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Gnade sei mit euch und Friede
von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Das Wort Gottes bringe ich Ihnen
heute Morgen aus 1. Korinther Kapitel 11 und zwar
die Verse 23 bis 26. Ich lese aber bereits ab Vers
17 und dann bis zum Ende des Kapitels, sodass uns der Zusammenhang
wieder vor Augen steht. Also die Predigt geht dann über
die Verse 23 bis 26. Wir lesen aber ab Vers 17, 1.
Korinther 11. Das aber kann ich, da ich am
Anordnen bin, nicht loben. Nämlich, dass eure Zusammenkünfte
nicht besser, sondern schlechter werden. Denn erstens höre ich, dass Spaltungen
unter euch sind, wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt. Und zum Teil glaube ich es. Denn
es müssen ja auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten
offenbar werden unter euch. Wenn ihr nun am selben Ort zusammenkommt,
so geschieht das doch nicht, um das Mahl des Herrn zu essen. Denn jeder nimmt beim Essen sein
eigenes Mahl vorweg, sodass der eine hungrig, der andere betrunken
ist. Habt ihr denn keine Häuser, wo
ihr essen und trinken könnt oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes
und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch etwa loben? Dafür lobe ich euch nicht. Denn ich habe von dem Herrn empfangen,
was ich auch euch überliefert habe. Nämlich, dass der Herr
Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, Brot nahm und dankte und
es brach und sprach, nehmt es, das ist mein Leib, der für euch
gebrochen wird, dies tut zu meinem Gedächtnis. desgleichen auch
den Kelch nach dem Mahl, in dem er sprach, dieser Kelch ist der
neue Bund in meinem Blut. Dies tut, so oft ihr ihn trinkt,
zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr dieses Brot esst
und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er
kommt. Wer also unwürdig dieses Brot
isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib
und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst. Und so soll er von dem Brot essen
und aus dem Kelch trinken. Denn wer unwürdig isst und trinkt,
der isst und trinkt sich selbst ein Gericht, weil er den Leib
des Herrn nicht unterscheidet. Deshalb sind unter euch viele
Schwache und Kranke und eine beträchtliche Zahl sind entschlafen. Denn wenn wir uns selbst richteten,
würden wir nicht gerichtet werden. Wenn wir aber gerichtet werden,
so werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt
verurteilt werden. Darum, meine Brüder, wenn ihr
zum Essen zusammenkommt, so wartet aufeinander. Wenn aber jemand hungrig ist,
so esse er daheim, damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das Übrige will ich anordnen,
sobald ich komme. Gemeinde unseres Herrn Jesus
Christus, wir stellen uns heute in der Wortverkündigung unter
die sogenannten Einsetzungsworte. Das sind bekannte Worte, wir
hören sie, wir lesen sie immer zu Beginn jeder Abendmahlsfeier. Warum machen wir das eigentlich? Bei jeder Abendmahlsfeier wird
das nicht auf die Dauer langweilig. Und was meinen wir eigentlich
mit dem Ausdruck Einsetzungsworte? Im Jahr 2012 erschien ein Sammelband unter
dem Titel Gottesdienste zwischen Liturgie und Event. Und in diesem
Buch wurden Beiträge von verschiedenen Autoren zusammengetragen, die
sich alle mit genau dieser Thematik beschäftigt haben. Und in dem
ersten Artikel dieses Sammelbands berichtet ein Schweizer Theologe,
David Plüss, von zwei freikirchlichen Gottesdiensten, die er besuchte. Er wollte einmal anschauen, er
wollte sich einmal angucken, wie in diesen Gemeinden jeweils
Gottesdienst gefeiert wird. Und ohne dass er das vorher wusste,
so berichtet er, wurden an den jeweiligen Sonntagen, an denen
er dort anwesend war, das Abendmahl gefeiert. Der schildert dann,
wie das ablief. In beiden Gottesdiensten wurde
das Abendmahl angesagt und dann wurden gleich die Elemente ausgeteilt,
also ohne Einsetzungsworte. Das Abendmahl im ersten der beiden
Abendmahlsgottesdienste beschreibt er folgendermaßen, ich zitiere. Es gab keine Einladung. Keine
Einsetzungsworte. Keine Abendmalsgebete oder Lieder. Kein Vaterunser und keine Anamnese. Also eine Anamnese, das ist,
dass wir an das Heilswerk Christi in seinem Tod und in seiner Auferstehung
erinnert werden. Brot und Wein wurden von Jugendlichen
in teils freizügiger Sommerkleidung gereicht, ohne Spendeformel,
aber mit einem freundlichen Lächeln." Zitat Ende. Meine Brüder und meine Schwestern,
ich bin mir ziemlich sicher, dass David Plus das Gleiche hier
in Deutschland, auch hier in Gießener Gemeinden hätte erleben
können. Und die Frage, die sich hier
stellt, ist, was würde der Herr dazu sagen? Was würde der Apostel Paulus
dazu schreiben? Ist das überhaupt eine Feier
des heiligen Abendmahls? In der letzten Predigt, in der
wir durch die Serie über das heilige Abendmahl durchgingen,
schon einige Wochen zurück, damals hatten wir als Grundlage die
Verse 20 bis 22 von 1. Korinther 11, da schreibt der
Apostel, ich formuliere es einmal mit eigenen Worten, Wenn ihr
an einem Alt zusammenkommt und dann dort das esst, was ihr mitgebracht
habt, wobei ihr dabei dann eure hungrigen Brüder und Schwestern
noch beschämt, dann ist das keineswegs das Mahl des Herrn Essen. Vers 20. Wir hatten von dem Apostel gehört,
dass er seine Antwort auf diesen Missbrauch, der damals in Korinth
herrschte, in einem einzigen Begriff zusammenfasste. Er sagte,
das Abendmahl ist Mahl des Herrn. Und wenn das Abendmahl nicht
in dieser dem Herrn angemessenen Weise gefeiert wird, als eben
als Mahl des Herrn, dann feiert man nicht Abendmahl. Und das ist dann nicht das Mahl
des neuen Bundes. Die Grundvoraussetzung für das
Feiern des Abendmahls ist nämlich, dass es der Herr Jesus Christus
ist, der uns dazu einlädt und natürlich, dass er auch bestimmt,
wie es am Abendmahlstisch zugeht. In dem oben angeführten Zitat
legt David Plüss seinen Finger auf einige Aspekte. Ich formuliere sie einmal als
Frage. Werden die Einsetzungsworte gelesen? Singen wir im Rahmen der Abendmahlsfeier
Dank und Loblieder, in denen das Werk des dreieinigen Gottes
gepriesen wird? wird Gott dem Herrn beim Abendmahl
gedankt für das Heilswerk seines Sohnes Jesus Christus. Übrigens, ich bin fest davon
überzeugt, dass am Abendmahlstisch kein Bittgebet Platz hat. Es geht am Tisch des Herrn zentral
um das Heilswerk Gottes in seinem Sohn Jesus Christus. Und angesichts
dieses Werkes bleibt uns nur eines übrig, zu bezeugen, und
zwar ein Dank zu bezeugen. Lob und Dank sei dir, Herr, für
das, was du getan hast. Wir hatten das letzte Mal einiges
zur römisch-katholischen Messe gesagt, in der der Priester die
Elemente, wie es heißt, konsekriert, also weit, Und wenn der Priester
sagt, dies ist mein Leib, diese Worte, dann werden nach Auffassung
dieser Kirche die Elemente von Brot und Wein in ihrer Substanz
zu Fleisch und Blut Christi verwandelt. Nicht in der Regel spricht oder
sprach früher jedenfalls der Priester diesen Satz auf Latein. Auf Latein heißt dieser Satz,
huc est meum corpus, Das verstanden die meisten Leute nicht und sie
sagten dann, der Priester macht wieder sein Hokuspokus. Gegen eine substanzielle Wandlung
der Elemente nimmt der Heidelberger Katechismus unzweideutig Stellung. Er beurteilt das Feiern einer
solchen Messe als eine verfluchte Abgötterei. Wir hatten darüber in der letzten
Predigt kurz gesprochen. Und wir gehen jetzt nicht mehr
darauf ein. Aber ich sage auch, angesichts dessen, wie man heute
wohl in manchen Freikirchen das Abendmahl meint feiern zu können,
ist das Thema, das David Pluss in seinem Artikel anspricht,
mindestens so naheliegend, und so brisant für uns wie das, was
in einer römisch-katholischen Messe passiert. Hier in diesem Abschnitt, also
ab Vers 23 bis Vers 26, hier führt der Apostel aus, was es
heißt, das Abendmahl als Herrenmahl zu feiern. Und wir werden sehen,
dass das Empfangen von Brot und Wein im Abendmahl alles andere
als eine geringfügige Belanglosigkeit ist. Und während wir uns in der
letzten Predigt darauf besannen, wie das heilige Abendmahl missbraucht
wurde im Blick auf den ärmeren Bruder, so geht es heute und
übrigens auch noch, so Gott will, in der nächsten Predigt, um die
mehr vertikale Ausrichtung. Es geht um die Frage, was wird
uns eigentlich im heiligen Abendmahl gegeben? Und so verkündige ich
Ihnen heute Morgen das Wort Gottes unter dem Thema, das herrliche
Geschenk des Herrenmahls. Wir wollen auf drei Punkte achten.
Erstens, die Einsetzung durch den Herrn. Zweitens die Verbindung
mit dem Herrn und drittens die Proklamation des Herrn. Also erstens die Einsetzung durch
den Herrn, das sind die Verse 23 und 24a. Dass das heilige Abendmahl nicht
unser Mal ist, sondern Mal des Herrn, das hörten wir bereits
in der letzten Predigt. Und der Abschnitt, auf den wir
heute hören, der ist sehr eng mit dem davor stehenden Abschnitt
verknüpft. Vers 23 beginnt mit einem Denn. Denn ich habe von dem Herrn empfangen,
was ich auch euch überliefert habe. und die Partikel, denn
sie begründet etwas. Der Apostel bleibt beim Thema.
Er hatte gesagt, das Abendmahl ist Herrenmahl. Und aus dieser
Perspektive schreibt Paulus nun, denn ich habe von dem Herrn empfangen. Paulus spricht hier nicht davon,
ich habe von Jesus Christus empfangen. Natürlich hätte er das auch sagen
können. Aber er betont weiterhin, Er
ist der Herr. Und bitte überhören wir das nicht. Dass das Abendmahl das Mahl des
Herrn ist, ist gerade in Auseinandersetzungen mit Missbräuchen des Abendmahls
zentral. Und dann führt Paulus weiter
aus. Ich habe von dem Herrn empfangen. Und damit legt er den Finger
auf das Grundmuster des Abendmahls. und auch auf seine eigene Aufgabe
darin. Es geht um Empfangen und um Weitergeben. Wir nehmen uns das Abendmahl
nicht selbst. Das Abendmahl ist kein Buffet. Schon gar nicht verfügen Menschen
über das Abendmahl. Die Feier des heiligen Abendmahls,
sie steht nicht in unserem Belieben. Ein jeder von uns empfängt es. Und zwar letztlich nicht von
dem, der es jeweils austeilt, sondern von dem Herrn Jesus Christus
selbst. Und indem derjenige, der das
Abendmahl austeilt, vorher die Einsetzungsworte spricht, bringt
er genau das zum Ausdruck. Das Feiern des Abendmahls ist
nicht ein menschliches Event. Es steht nicht in menschlichem
Belieben, sondern es ist ein herrliches Geschenk von unserem
Herrn Jesus Christus. Es ist der Herr, von dem wir
das Abendmahl empfangen. Und indem Paulus schreibt, ich
habe von dem Herrn empfangen, was ich euch überliefert, also
weitergegeben habe, betont er auch, dass das Feiern des heiligen
Abendmahls nicht auf irgendeine menschliche Tradition zurückzuführen
ist, die dann von Mensch zu Mensch weitergegeben wurde und sich
im Laufe der Zeit an die jeweiligen Umstände anzupassen pflegt. Sondern
der Apostel betont, ich habe es vom Herrn empfangen. Da könnte man natürlich einwenden,
ist doch alles, was Paulus sagt, inspiriert. Also er hat auch
alles von dem Herrn empfangen. Ja, das stimmt. Aber hier liegt der Apostel ausdrücklich
Wert darauf. dass das, was er im Blick auf
das Abendmahl schreibt, den direkten Aussagen von Jesus Christus entstammt. Und möglicherweise haben wir
bei der Aussage, ich habe von dem Herrn empfangen, sogar an
eine direkte, persönliche Offenbarung zu denken. Nicht immerhin fällt
es auf, dass der Apostel nicht schreibt, wir haben vom Herrn
empfangen, sondern er schreibt und zwar betont, ich habe von
dem Herrn empfangen. Aber ob Paulus eine persönliche
Offenbarung hier hatte und das jetzt andeutet, das lasse ich
offen, ich weiß es nicht. Natürlich könnte er es auch aus
einem der Evangelien empfangen haben. Für uns, ihr Lieben, bleibt
auf jeden Fall unter dem Strich stehen, wenn wir verstehen wollen,
was das Heilige Abendmahl ist, haben auch wir das genau zu lesen,
was die Evangelienschreiber uns über die Einsetzung des Abendmahls
berichten. Und das ist auch der Grund, warum
wir vorhin in der ersten Schriftlesung einen Bericht, nämlich den Bericht
des Lukas, gehört haben. Mit Lukas arbeitete Paulus ja
zeitweilig sehr eng zusammen. Und das Erste, worauf Paulus
hier seinen Wert legt, das ist, mir ist es, ich habe es empfangen. Wenn wir verstehen wollen, was
das Heilige Abendmahl ist, dann haben wir dies genau zur Kenntnis
zu nehmen. Mir ist es, es ist jetzt schon
einige Jahre her, zehn, zwölf Jahre, ich weiß gar nicht mehr,
wir hatten noch oben im zweiten Stock den Gottesdienst, mir ist
es einmal begegnet, dass jemand an einem Abendmahlsonntag sagte
zu mir, Jürgen, du kannst schon mal anfangen mit dem Abendmahl,
ich komme dann später hinzu. Diese Person war ganz offensichtlich
der Ansicht, ich komme dann später hinzu, nämlich wenn es richtig
wirklich losgeht, also wenn Brot und Wein ausgeteilt werden. Aber
ihr Lieben, hier liegt ein Missverständnis vor. Die Einsetzungsworte sind unbedingter
Bestandteil der Feier des Herrenmals und darum gehören sie unverzichtbar
zu jeder Abendmahlsfeier hinzu. In den Einsetzungsworten erinnert
Paulus an die historischen Umstände, an die Geschichte. Es war in der Nacht, in der Jesus
verraten wurde. Das hätte er natürlich auch sagen
können, es war am Vorabend der Kreuzigung oder so ähnlich. Das sagt er aber bezeichnenderweise
nicht. Vielmehr schreibt er, die Einsetzung
des heiligen Abendmahls erfolgte in der Nacht, in der Jesus verraten
wurde, nämlich bekanntlich von Judas. Also genau in der Nacht,
als einer aus seinem engsten Jüngerkreis Jesus verriet, und
für 30 Silberstücke verkaufte, man könnte vielleicht sagen,
gewissermaßen an dem Tiefpunkt des Dienstes Jesu, so könnte
man meinen. Genau zu diesem Zeitpunkt stiftete
der Herr Jesus im Abendmahl den Neuen Bund. Was passierte eigentlich an diesem
Abend? Nun, dazu müssen wir uns vor
Augen halten, dass es nicht eine gewöhnliche Nacht war. Es war
nicht nur deswegen eine besondere Nacht, weil Jesus genau zu dieser
Stunde von Judas verraten wurde, sondern es war der Abend, an
dem das Passamal gegessen wurde. Das Passamal war ja eines der
drei im Alten Testament zentralen Feste, also neben dem Fest der
Erstlinge, das ungefähr in der Zeit von Pfingsten, von unserem
Pfingsten gefeiert wurde, da wurde das erste Getreide geerntet,
in der Regel Gerste, und dann dem Laubhüttenfest im Herbst,
wenn dann die volle Ernte eingebracht wurde. Das Passafest rief in
Erinnerung, dass Gott das Volk Israel einst aus der ägyptischen
Sklaverei befreit hatte. Jahrhundertelang hatte das Volk
Israel in Ägypten gelebt und zuletzt waren sie dann dort versklavt
worden und mussten Zwangsarbeit leisten. Und dann rief Gott Mose
am brennenden Dornbusch und durch eine Reihe von Plagen konnten
die Israeliten endlich, endlich aus dem Haus der Knechtschaft
ausziehen. Und die letzte Plage war die
Tötung des Erstgeborenen einer Familie. Und die einzige Möglichkeit,
dass die Israeliten der Tötung ihres Erstgeborenen entgehen
konnten, Sie bestand darin, dass sie ein makelloses, erstgeborenes
Lamm schlachteten und dessen Blut an die Türpfosten und auf
den oberen Türbalken strichen. Dann und nur dann, so hatte Gott
verheißen, wird an diesem Haus der Todesengel vorübergehen und
sein Gericht nicht vollstrecken." Und das hebräische Wort, für
vorübergehen heißt im hebräischen Passa. Daher kommt dieses Wort
vorübergehen. Also beim Passafest erinnerte
sich das Volk Israel vorrangig daran, dass der Wirgeengel angesichts
des an die Türpfosten gestrichenen Blutes an dieser Familie sein
Gericht nicht ausübt, sondern dass er an ihnen vorübergeht. Und Gott bestimmte dann, ich
will, dass ihr jedes Jahr, und zwar im April, euch durch ein
Fest diese Befreiung aus Ägypten in Erinnerung ruft. Und zwar
dadurch, dass ihr ein geschlachtetes, ausgeblutetes Lamm esst. An dem Abend, an dem Judas, den
Jesus, verriet, setzte Jesus den neuen Bund ein. Und dazu stiftete er das Abendmahl. Wenn Pilger von weit her zu diesem
Passafest nach Jerusalem kamen, dann benötigten sie selbstverständlich
einen Raum, in dem sie das Passamahl einnehmen konnten. Natürlich
gab es nicht genügend Räume für alle Pilger, zumal ja die Einheimischen
auch das Passamal feiern wollten. Und so hatte es sich im Lauf
der Jahrhunderte nach der babylonischen Gefangenschaft eingebürgert,
dass die Menschen, die aus der Ferne nach Jerusalem kamen, also
zum Beispiel aus Galiläa, das Passamal bereits am Donnerstagabend
aßen. während dann die Einheimischen
es an dem Vorabend des Sabbats, also am Freitag, feierten. Nun, Jesus kam mit seinen Jüngern
aus Galiläa und so feierten sie das Passamal bereits am Donnerstagabend. Diese Terminverschiebung ging
also, ist zurückzuführen ganz einfach, auf ein allgemein bekanntes
Raumproblem in Jerusalem. Vorher ging man in Jerusalem
herum, erkundigte sich, ob jemand der Einheimischen einen entsprechenden
Gastsaal zur Verfügung stellen würde. Das war an sich nichts
Besonderes, das kannte man, das geschah jedes Jahr, das war üblich. Und dann kam man in diesem Raum
zusammen, Alle aßen rund um einen Tisch herum und der Hausvater
bzw. der Gastgeber eröffnete das Passerfest,
indem er einen Segen sprach. Das war das Erste. Und danach
wurde ein Kelch herumgereicht. Aus dem Kelch trank jeder. Da
war immer Rotwein drin, was an das Blut des Lammes erinnerte,
das man in Ägypten bereits gegessen hatte und dessen Blut damals
an der Tür den Würgeengel abgehalten hatte, das Gericht auszuüben. Und nach diesem ersten Kelch
wurden als Vorspeise bittere Kräuter serviert. und diese pflegte
man in eine Fruchtsauce einzutauchen und dazu reichte man auch ungesäuertes
Brot. Das ging auch dann in der Reihe
herum. Wichtig war, dass es bittere
Kräuter waren, denn diese sollten an die leidvolle Zeit der Knechtschaft
in Ägypten erinnern. Und im Anschluss an diese bitteren
Kräuter, da kam ein Vortrag. in der Regel vom Gastgeber über
die Bedeutung, über den Sinn des Passamals. Und dann wurde endlich das Passalam
aufgetischt, das in Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten
gegessen wurde. Und nach diesem Essen wurde ein
zweiter Kelch herumgereicht und man sang Psalmen. Es wurden die
sogenannten Hallelpsalmen gesungen. Das waren die Psalmen 113 bis
118. Und wie Sie sehen, haben wir
heute schon zwei aus dieser Reihe gesungen und wir wollen, so Gott
will, nachher auch noch einen weiteren singen. Und dann danach, nach diesem
Singen, betete der Gastgeber. Und dann nach diesem Gebet, Nach
dem Essen also auch, nach dem Singen, da wurden noch einmal
ungesäuerte Brote herumgereicht. Und als dies geschah, so berichtet
Lukas, da nahm Jesus das Brot, brach es, reichte es seinen Jüngern
und sprach, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Und
im Anschluss daran, so war es üblich beim Passamal, wurde ein
weiterer Kelch herumgereicht. Dieser Kelch wurde bezeichnet
als der Kelch nach dem Mal. Und bevor Jesus diesen Kelch
herumreichte, sagte er, dieser Kelch ist der neue Bund in meinem
Blut, das für euch vergossen wird. Und dann wurden weitere Psalmen
gesungen und damit kam dann die Passafeier zu ihrem offiziellen
Abschluss. In den Evangelien wird dann berichtet,
dass Jesus aufstand und mit seinen Jüngern zum Garten Gethsemane
ging. Der Herr Jesus setzte also während
der Feier des Passamals, in der an die Befreiung aus Ägypten
gedacht wurde, den neuen Bund im Abendmahl ein. Und auf diese Weise machte er
klar, von nun an werdet ihr nicht mehr auf das Passamahl in Ägypten
zurückblicken. Ihr werdet nicht mehr daran denken,
dass der Wirgeengel wegen des an die Tür gestrichenen Blutes
eines geschlachteten Lammes an euch vorübergegangen ist. Ihr werdet überhaupt nicht mehr
an die Befreiung aus Ägypten denken, höchstens noch als Vorabschattung,
sondern ihr werdet von nun an auf mein Erlösungswerk blicken
und ihr werdet erkennen, dass diese Befreiung, dass diese Rettung
eine viel größere und eine viel herrlichere ist als die aus Ägypten. Die Erlösung, die wir aufgrund
des gebrochenen Leibes und aufgrund des vergossenen Blutes von Jesus
Christus empfangen haben, ist unvergleichlich wunderbarer. Denn Jesus Christus, wie Paulus
einmal sagt, unser Passalam, ist das ultimative Opfer, sodass
der Zorn Gottes gegenüber uns getilgt ist. Als Jesus das Abendmahl einsetzte,
teilte er nicht nur Brot und Wein aus, sondern er gab auch
eine Erklärung, eben die Einsetzungsworte. Und diese Erklärung ist für das
richtige Feiern des heiligen Abendmahls unverzichtbar. Und indem Paulus hier in ersten
Gründe elf diese Worte Jesu wiederholt, Paulus zitiert nicht sehr häufig
übrigens Jesus wörtlich, aber hier macht er es. Da sagt er
damit, diese Worte, sie gehören unverzichtbar zur Mahlfeier hinzu. Augustinus formulierte es einmal
kurz und knapp, als er in einem Kommentar schrieb, ich zitiere,
es tritt das Wort zum Element und es entsteht das Sakrament. Wort und Element gehören zusammen. Genau das haben auch die Reformatoren
gelehrt. Sie legten Wert darauf, dass
die Gemeinde nicht irgendetwas und irgendwie verspeist oder
trinkt, sondern dass die Gemeinde versteht, was im heiligen Abendmahl
geschieht. Und deswegen war es für sie sehr
wichtig, dass die Einsetzungsworte in der jeweiligen Landessprache
gesprochen werden und nicht etwa auf Latein. Und diese Einsetzungsworte
sind nicht ein beliebig austauschbares Versatzstück bei der Feier des
Heiligen Abendmahls, das man gegebenenfalls auch weglassen
könnte, damit es schneller geht. sondern sie gehören als das erläuternde
und verkündigende Verheißungswort zu den Elementen von Brot und
Wein unabdingbar hinzu. Sonst, so schreibt Paulus, feiert
ihr nicht das Sakrament des neuen Bundes. Und wozu sollen wir nun
das Abendmahl feiern? Kommen wir zum zweiten Punkt,
die Verbindung mit dem Herrn. Die Verbindung mit dem Herrn,
1. Korinther 11, 24b und 25. Der Apostel Paulus betont, dass
ein Abendmahl ein Mahl zum Gedächtnis ist. Dies tut zu meinem Gedächtnis. So lasen wir es in der Schlachter
2000 Übersetzung. Was heißt das eigentlich, zu
meinem Gedächtnis? Sollen wir beim Essen und Trinken
am Abendmahlstisch an die vielfältigen Lehren und Praktiken des Christentums
denken? Nein. Nein, es sagt Paulus ausdrücklich,
wir sollen an Jesus Christus denken. Dies tut zu meinem Gedächtnis. Oder wie man auch übersetzen
kann, dies tut im Gedenken an mich. Und dabei geht es in erster Linie
um sein Heilswerk am Kreuz von Golgatha, denn dort wurde der
Leib Christi gebrochen und sein Blut vergossen. Wir erinnern uns, ihr Lieben,
beim Abendmahl an das herrliche Rettungs- und Heilsgeschehen,
also daran, dass der Sohn Gottes den Himmel verließ, durch die
Jungfrau Maria einen menschlichen Körper ernahm, in Bethlehem geboren
wurde, sich in seinem irdischen Verkündigungsdienst durch Zeichen
und Wunder als der Messias Gottes auswies, der dann in den schrecklichen
Kreuzestod ging, am dritten Tag aus den Toten auferstand, zum
Himmel auffuhr und dort regiert, bis er in Macht und Herrlichkeit
wiederkommen wird. Es geht also beim Abendmahl um
ein Sich-Erinnern an das ein für allemal geschehene Werk Christi. Wir erinnern uns an das nicht
wiederholbare Sühnopfer, das Christus vor den Toren Jerusalems
darbrachte. Aber, ihr Lieben, das Feiern
des heiligen Abendmahls ist mehr als nur, dass wir über Vergangenes
informiert werden und dass wir uns dieses vor langer Zeit geschehene
Ereignis in Erinnerung rufen. Das Sakrament des Abendmahls
ist mehr als ein Zeichen von etwas zeitlich lange Zurückliegendem. Es ist, wie der Heidelberger
Katechismus es formuliert über die Sakramente, die Sakramente
sind Zeichen und Siegel. Das Abendmahl ist also auch ein
Siegel. Was ist ein Siegel? Nun, ein
Siegel ist etwas, mit dem man zum Beispiel einen Brief verschloss,
zum Beispiel durch ein Wachs-Siegel, sodass der Brief nicht geöffnet
werden konnte, jedenfalls ohne, dass das bemerkt wurde, ohne
das Siegel zu brechen und er also hoffentlich dann beim Adressaten
sicher ankam. Und so ist das Heilige Abendmahl
uns auch dazu gegeben, dass wir das damals, vor 2000 Jahren,
am Kreuz von Golgatha Geschehene zu uns kommt. Der Apostel Paulus
schreibt einmal, der Kelch des Segens, den wir segnen, ist er
nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Und das Brot, das
wir brechen, ist es nicht, Gemeinschaft, Anteil haben an dem Leib Christi,
1. Korinther 10, Vers 16. Beim Abendmahl geht es also nicht
nur um ein Erinnern an etwas, das früher einmal geschehen war
und wir uns beim Essen und Trinken irgendwie in unser Bewusstsein
rufen. Das ist es auch. sodass wir dann das ein für allemal
geschehene Heilswerk in unseren Herzen tragen. Ich war, wenn man in einer Familie,
in der jemand gestorben ist, einen Trauerbesuch macht, gegebenenfalls
auch die anstehende Trauerfeier bespricht, dann fällt mir nicht
selten auf, wie liebevoll wie zärtlich, wie zugeneigt die Angehörigen
über den Verstorbenen sprechen. Etwa ein Ehemann über seine verstorbene
Frau. Und dann denkt man sich manchmal,
hat er das auch so getan, als sie noch lebte? Aber wie auch immer, nun blickt
der in Dankbarkeit auf Jahrzehnte des gemeinsamen Lebens zurück,
die Gott ihnen geschenkt hatte. Und seht, ähnlich dankbar dachte
man auch bei der Feier des Passamals an die Erlösung vom Gericht des
Würgeengels und an die Befreiung aus Ägypten. Und als man dann
endlich im verheißenen Land war und sich an diese Zeit zurück
besann, da war alles nur Dank und Lob für die Befreiung aus
Ägypten. Aber beim Abendmahl denken wir
eben nicht nur zurück. Ich sagte es bereits, wir denken
nicht nur an die Vergangenheit. Wir versuchen keineswegs nur
mit dem damaligen Geschehen in unserem Bewusstsein irgendwie
gleichzeitig zu werden. Vielmehr ist das damals Geschehene
im Abendmahl zu einer Wirklichkeit hier und heute. Du darfst dem
Abendmahl heute Gemeinschaft mit dem Leib und dem Blut Christi
haben. Und zwar insofern, als die Heilsverheißung
Christi im Abendmahl zu dir kommt. Sie wird dir be- oder ver-siegelt. Das, was damals geschehen ist,
wird dir am Abendmahlstisch gewiss gemacht, ein Siegel drauf gedrückt. Du erfährst, ja, das, was damals
geschah, es gilt für mich heute. Paulus zitiert hier unseren Herrn. Das ist mein Leib, der für euch
gegeben wird. Was damals geschah, ist für euch. Und somit ist das Abendmahl ein
Essen voll von Verheißungen. voll von Heil, voll von Christus. Paulus schreibt einmal im 1.
Timotheusbrief, glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert,
dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten. Wir sagen ja, ja, das ist richtig. Aber Paulus hört hier nicht auf.
Er fährt fort, aber das macht hier keinen Punkt, sondern er
fügt hinzu, von denen ich der Größte bin. Es geht beim Feiern des Heiligen
Abendmahls nicht nur darum, dass Jesus Christus für die Sünder
im Allgemeinen gestorben ist, sondern darum, dass du weißt,
er starb für mich. Ich erlaube mir einmal hier etwas
ausführlicher aus dem Heidelberger Katechismus zu zitieren, weil,
wie ich finde, es dort so wunderbar formuliert ist. Frage 75. Wie wirst du im Heiligen Abendmahl
erinnert und gewiss gemacht, dass du an dem einzigen Opfer
Christi am Kreuz und allen seinen Gaben Anteil hast? Antwort. Christus hat mir und allen Gläubigen
befohlen, zu seinem Gedächtnis von dem gebrochenen Brot zu essen
und von dem Kelch zu trinken. Und dabei hat er verheißen, erstens,
dass sein Leib so gewiss für mich am Kreuz geopfert und gebrochen
und sein Blut für mich vergossen ist, wie ich mit Augen sehe. dass das Brot des Herrn mir gebrochen
und der Kelch mir gegeben wird. Und zweitens, dass er selbst
meine Seele mit seinem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut so
gewiss zum ewigen Leben speist und tränkt, wie ich aus der Hand
des Dieners empfangen habe und leiblich genieße das Brot und
den Kelch des Herrn, die mir als gewisse Zeichen des Leibes
und Blutes Christi gegeben werden. Frage 76 Frage lautet, was heißt
den gekreuzigten Leib Christi essen und sein vergossenes Blut
trinken? Antwort, es heißt nicht allein,
mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen
und dadurch Vergebung der Sünde und ewiges Leben empfangen, sondern
auch durch den Heiligen Geist, der zugleich in Christus und
in uns wohnt, mit seinem verherrlichten Leib mehr und mehr vereinigt
zu werden. sodass, obgleich er im Himmel
ist und wir auf Erden sind, wir dennoch ein Leib mit ihm sind
und von einem Geist ewig leben und regiert werden. Hier kommt
auch der Aspekt der Gemeinde zum Tragen. Und dann noch, ich
zitiere noch eine Frage, Frage 79. Warum nennt denn Christus
das Brot seinen Leib und den Kelch sein Blut? Oder warum nennt
er den Kelch den neuen Bund in seinem Blut? Und warum spricht
Paulus von der Gemeinschaft des Leibes und des Blutes Jesu Christi?
Die Antwort? Christus redet so nicht ohne
große Ursache. Er will uns damit lehren, wie
Brot und Wein das zeitliche Leben erhalten. Also sind auch sein
gekreuzigter Leib und sein vergossenes Blut die wahre Speise und der
wahre Trank unserer Seele zum ewigen Leben. Darüber hinaus
will er uns durch dieses sichtbare Zeichen und Pfand, Garantie und
der Pfand, gewiss machen, dass wir so wahrhaftig durch seinen
heiligen Geist an seinem Leib und Blut Anteil bekommen, wie
wir dieses heilige Zeichen mit unserem Mund zu seinem Gedächtnis
empfangen. All sein Leiden und sein Gehorsam
sind uns so gewiss zugeeignet, als hätten wir selbst das alles
gelitten und vollbracht. Ich kann es nicht besser formulieren,
ihr Lieben. Das Abendmahl bezeugt uns das
ein für allemal geschehene Heil in Christus am Kreuz von Golgatha. Es ist auch Instrument, durch
das das Heil in Christus zu uns kommt, im Brot und im Wein. Im Abendmahl speist Christus
meine Seele mit seinem Leib und mit seinem Blut. Im Abendmahl
wird dir Christus geschenkt und in ihm wird dir eine unerhörte
Verheißungsfülle geschenkt. Das ist mein Leib, der für euch
gebrochen ist. Das ist die Heilsbotschaft Jesu. Ich umschreibe es einmal mit
eigenen Worten, was Jesus hier sagt. Wenn ich nach drei Tagen
aus den Toten auferstanden bin, dann ist mein Tod dadurch nicht
etwas Vergangenes. Etwas, was vorüber, was vorbei
gegangen ist. sondern mein Tod hat Gültigkeit
für alle Zeiten. Und genau das bezeugt und besiegelt
mir und uns allen der Heilige Geist im Abendmahl. Und übrigens,
so konnte die frühe Kirche beten. Christe, du Lamm Gottes, der
du trägst, die Sünde der Welt, nicht trugst, trägst. Präsens, Gegenwart. Und im letzten
Buch der Bibel, der Offenbarung, lesen wir, dass Johannes den
erhöhten Sohn Gottes schaute als das geschlachtete Lamm. Dass wir durch den Empfang des
heiligen Abendmahls Anteil an Christus und an seinen herrlichen
Verheißungen haben, das veranschaulicht uns Paulus dadurch, dass er in
1. Korinther 10 das Abendmahl mit
dem Götzendienst kontrastiert, einen Gegensatz hier zeigt. Aber
es gibt Parallelen bei allem Kontrast. Er sagt, wenn ihr an
Götzenopferessen in heidnischen Tempeln teilnehmt, dann handelt
es sich um wesentlich mehr als darum, dass man sich irgendetwas
ins Bewusstsein ruft. Nicht, wenn es nur darum ginge,
an was man dann denkt, dann könnte man sagen, na ja, als Christ
rufe ich mir halt nicht die Götzen in mein Bewusstsein. Ich lasse das Geschehen einfach
innerlich nicht an mich herankommen. Ich fühle mich einfach nicht
mit den bösen Geistern verbunden. Aber Paulus sagt, wenn ihr so
einen Götzentempel, wenn ihr in einen Götzentempel geht und
am Essen des Götzenopferfleisches teilnehmt, dann habt ihr Gemeinschaft
mit den Dämonen, was auch immer ihr denkt oder fühlt. dann verursacht
das Bindungen. Dann kommt ihr da nicht einfach
raus. Das ist kein Spiel. Ich lese
mal, was Paulo schreibt in 1. Korinther 10. Was sage ich nun? Dass ein Götze etwas sei oder
dass ein Götzenopfer etwas sei? Nein. Sondern dass die Heiden das,
was sie opfern, den Dämonen opfern und nicht Gott. Und jetzt, ich
will aber nicht, dass ihr in Gemeinschaft mit den Dämonen
seid. Ihr könnt nicht den Kelch des
Herrn trinken und den Kelch der Dämonen. Ihr könnt nicht am Tisch
des Herrn teilhaben und am Tisch der Dämonen. Man könnte sagen,
warum eigentlich nicht? Aber er sagt, es geht gar nicht.
Und dann stellt er noch eine Frage. oder wollen wir den Herrn
zur Eifersucht reizen, sind wir etwas stärker als er. Paulus würde hinzufügen, ich
würde es an deiner Stelle nicht ausprobieren. Wenn du an spiritistischen Sitzungen
teilnimmst oder okkulte Praktiken betreibst, dann ist das kein
Spiel. Es schafft Bindungen, Versklavungen, Paulus sagt, entsprechend zum
Götzenopferfleisch verhält es sich auch beim Abendmahl. Durch das Essen und Trinken am
Abendmahlstisch haben wir reale Gemeinschaft durch den Geist
Gottes mit Christus und mit seinem Werk. Da entsteht eine Verbindung,
eine Gemeinschaft. Wir nehmen die Aussage von Jesus,
die Paulus hier zweimal zitiert. Dies tut zu meinem Gedächtnis,
besagt tatsächlich zum einen, dass wir uns die Heilstatsachen
vergegenwärtigen. Und zum anderen, dass wir diese
Tatsachen im Glauben so gewiss empfangen, wie wir das Brot essen
und aus dem Kelch trinken. dass wir durch das Essen und
das Trinken mit dem Leib und mit dem Blut Christi Gemeinschaft
haben. Aber diese kurze Aussage im Griechischen,
dies tut zu meinem Gedächtnis oder dies tut in Erinnerung an
mich, die kann man noch anders übersetzen. Nämlich man kann sie übersetzen,
dies tut, um mich in Erinnerung zu bringen. Damit bin ich bei
meinem dritten Punkt, die Proklamation des Herrn. Um mich in Erinnerung zu bringen,
so wurde dieser Satz in der Regel in der frühen Kirche verstanden.
um mich in Erinnerung zu bringen. Und zwar vor Gott, dem Vater,
der uns in Jesus Christus gerechtfertigt hat. Und dort vor ihm seinen
Tod und damit unser Heil in Erinnerung zu bringen. Und auch übrigens
den Tod Christi in Erinnerung zu bringen vor der unsichtbaren
Welt. Und insofern ist das Abendmahl
ein Verkündigungsmahl. Es ist die Proklamation des Todes
Christi, die wir in Vers 26 lesen. Das Feiern des Abendmahls ist
tatsächlich eine Proklamation gegenüber der unsichtbaren Welt,
dass durch den Tod Christi die finsternisten Mächte besiegt
sind. Im zweiten Kapitel, also ziemlich
am Anfang des ersten Korinther-Briefes, hatte Paulus das bereits erwähnt. Er hatte geschrieben, als Christus
am Kreuz starb, da dachten diese Finsternis-Mächte, jetzt haben
wir gesiegt, jetzt ist er tot, jetzt haben wir es geschafft.
Ich lese mal Vers 7 und 8 aus 1. Korinther 2. Wir reden, sagt Paulus, Gottes
Weisheit im Geheimnis, die Verborgene. die Gott vor den Weltzeiten zu
unserer Herrlichkeit vorbestimmt hat. Und jetzt, die keiner der
Herrscher oder keiner der Machthaber dieser Weltzeit erkannt hat. Denn wenn sie sie erkannt hätten,
so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Diese Mächte dachten, Der Tod
Christi, das ist unser Triumph. Jetzt ist er endlich weg. In Wahrheit war dieser Tod ihre
größte und ihre endgültige Niederlage. Und indem wir das Abendmahl feiern,
verkündigen wir, proklamieren wir diesen Mächten ihre Niederlage,
die gerade im Tod Christi geschah. Und insofern ist das Abendmahl
eine Siegesfeier. In der Zeit der frühen Kirche
ging keine Abendmahlsfeier vorbei, in der dies nicht proklamiert
wurde. Christus regnat. Christus vinkit. Christus imperat. Das heißt auf
Deutsch, Christus regiert. Christus siegt. Christus herrscht. Und genau diesen Sieg feiern
wir auch im Abendmahl. Durch unser Essen und Trinken
verkündigen wir es, Christus hat triumphiert. Und wir verkündigen es so lange,
bis die Posaune des Erzengels erschallt und Christus sichtbar
wiederkommt. Bis zum Anbruch dieses Tages
dürfen wir im Blick auch auf die unsichtbare Welt verkündigen
und bezeugen. Du bereitest uns einen Tisch
im Angesicht unserer Feinde. Und unser Becher fließt über. Amen.
Das herrliche Geschenk des Herrenmahls
Series Herrenmahl
Die Einsetzung durch den Herrn (V. 23-24a)
Die Verbindung mit dem Herrn (V. 24b-25)
Die Proklamation des Herrn (V. 26)
| Sermon ID | 122222944136606 |
| Duration | 1:40:24 |
| Date | |
| Category | Sunday Service |
| Bible Text | 1 Corinthians 11:17-22; 1 Corinthians 11:23-26 |
| Language | German |
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