicht gebrochen
werden, wie es der schottische Prediger Robert Haldane vor 200
Jahren ausdrückte. Es ist unmöglich, Worte zu finden,
die den unauflöslichen Zusammenhang, der zwischen allen Teilen dieser
Reihe besteht, deutlicher und präziser zum Ausdruck bringen
könnten oder zeigen könnten, dass es sich um dieselben Personen
handelt, von denen durchgehend die Rede ist. So ist es. Man
kann es nicht deutlicher sagen. Was wir hier deutlich sehen,
sind die Gnadenlehren. Der Kalvinismus. Man kann es nicht anders auslegen. Es ist ein Problem für die Antikalvinisten. Ich hatte schon in der letzten
Predigt gesagt, dass wir uns hier in einem Abschnitt befinden,
den man als das schlagende Herz des Kalvinismus bezeichnet hat. Und tatsächlich, allein in diesen
beiden Versen, Verse 29 und 30, allein diese beiden Verse lehren
uns alle fünf Punkte des Kalvinismus. Wir müssen nicht einmal bis nach
Römer 9 gehen, wo das noch viel klarer wird. Nein, wir finden
alle Gnadenlehren schon hier in diesen beiden Versen. Und
auch das wollen wir uns nächstes Mal genauer anschauen. Aber eines
ist jetzt schon, glaube ich, hoffentlich allen offenkundig,
nämlich der fünfte Punkt des Kalvinismus, die Bewahrung der
Heiligen. Wenn du in dieser Kette bist,
wenn du heute gerechtfertigt bist durch Glauben an Christus. dann wird Gott dich bewahren
bis ans Ende, bis zu deiner Verherrlichung. Gott bewahrt die Heiligen. Du darfst, du sollst Heilsgewissheit
haben. Nicht, weil du auf dich vertraust. Verflucht ist, wer auf Menschen
vertraut, sondern weil du auf Gott vertraust. Denn er ist dein
guter Vater. Er ist der Allmächtige. Und er
sagt dir in seinem Wort eindeutig, dass er es tun wird. Wie gesagt,
wir wollen uns damit nächstes Mal weiter beschäftigen. Eigentlich
wollte ich heute über die beiden Verse komplett predigen. Dann wurde mir gesagt, dass es
heute sehr heiß werden soll. Dann dachte ich, gut, predige
ich nur über ein Wort. Und trotzdem wird die Predigt
ungefähr eine Stunde dauern. Ja, klappt immer nicht bei mir
irgendwie. Gut. Heute wollen wir uns nur das
erste Glied dieser goldenen Kette anschauen. Und das ist tatsächlich
in gewisser Weise das Wichtigste, worüber man am meisten reden
muss, weil es das ist, was am meisten angegriffen wird von
denen, die die Gnaden lehren nicht glauben. Also, heute beschäftigen
wir uns mit der Zuvorerkennung. Vers 29. Denn welche er zuvor
erkannt hat. Und ich bin ganz ehrlich, am
liebsten würde ich einfach durch diese Verse predigen. Einfach
predigen, was hier steht und wir würden uns alle einfach an
der Herrlichkeit dieser Verse erfreuen. Und ich weiß, dass
sich das einige von euch sicherlich auch wünschen würden, aber weil
diese Verse klar den Calvinismus lehren und weil so viele heute
den Calvinismus hassen, müssen die Feinde des Kalvinismus, die
Feinde der Gnadenlehren, sich große Mühe geben, diese Verse
so zu deuten, dass sie nicht mehr den Kalvinismus lehren. Und sie geben sich auch große
Mühe. Völlig vergeblich, wie wir gleich
sehen werden, aber sie bemühen sich sehr. Und das zwingt uns
dazu, dass wir hier sehr gründlich argumentieren müssen. Wir müssen
hier Apologetik betreiben. Wir müssen diese Aussagen verteidigen,
weil sie so stark angegriffen werden. Denn was nützt es dir,
wenn ich jetzt schön erbaulich über diese Verse predige und
dann hörst du morgen, was Roger Liby dazu sagt, was er über diese
Verse sagt und deine Erbauung ist dahin, weil er das komplette
Gegenteil sagt und du weißt überhaupt nicht mehr, was du da jetzt noch
glauben sollst oder was du dem entgegnen könntest. müssen wir
uns damit gut beschäftigen. Wir müssen verstehen und wissen,
warum wir das glauben, damit wir es auch verteidigen können
und nicht hin und her geworfen werden, wenn uns jemand etwas
anderes sagt. Wir wollen gute Jünger Jesu sein,
gute Schüler unseres Herrn. Wir wollen sein Wort gründlich
erforschen, gewissenhaft auslegen und wollen wirklich verstehen,
was es lehrt. Wir wollen in der Lage sein,
die biblischen Gnadenlehren zu verteidigen. Und dafür müssen wir uns jetzt
mit diesem ersten Glied der Kette der Zuvorerkennung gründlich
beschäftigen. Denn hier setzen die Antikalvinisten
an. Und nur kurz, ich sage deshalb
Antikalvinisten, weil es nicht alles Arminianer sind, es sind
auch Katholiken und alles Mögliche. Deswegen fasse ich sie zusammen
unter diesem schönen Begriff der Antikalvinisten. Denn sie sagen, dass dieses göttliche
Zuvorerkennen etwas ganz anderes bedeutet als das, was wir Kalvinisten
sagen. Also beschäftigen wir uns heute
gründlich mit der Frage, was dieses erste Glied der Kette
bedeutet. Was bedeutet es, dass Gott Menschen
zuvor erkennt? Das Wort, das im griechischen
Original steht, ist Prognosko. Prognosko. Von dem Substantiv
Prognosis haben wir im Deutschen das Wort Prognose. Proginosko
ist ein zusammengesetztes Wort, das aus zwei Wortteilen besteht,
nämlich dem Wort pro, das bedeutet so viel wie vorher, zuvor, und
dem Wort ginosko, das bedeutet erkennen, wissen. Also, vielleicht
habt ihr schon einmal das Substantiv Gnosis gehört. Das bedeutet das
Wissen oder die Kenntnis. Daher kommt die Bezeichnung für
diese alte Irrlehre des Gnosticismus. Oder heute bezeichnen sich einige
als A-Gnostiker. A ist die Verneinung. Das heißt,
sie sagen, sie wüssten etwas nicht. Sie wüssten nämlich nicht,
ob es Gott gibt. Das zusammengesetzte Wort Proginosko,
das hier im griechischen steht, bedeutet also vorherwissen oder,
wie es die Elberfelder sehr gut übersetzt, zuvorerkennen. Was meint es also, dass Gott
vorher weiß oder zuvor erkennt? Und hier gehen jetzt die Auslegungen
der Kalvinisten und der Antikalvinisten auseinander. Denn hier geht es
um den zweiten Punkt des Kalvinismus. die bedingungslose Erwählung. Also die Lehre, dass Gott Menschen
erwählt hat vor Grundlegung der Welt und zwar nach seinem eigenen
Vorsatz, nach dem Wohlgefallen seines Willens, um es etwas lässig
auszudrücken, einfach weil er es wollte. und nicht, weil ihn irgendetwas
in uns dazu veranlasst hätte, uns zu erwillen. Da ist kein Verdienst in uns. Es ist einhundert Prozent unverdiente
Gnade, wenn Gott Menschen erwillt und sie erlöst. Bedingungslose
Erwählung. Das ist das, was wir Kalvinisten
in diesem Wort sehen. Das Zuvorerkennen Gottes meint
die bedingungslose Erwählung von Menschen. Und wir werden
gleich dann genau schauen, warum wir das glauben und ob die Bibel
das wirklich lehrt. Die Antikalvinisten hingegen
meinen, es ginge hier um ein rein intellektuelles Vorwissen
Gottes. Gott weiß vorher, was in der
Zukunft passieren wird. Ach nee. So, er schaut gewissermaßen
in die Zukunft. Er schaut den Korridor der Zeit
entlang und sieht, ob ein Mensch sich in der Zukunft für Jesus
entscheiden wird oder nicht. Ob er glauben wird oder nicht.
Und wenn Gott sieht, dass sich ein Mensch in der Zukunft für
Jesus entscheiden wird, dann erwählt er ihn und bestimmt ihm,
dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein und so weiter. Aufgrund
dieses Vorwissens, dieser Mensch wird sich für Jesus entscheiden. Was dann die Erwählung und die
Zuvorbestimmung überhaupt noch groß bewirken soll, sei mal dahingestellt.
Wenn wir sowieso wissen, dieser Mensch entscheidet sich dafür,
aber darauf vielleicht mal später. Der Theologe Frederic Godot beschrieb
es so. Gott, der bei gewissen Menschen
das Verlangen oder das Trachten nach dem Heil wahrnimmt, entscheidet
dieser günstigen Haltung wegen, an sie seinen Gnadenruf zu richten,
der demgemäß nicht fehlschlagen kann. Wenn Gott nur Menschen beruft,
von denen er weiß, die werden ja sagen, Ja, dann kann es nicht
fehlschlagen. Also keine bedingungslose Erwählung,
sondern eine bedingte Erwählung. Und die Bedingung, dass Gott
Menschen erwählt, ist, dass dieser Mensch diese günstige Haltung
in sich haben muss, dass er nach dem Heil verlangt, nach dem Heil
trachtet, dass er sich für Jesus entscheiden wird. Letztlich also wie immer der
freie Wille des Menschen. Und wenn Gott vorher weiß, dass
sich ein Mensch aus freiem Willen, aus freien Stücken für das Heil
in Christus entscheiden wird, dann erwählt er ihn und dann
setzt er alles andere Nötige in Gang. Diese Lehre geht übrigens
nicht nur gegen Calvin, sondern auch gegen Luther. Sie geht gegen
die Grundlagen, gegen den Kern der Reformation. Es ist wirklich
eine gut-katholische Lehre. Die katholische Kirche lehrt
auch, dass sich ein Mensch selbst zur Gnade bereiten muss. Die
katholische Kirche sagt nicht, man braucht keine Gnade. Man
braucht die Gnade. Aber man muss sich selbst irgendwie
zu dieser Gnade bereiten. Man muss sich irgendwie der Gnade
Gottes würdig erweisen, weil man so eine günstige Haltung
hat, weil man halt die richtige Entscheidung treffen wird. Und damit ist letztlich der entscheidende
Faktor. an dem abhängt, ob Gott jemanden
erwählt und errettet oder nicht, der entscheidende Faktor ist,
warum der eine gerettet wird und der andere ewig verloren
geht, dass der eine etwas Gutes in sich hatte, was der andere
nicht hatte. Er hatte diese günstige Haltung,
dieses Trachten nach dem Heil, diese gute Entscheidung, der
andere nicht. Es lag also An mir, das Gott
mich erwählte und errettete. Ich war halt besser als der andere. Das würden die meisten so nicht
sagen, aber das ist es, was sie sagen. Das ist die logische Folge. Damit hätte ich aber etwas, dessen
ich mich selbst rühmen könnte. Dabei heißt es doch, damit niemand
sich rühme. Epheser 2, Vers 9. Und wer sich
rühmt, der rühme sich des Herrn. 1. Korinther 1, Vers 31. Die Begründungen für diese Auslegung,
dass Gott also vorher weiß, wie ein Mensch sich entscheiden wird
und deswegen ihn dann entsprechend bestimmt. Die Begründungen für
diese Auslegung sind teilweise abenteuerlich. Ein bekannter
Bibellehrer argumentiert etwa so, ich zitiere frei, aber nicht
sinnverfälschend. Das Wort Prognosis kennen wir
von der Wetterprognose. Aber die Leute vom Wetteramt
machen ja das Wetter nicht. Sie wissen es nur im Voraus,
aber ihr Vorwissen beeinflusst den Verlauf des Wetters nicht.
Also ist die bedingungslose Erwählung des Kalvinismus falsch." Das
ist kein Witz. Das war das Argument. Das Zuvorerkennen des heiligen
Gottes meint keine Erwählung, sondern reines Vorwissen, weil
Wettervorhersage. Ich hoffe, wir verstehen, dass
hier ein grober Fehler im logischen Denken vorliegt. Für die Frage, was das biblische
Zuvorerkennen Gottes bedeutet, ist es völlig ohne Belang, was
die oft falsche Wetterprognose von Menschen bedeutet. Es gibt
keinen Zusammenhang, es gibt keine Relevanz. Das ist eine Hermeneutik, eine
Schriftauslegung, da fehlen mir wirklich die Worte. Das ist keine
Exegese, das ist Eisegese. Es ist kein Auslegen des Bibeltextes,
sondern ein Hineinlegen von Bedeutungen, die völlig von außerhalb der
Bibel und aus einem völlig anderen Kontext kommen. So legt man die
Schrift nicht aus. Und dann verkündigt dieser Bibellehrer
im Brustton der Überzeugung, der Kalvinismus ist falsch. Und die Lehre der bedingungslosen
Erwählung sei eine Irrlehre von irgendwelchen Sekten. Augustinus hätte sie nur gelehrt,
weil er noch den Irrlehren der Manichea glaubte. Und der Gott der Kalvinisten
sei wie Allah. Ich schäme mich, das überhaupt
auszusprechen. Ich wäre etwas vorsichtiger. Besonders, wenn ich so grottenschlechte
Argumente habe. Denn Gottes Lästerung ist kein
Kavaliersdelikt. Auch nicht, wenn man ein bekannter
Bibellehrer ist. Und das Verlästern von Brüdern
ist es auch nicht. Und dann wird uns Kalvinisten
wieder vorgeworfen, wir wären die Stolzen, das hier ist Stolz. Die dürfen über uns so reden? Gut. Wir wollen uns nun in drei
Punkten anschauen, drei Punkte, warum diese antikalvinistische
Auslegung des Wortes Prognosko falsch ist. Und dann wollen wir
schauen, warum die kalvinistische Auslegung korrekt ist. Also warum
ist die Auslegung, Gott würde die Entscheidung von Menschen,
den Glauben von Menschen vorhersehen und dann entsprechend handeln,
warum ist diese Auslegung falsch? Und hier sind drei Gründe. Erstens,
Gott lernt nicht. Gott lernt nicht. Wenn wir denken,
dass Gott irgendwie in die Zukunft schaut, um zu wissen, ob sich
jemand für ihn entscheiden wird, haben wir ein falsches Gottesbild. Gott lernt nicht. Gott muss nicht
erkennen, wie sich irgendjemand in der Zukunft verhalten wird.
Denn das würde bedeuten, dass es irgendein Wissen außerhalb
von Gott gäbe. dass er sich aneignen müsse. Zum Beispiel die Entscheidung,
die ein Mensch aufgrund seines freien, von Gottes einwirken
unabhängigen Willens treffen wird. Etwas außerhalb von Gott,
was dieser Mensch tut. Und Gott muss es lernen. Aber die Idee, dass es irgendein
Wissen außerhalb von Gott gäbe, ist nicht biblisch, sondern heidnisch. Der bekannte Prediger Stephen
Lawson nennt das eine wahnsinnige Sicht von Gott. Eine wahnsinnige
Sicht von Gott. Das sind seine Worte. Er beschreibt
damit einen Großteil der Christen heute. Es gibt rein gar nichts, was
irgendwie außerhalb von Gott geschehen könnte, sodass er sich
ein Wissen darüber aneignen müsste. Alles, was geschieht, geschieht
allein nur deshalb, weil Gott es so bestimmt und verordnet
hat. Nichts geschieht außerhalb von
seiner Verordnung. Er ist es, der alles wirkt nach
dem Rat seines Willens. Epheser 1, Vers 11. Außerhalb
von Gottes Ratschluss und außerhalb von Gottes Wirken kann überhaupt
nichts existieren. Es kann überhaupt nichts geschehen.
Es gibt kein Wissen außerhalb von Gott. Und das umfasst auch
die Entscheidungen von Menschen. Das Herz des Menschen erdenkt
seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte. Sprüche 16, Vers
9. Viele Gedanken sind im Herzen
eines Mannes, aber der Ratschluss des Herrn, er kommt zustande. Sprüche 19, Vers 21, um nur zwei
Verse zu nennen. Alles, was geschieht, geschieht
allein nur deshalb, weil Gott es so verordnet hat. Robert Haldane schreibt, Es wird
ein bisschen kompliziert, aber denkt mit. Wenn ihr das versteht,
habt ihr viel verstanden. Es gibt nichts, was als das, was sein
wird, bekannt ist, was nicht mit Sicherheit sein wird, Und
es gibt nichts, was mit Sicherheit sein wird, es sei denn, es ist
vorherbestimmt, dass es sein soll. Es ist sehr kompliziert,
ich versuche es zu erklären. Wenn Gott weiß, dass etwas geschehen
wird, kann es dann sein, dass das doch nicht geschieht? Nein. Dann hätte Gott sich ja geirrt.
Dann wäre sein Vorwissen ja falsch gewesen. Das kann nicht sein.
Das ist unmöglich. Gottes Wissen über das, was geschehen
wird, kann nicht falsch sein. Wenn Gott etwas vorher weiß,
dann muss das auch so geschehen, mit absoluter Sicherheit. Es
kann nicht anders geschehen. Kann es dann noch einen freien
Willen, von Gottes einwirken unabhängigen freien Willen des
Menschen geben? Freier Wille bedeutet doch, dass
ich mich in einer Situation frei, unbeeinflusst, aus mir selbst
heraus für das eine oder das andere entscheiden kann. Wenn
Gott aber im Voraus, vor Grundlegung der Welt schon wusste, wofür
ich mich entscheiden werde, dann muss ich mich zwangsläufig so
entscheiden, sonst wäre Gottes Vorwissen falsch gewesen. Aber
dann habe ich in dem Moment keine Wahl. dann ist mein Willen nicht
frei, sondern gebunden an Gottes Vorwissen. Ich muss meinen Willen
zwangsläufig so ausüben, wie Gott es vorhergesehen hat. Ja, aber kann es nicht sein,
dass es sich für mich trotzdem so anfühlt, als hätte ich einen
freien Willen? Herzlich willkommen beim Calvinismus. Und seht ihr, Selbst wenn es
Wissen außerhalb von Gott gäbe, was unmöglich ist. Aber angenommen
es gäbe Wissen außerhalb von Gott, wusste Gott nicht vor Grundlegung
der Welt, wer sich für und wer sich gegen ihn entscheiden würde.
Und trotzdem hat er die Welt und die Menschen genau so gemacht. Mit diesem Vorwissen. Er hat
sie so gemacht, dass alles zwangsläufig nach seinem Vorwissen geschehen
muss. Ist Gott damit nicht doch letztlich
die Ursache? Wenn er in voller Kenntnis die
Welt so gemacht hat, dass jetzt alles so geschieht? Seht ja,
wenn man ein konsistent christliches Bild von Gott behalten will,
dann kommt man nicht darum herum, dass Gott nicht nur alle Dinge
irgendwie vorher weiß, sondern dass er alle Dinge vorher bestimmt
und bewirkt. Sonst landet man konsequenterweise
am Ende bei der Irrlehre des sogenannten Open Theism, des
offenen Theismus, wo Gott nicht genau wissen kann, wie die Menschen
sich mit ihrem freien Willen in der Zukunft entscheiden werden.
Also, es gibt kein Wissen außerhalb von Gott, dass Gott durch einen
Blick in die Zukunft lernen müsse und dann seine Entscheidung darauf
basieren müsse. Gottes Handeln basiert nicht
darauf, dass er Dinge im Voraus weiß, die irgendjemand tun wird,
sondern dass er alle Dinge im Voraus vorher bestimmt und verordnet
und sie dann bewirkt. Das ist ein mächtiger Gott. Das
ist der Gott der Bibel. Zweitens. Das war der erste Punkt.
Gott lernt nicht. Zweitens. Niemand will Jesus. Niemand will Jesus. Angenommen, es wäre doch so,
dass Gott in die Zukunft schaut, um zu sehen, ob sich ein Mensch
für oder je gegen Jesus entscheiden würde. Wie gesagt, das ist nicht
möglich. Aber angenommen, es wäre doch so, Gott schaut durch
den Korridor der Zeit und er schaut, wer sich für Jesus entscheidet. Was würde Gott sehen? Wie viele Menschen würde er sehen,
die sich aus ihrem freien Willen für Jesus entscheiden würden?
Richtig, nicht einen einzigen. Gott würde Milliarden von Menschen
sehen, die sich alle gegen Jesus entscheiden würden, ohne Ausnahme,
weil sie ihn hassen. Es ist für mich völlig unverständlich,
wie man hier im Römerbrief in Römer 8 behaupten kann, es hinge
alles daran, dass sich Menschen frei für Jesus entscheiden. Es
gab doch auch die Kapitel davor, vor Kapitel 8. Hat man die nicht
gelesen? Da ist kein Gerechter, auch nicht einer. Da ist keiner,
der verständig ist. Da ist keiner, der Gott sucht. Alle sind abgewichen. Sie sind allesamt untauglich
geworden. Wozu untauglich? Zum Glauben
an Christus. Und zu vielen anderen Dingen.
Da ist keiner, der Gutes tut. Ist es eine gute Sache, sich
für Jesus zu entscheiden? Ja, da ist keiner, der Gutes
tut. Auch nicht einer? Da ist auch
nicht einer. Römer 3, 11 und 12. Ist das denn
so schwer zu verstehen? Wer ist es, den Gott rechtfertigt? Der, von dem er vorhergesehen
hat, dass er sich für Jesus entscheiden wird? Gott rechtfertigt diejenigen,
die gottlos sind. Gott rechtfertigt Gottlose. Römer 4, Vers 5. Ich will dazu gar nicht mehr
viel sagen. Wer es interessiert, der kann sich meine Predigten
zu diesen Versen noch einmal anhören. Die Schrift lehrt eindeutig
die völlige Verderbtheit des Menschen. Seit dem Fall von Adam
sind wir alle versklavt unter die Sünde. Wir sind moralisch
unfähig und unwillens. uns für Gott zu entscheiden. Wenn Gott in die Zukunft schauen
würde, um zu sehen, wer sich für Christus entscheidet, dann
würde er nur Menschen sehen, die Christus hassen, die ihm
ins Gesicht spucken, die ihn am liebsten noch einmal ans Kreuz
schlagen würden. Wenn Gott nicht zuerst aktiv
wird, wenn er nicht Menschen wirksam beruft, wirksam zieht
zu Christus, indem er in ihnen den Glauben wirkt, ihnen ein
neues Herz gibt, ihr altes Herz wegnimmt. Wenn Gott das nicht
zuerst tut, dann entscheidet sich niemand für Christus. Und alle, bei denen er es tut,
entscheiden sich für Christus. Es bedarf der überwindenden Gnade
Gottes, wenn sich überhaupt irgendein Mensch für Jesus entscheiden
soll. Das ist übrigens der vierte Punkt
des Kalvinismus, die überwindende Gnade. Auch da zunächst einmal
mehr. Wenn du wirklich denkst, dass
Gott schaut, wer sich für Jesus entscheidet und aufgrund dieses
Vorwissens dann Leute erwählt und dann denkst du, dann hat
er geschaut und er hat dich gesehen. und sich gedacht, den erwähne
ich. Wenn du das denkst, dann kennst
du dein Herz nicht. Dann denkst du noch viel zu hoch
von dir und viel zu gering von Gott. Dann hast du noch etwas
in dir zu rühmen. dann hast du die Gnade Gottes
noch nicht richtig verstanden. Wir müssen das klar sagen. Wer den Kalvinismus ablehnt,
und ich weiß, dass das 95 Prozent oder noch mehr der Christen in
unserem Land betrifft, wer den Kalvinismus ablehnt, hat die
Gnade Gottes nicht richtig verstanden. So ist der Zustand der Christenheit
in unserem Land. Er mag genug von der Gnade verstanden haben,
um gerettet zu sein. Gott sei Dank verlangt Gott keine
perfekte Theologie, um gerettet zu werden. Aber er hat einen
großen Mangel am Verständnis der Gnade Gottes. Das war der zweite Punkt. Niemand
will Jesus. Und der dritte Punkt. Gott erkennt
Menschen. Gott erkennt Menschen. Es ist ja ein netter Versuch
zu sagen, es ginge hier darum, dass Gott vorher weiß, wer sich
für ihn entscheiden wird. Gott weiß die Entscheidungen
vorher. Das Problem ist, dass da von
rein gar nichts im Text steht. Ist euch das aufgefallen? Da steht, Vers 29, welche er
zuvor erkannt hat. Da steht er. Da steht nicht,
die von denen er vorher weiß, dass sie sich für Jesus entscheiden
und ihm glauben werden. Da steht er überhaupt nicht. Nicht mal
ansatzweise. Im ganzen Text findet sich nicht
mal ein Hinweis darauf. Ihr müsst genau hinschauen. Habt
ihr das gesehen? Das kann man überhaupt nicht
aus dem Text herauslegen. Das muss man in den Text hineinlesen. Tatsächlich findet sich in der
ganzen Bibel an keiner Stelle die Aussage, dass Gott Menschen
erlösen würde, weil er ihren Glauben vorhergesehen hat. So eine Aussage existiert nicht
in der Bibel. Der Gedanke ist der Bibel fremd.
Es ist das heidnische Konstrukt vom freien Willen, das man in
die Bibel hineinlesen muss, um zu so einer Aussage zu kommen.
Das sind die Traditionen von Menschen. Und wir erkennen, dass
diese Traditionen heidnisch und nicht biblisch sind, weil das
das ist, was alle Menschenreligionen sagen. Du musst etwas sein. Du musst etwas tun. Es liegt an dir. Dein freier
Wille. Tatsächlich steht hier etwas
ganz anderes. Hier steht nicht, dass Gott etwas
vorher weiß. Eine Entscheidung oder irgendwas.
sondern dass er jemanden zuvor erkennt. Es geht nicht um ein
Vorwissen von Handlungen oder Ereignissen, ein Vorwissen von
einer Entscheidung. Es geht um ein Zuvorerkennen
von Menschen, von Personen. Nicht was Gott vorhersah, sondern
wen er zuvor erkannte. Und tatsächlich kommt im gesamten
Neuen Testament dieses Wort zuvorerkennen im Zusammenhang mit Gott immer
nur in Bezug auf Personen vor, nie auf irgendwelche Handlungen. Wenn Gott das Subjekt ist und
Proginosko das Verb, dann ist das Objekt immer eine Person. Es gibt im Neuen Testament kein
einziges Beispiel, wo sich Gottes Prognosis auf eine Handlung beziehen
würde. Gott erkennt Personen, nicht
ihr Verhalten. Und das Wort Prognosko ist ein
aktives Verb. Das heißt, es ist etwas, das
Gott aktiv tut. Gott nimmt nicht nur passiv etwas
zur Kenntnis, was ein anderer aktiv tut. Er weiß nicht nur, was ein Mensch
tun wird, sondern er handelt hier selbst aktiv. Genauso wie bei den anderen vier
Gliedern der Kette. Genauso wie Gott aktiv handelt,
wenn er Menschen vorherbestimmt und sie beruft und sie rechtfertigt
und sie verherrlicht, genauso handelt Gott aktiv, wenn er Menschen
zuvor erkennt. Er weiß nicht nur, was diese
Menschen aktiv tun werden, sondern er tut sie zuvor erkennen. Das ist kein gutes Deutsch, aber
vielleicht versteht ihr, was ich meine. Er tut es. Was bedeutet es also, dass Gott
Menschen aktiv zuvor erkennt? Unser letzter Punkt. Was bedeutet
es also? Wir haben gesehen, was es nicht
bedeutet, aber jetzt fragen wir uns, was bedeutet es, dass Gott
Menschen aktiv zuvor erkennt. Und damit nicht auch wir einfach
unsere Meinung dem Text aufzwingen, müssen wir gründlich untersuchen,
was die Bibel selbst hierzu sagt. Ich habe euch am Anfang schon
gesagt, zu welchem Ergebnis wir kommen werden, aber das entbindet uns
nicht darum, davon wirklich zu prüfen, ob das denn auch biblisch
ist. Und dazu schauen wir uns jetzt einige Beispiele an, wie
die Bibel selbst das Wort zuvor erkennen, beziehungsweise erkennen,
auch ohne die Vorsilbe erkennen, wie die Bibel dieses Wort gebraucht.
Und ich nenne nur einige wenige Beispiele. Ich hatte ungefähr
doppelt so viele aufgeschrieben. Ich habe mir nur einige rausgesucht
und man könnte noch viel mehr nennen. Also nur einige Beispiele. Und wir starten im Alten Testament.
Das Wort, das im Hebräischen dem griechischen Proginosko,
beziehungsweise Ginosko entspricht, ist Yadah. Die Septuaginta, die
alte griechische Übersetzung des Alten Testaments, übersetzt
Yadah einige hundert Male mit Genosko. Ich habe die genaue
Anzahl vergessen. Ich meine, ich habe irgendwo gelesen, dass
es ungefähr 200 Mal wäre oder sogar noch mehr. Also schauen
wir, wie Yadah im Alten Testament in Bezug auf Personen, denn darum
geht es hier, wie es gebraucht wird. Und wir fangen an am Anfang. Und der Mensch erkannte, jada,
Eva, seine Frau, und sie wurde schwanger und gebar keinen. Genesis 4, Vers 1. Hatte Adam einfach nur das Wissen,
dass Eva existierte? Oder wusste er nur etwas, was
Eva tun würde? Nein, das Ergebnis seines jada,
seines Erkennens, war, dass Eva schwanger wurde. Das ist nicht
nur ein bloßes Wissen. Es ist eine Erwählung von Eva
zu seiner Frau. Eine intime, liebevolle Zuwendung. Es ist der Vollzug des Ehebundes. Und diese Bedeutung hat sich
auch im Neuen Testament nicht verändert. Joseph aber vom Schlaf
erwacht tat, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte und
nahm seine Frau zu sich. Und er erkannte sie nicht, bis
sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte. Und er nannte
seinen Namen Jesus. Matthäus 1, 24 und 25. Also das
Erkennen einer Person führt dazu, dass sie schwanger wird. Weiter. Und der Herr sprach zu Mose,
auch dies, was du gesagt hast, werde ich tun, denn du hast Gnade
gefunden in meinen Augen, und ich kenne dich, jada, mit Namen. Exodus 33, 17. Sagt Gott hier,
dass er den Namen Mose kennt. Was wäre daran besonders? Viele Leute haben den Namen Mose
gekannt und kennt Gott etwa nicht alle Namen aller Menschen? Warum
wendet Gott hier Mose seine Gnade zu? Weil Yadda mehr bedeutet
als Wissen. Gott hat Mose erwählt. Er hat ihn geliebt. Er tritt
in eine besondere Beziehung zu ihm. Das meint es, dass er ihn
kennt mit Namen. Weiter. Hört dieses Wort, dass
der Herr über euch redet, ihr Kinder Israel, über das ganze
Geschlecht, das ich aus dem Land Ägypten heraufgeführt habe, in
dem er spricht. Nur euch habe ich von allen Geschlechtern
der Erde erkannt. Jada. Darum werde ich alle eure
Ungerechtigkeiten an euch heimsuchen. Amos 3, 1 und 2. Will Gott hiermit sagen, dass
er nur um die Existenz des Volkes Israels wusste und alle anderen
Völker ihm unbekannt waren? Natürlich nicht. Gott kannte
alle Völker, alle Geschlechter. Oder soll es vielleicht bedeuten,
dass Gott Israels Glauben und Gehorsam und Entscheidung für
Gott vorhersah? dann musste wohl die Geschichte
Israels noch einmal nachlesen. So war das nicht. Nein, es geht hier darum, dass
Gott Israel auserwählt hat, als sein Eigentumsvolk aus all den
anderen Völkern nur Israel und kein anderes Volk. Nur sie hat
er in dieser Weise erkannt. Und zwar nicht, weil etwas in
Israel ihn dazu veranlasst hätte. Wir lesen das in der Parallelstelle. Dich hat der Herr, dein Gott,
erwählt, ihm zum Eigentumsvolk zu sein, aus allen Völkern, die
auf dem Erdboden sind. weil ihr mehr werdet als alle
Völker. Nicht weil irgendwas in euch
besser wäre als in anderen Völkern, hat der Herr sich euch zugeeignet
und euch erwählt. Ja, da erkennen, zueignen, erwählen. Denn ihr seid das Geringste unter
allen Völkern. Deuteronomium 7, 6 und 7. Also
wenn Gott darauf schauen würde, wie diejenigen sind, die er erwählt,
dann hätte er auf jeden Fall Israel nicht erwählt. Das waren
die Geringsten. und halsstarrig und ehebrecherisch
und götzendienerisch waren sie außerdem. Weiter. Gott spricht zu Israel. Ich habe
dich ja gekannt in der Wüste, im Land der Gluten. Hosea 13,5.
Hatte Gott einfach nur Kenntnis davon, nur Wissen davon, dass
Israel in der Wüste war oder was es vielleicht in der Wüste
tat? Nein, Gott hat sich in der Wüste
seines Volkes angenommen, hat sich ihm zugewendet, war mit
ihm, hat es geführt, hat es versorgt. Das ist das Erkennen seines Volkes. Weiter. Gott spricht zum Propheten
Jeremia. Bevor ich dich im Mutterleib
bildete, habe ich dich erkannt. Und bevor du aus dem Mutterschoß
heraus hervorkamst, habe ich dich geheiligt. Zum Propheten
der Nationen habe ich dich bestellt. Jeremia 1,5. Hier haben wir einen
typischen hebräischen Parallelismus. dass Gott Jeremiah erkannt hat,
bevor er ihn im Mutterleib bildete, ist gleichbedeutend mit der zweiten
Aussage, ich habe dich geheiligt und zum Propheten bestellt. Das
meint das Kennen Gottes. Es ist mehr als ein Vorwissen,
dass es Jeremiah geben würde oder was er tun würde. Es ist
ein Heiligen, ein Bestellen, das heißt ein Bilden zu diesem
bestimmten Zweck. Kommen wir ins Neue Testament.
Und jetzt zum griechischen Wort Proginosko bzw. Ginosko. Jesus spricht. Ich bin der gute
Hirte und ich kenne die Meinen und ich bin gekannt von den Meinen,
wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne und ich lasse
mein Leben für die Schafe. Johannes 10, 14 und 15. Meint
Jesus einfach, dass er Wissen davon hat, wer seine Schafe sind. So wie der Vater weiß, Wer Jesus
ist? Und Jesus weiß, wer der Vater
ist? Nein, es geht hier um eine intime
Kenntnis, eine intime Beziehung, um ein Lieben, die Folge von
Jesu Kenntnis ist, dass er sein Leben lässt für die Schafe. Dieses Kennen hat mit Liebe zu
tun, die so groß ist, dass er stirbt für sie. Es ist das gleiche
intime Kennen, wie der Vater den Sohn und der Sohn den Vater
kennt. Es ist doch nicht nur ein Wissen
darum, dass man existiert. Und umgekehrt spricht Jesus und
dann werde ich ihnen erklären, ich habe euch niemals gekannt,
weicht von mir ihr Übeltäter. Matthäus 7, 23 meint Jesus, dass
er kein Wissen um die Existenz der Verdammten hatte. Oder wusste
er nicht, was sie taten, dass sie sich gegen ihn entschieden?
Nein, er hat sie nicht erwählt. Er hat sich ihnen niemals zugewandt. Er hat sie niemals geliebt. Sie
gehörten niemals zu ihm. Und deswegen müssen sie von ihm
weggehen. Weiter. Wenn aber jemand Gott
liebt, der ist von ihm erkannt. 1. Korinther 8, Vers 3 und ähnlich. Jetzt aber, da ihr Gott erkannt
habt, vielmehr aber von Gott erkannt worden seid. Galater
4, Vers 9. Das Erkennen Gottes. ist nicht ein bloßes Wissen um
eine Sache. Wenn Gott jemanden erkennt, dann
hat das Kraft, dann hat das Auswirkungen. Dann führt das dazu, dass diejenigen,
die Gott kennt, dass sie auch Gott kennen. Das heißt, dass
sie Gott lieben. Wenn aber jemand Gott liebt,
der ist von ihm erkannt. Weiter, wir sind gleich fertig.
Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel. Der Herr
kennt die Sein sind. 2. Motiv 2, Vers 19. Was ist
dieser feste Grund? Was ist dieses Siegel? Dass Gott intellektuell weiß,
wer zu den Sein gehört oder was die Sein tun? Wer sich für ihn
entscheidet? Nein! Der feste Grund, auf den
wir bauen und vertrauen können, ist, dass er uns geliebt hat,
dass er uns erwählt hat und dass er uns deshalb bewahren wird. Das ist ein fester Grund. Und noch eines zum Abschluss. Petrus schreibt an die Christen,
auserwählt, nach Vorkenntnis Gottes des Vaters. 1. Petrus 1, 1 und 2. Der Bibellehrer,
von dem ich vorhin gesprochen habe, nennt diese Stelle auch
und sagt, auch hier gehe es darum, dass Gott den Glauben dieser
Christen vorhergesehen und sie deshalb erwählt hat. Begründung
Wettervorhersage. Das Problem ist nur, dass Petrus
wenige Verse später im selben Brief das Wort Proginosko noch
einmal verwendet. sondern mit dem kostbaren Blut
Christi als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken, der zwar
zuvor erkannt ist vor Grundlegung der Welt, aber offenbart worden
ist am Ende der Zeiten um euretwillen. 1. Petrus 1, 19 und 20. Was will Petrus denn damit sagen? Dass Gott vor Grundlegung der
Welt um Jesu Existenz wusste? Oder dass er einfach nur wusste,
was Jesus tun würde? Natürlich nicht! Sondern Gott
hat Jesus vor Grundlegung der Welt dazu erwählt, dazu bestimmt,
dass er die Erlösung bewirken würde für sein Volk, indem er
sein kostbares Blut vergieß als ein Lamm ohne Fehl und ohne Flecken.
Aber wenn das Zuvorerkennen hier diese Bedeutung hat, hat es wohl
die gleiche Bedeutung ein paar Verse davor. Wir sehen also aus dem Zeugnis
der Schrift. Wenn Gott oder sogar Menschen,
aber wenn Gott eine Person erkennt oder zuvor erkennt, dann meint
das mehr als ein reines Wissen um etwas, was geschehen wird.
Es ist mehr als ein Vorwissen. Es meint eine intime Zuwendung,
eine Erwählung, ein Lieben, ein Sich-Zu-Eignen, ein Miteinander
in eine Bundesbeziehung, eine enge Beziehung treten. Und deshalb
übersetzt die Elberfelder auch treffend, welche er zuvor erkannt
hat. Es ist schön, dass wir im Deutschen
die Möglichkeit haben, das sogar zu zeigen in den Worten. Das
Englische hat das zum Beispiel nicht. Gott hat uns zuvor erkannt,
nicht zuvor gekannt. Nicht, welche Gott zuvor kannte,
sondern welche er zuvor erkannte. Das ist mehr. Das ist nicht nur
Wissen. Das ist etwas Verstehen über
jemanden. Die, was gerade gehört haben,
eine innige Beziehung haben zu jemandem. Das ist das aktive Handeln Gottes
in seinem Zuvorerkennen. Und das verstehen auch die meisten
Bibelübersetzer. Luther übersetzt, die er ausersehen
hat. Ähnlich Schlachter, die er zuvor
ersehen hat. Noch deutlicher, andere Übersetzungen,
wie etwa, die er zuvor erwählt oder auserwählt hat. Und die
neue Genfer paraphrasiert, aber macht es gut, schon vor aller
Zeit hat Gott die Entscheidung getroffen, dass sie ihm gehören
sollen. Das ist keine wörtliche Übersetzung,
aber das ist der Sinn, ja. Das meint Proginowsko. Und dieser Bibellehrer sagt zu
solchen Übersetzungen, das ist ja völlig falsch, völlig falsch
übersetzt. Ja. Das meint, dass Gott Menschen
zuvor erkennt. Er ersieht sie. Er erwählt sie. Er entscheidet, dass sie ihm
gehören sollen. Er handelt an ihnen aktiv. Er liebt sie. Er tritt in eine
besondere Beziehung zu ihnen. Er wendet sich ihnen in besonderer
Weise zu und gibt ihnen seine Gnade. Als Antwort auf diejenigen, die
behaupten, es ginge hier um ein reines Vorwissen, damit sie den
Calvinismus wegbekommen, lasst uns noch einmal Calvin selbst
zu Wort kommen lassen. Zitat. Gottes Zuvorersehung,
von welcher Paulus hier spricht, ist nun nicht ein bloßes Zuvorwissen,
wie einige unerfahrene Geister behaupten. sondern der ewige
Willensentschluss Gottes, Kraft dessen er uns zu seinen Kindern
ausersieht und für immer von den Verworfenen absondert. In demselben Sinne sagt Petrus,
haben wir gerade auch gehört, in demselben Sinne sagt Petrus,
dass die Gläubigen erwählt seien zur Heiligung des Geistes nach
der Vorsehung Gottes. Daraus zieht man vielfach den
törichten Schluss, dass Gott diejenigen erwählt habe, von
denen er voraussah oder vorauswusste, dass sie seiner Gnade würdig
sein würden. Aber Petrus wollte doch unmöglich
den Gläubigen eine Schmeichelei sagen, als ob sie aufgrund ihres
eigenen Verdienstes erwählt wären. Er wollte vielmehr ihnen alles
Verdienst nehmen und sie auf den ewigen Gnadenrat Gottes weisen. Wisst ihr, warum die kalvinistische
Lehre von der bedingungslosen Erwählung gar nicht falsch sein
kann? Mal ganz davon abgesehen, dass
sie in der Bibel steht, von vorne bis hinten. Weil sie uns Menschen allen Verdienst
nimmt. Und alle Ehre allein Gott. Nichts verherrlicht Gott mehr,
als dass alles seine Gnade ist. Zu 100 Prozent. Und eigentlich müsste jeder Christ
zumindest das verstehen, dass das wahr sein muss. Denn wenn
du ein neues Herz hast, dann ist das dein größtes Verlangen,
dass Gott alle Ehre empfängt und du gar nichts dazu beiträgst.
Brüder, die Lehre von der bedingungslosen Erwählung muss uns kostbar sein
wie Gold. Und wir müssen sie gut aus der
Bibel heraus verstehen und bereit sein, sie zu verteidigen gegen
die Verwirrungen der Antikalvinisten. Denn diese Lehre wird permanent
angegriffen von fast allen. Als William Carey Nicht Jim Carrey,
wie ich in dem Podcast gesagt habe. Als William Carrey, der
große Missionar Indiens, nach Indien segelte, da war er nicht
allein. Mehrere Brüder begleiteten ihn
auf seiner Missionsreise. Und als sie bereits auf dem Meer
waren, Richtung Indien segelten, da erfuhr Carrey, dass einige
dieser Männer, die ihn begleiteten, nicht an die bedingungslose Erwählung
glaubten. Ist ja nicht so schlimm, ne?
wenn wir heute sagen, ist ja nicht so schlimm. Nein, er drohte
ihnen, das Schiff wenden zu lassen und zurück nach England zu segeln
und sie dort wieder auszusetzen, weil sie untauglich seien für
so einen Dienst. Wir stehen in der Gefahr, uns
irgendwie ein bisschen zu schämen für die Gnadenlehren oder sehr
vorsichtig zu reden, weil wir wissen, dass fast alle gegen
uns sind. Wir sollten das ändern. Das sind herrliche, kostbare,
biblische Lehren. Gott verherrlichende Lehren.
Und wir sollten klar sagen, dass die, die das nicht erkennen,
sondern dagegen streiten, dass die ein Problem haben. Dass das nicht einfach auch okay
ist. Brüder, lasst uns festhalten
an den wunderbaren Gnadenlehren. Was sagt Spurgeon vom Calvinismus? Der Calvinismus ist das Evangelium. Sie sollen uns kostbar sein,
kostbarer als Gold. Lasst uns uns daran erfreuen.
Lasst uns selig sein in dem Wissen, dass wir rein gar nichts beitragen
zu unserer Erlösung. Wir haben nichts zu bringen,
keine günstige Haltung, keine gute Entscheidung für Christus. Wir sind nichts, wir tun nichts. Da ist nichts in uns, das Gott
veranlassen könnte, uns zu erwählen und unser Nachbar nicht. Im besten
Fall sind wir genauso schlecht wie unser Nachbar, wenn nicht
noch schlimmer. Denn Gott gefällt es, das zu
erwählen, was gar nichts ist, was das Geringste ist. Da ist
nur Sünde und Verdorbenheit in uns, bevor Gott uns ein neues
Herz gibt. Danach sieht es ein bisschen
anders aus. Aber das ist es, was wir waren.
Wir waren alle gottlose. Wir waren nicht gottlose mit
guten Neigungen, mit günstigen Haltungen, mit guten Entscheidungen,
die wir treffen würden. Wir waren durch und durch gottlose
Gotteshasser, Feinde Gottes. Aber wie groß, und damit möchte
ich schließen, wie groß ist die Gnade Gottes. Wie groß ist seine unverdiente
Liebe, dass er sich Sündern wie uns zuwendet. Bedingungslos, dass er uns bedingungslos
erwählt. weil da nichts war, was er als
Bedingung hätte nehmen können. Wie groß ist seine Liebe, dass
er für Gottlose und Gotteshasser und Feinde Gottes wie uns seinen
geliebten Sohn gibt. Und wie groß ist die Liebe, Christi,
dass er das Lamm ohne Fehl und ohne Flecken sein kostbares Blut
vergießt für vollkommen durch und durch Unwürdige wie uns. Wie groß ist die Gnade Gottes,
wie groß ist seine Ehre, wie groß ist seine Herrlichkeit. Wir wollen nicht einen Augenblick
lang. Denken, dass wir auch nur einen
Funkenanteil daran gehabt haben könnten, dass Gott uns erlöst. Es ist allein sein Werk, allein
seine Gnade, sein Zuvorerkennen, seine bedingungslose Erwählung,
seine unverdiente Gnade. In unserer Erlösung, in dieser
goldenen Kette haben wir nichts zu tun. Alles tut Gott, gepriesen
sei er dafür. Und ich will schließen mit der
letzten Strophe des Liedes Sterne, auf den ich schaue, das Adolf
Krummacher im Jahr 857 verfasste. Drum so will ich wallen meinen
Pfad dahin, bis die Glocken schallen und daheim ich bin. Dann mit
neuem Klingen jaucht sich froh dir zu, nichts hab ich zu bringen,
alles Herr bist du. In dem Namen Gottes, des Vaters,
des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Warum erwählt Gott Menschen?
Series Römerbrief
Eine Predigt von Pastor Tobias Riemenschneider über Römer 8, 29-30.
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| Sermon ID | 619231917127549 |
| Duration | 1:08:17 |
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| Category | Sunday Service |
| Bible Text | Romans 8:29-30 |
| Language | German |
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